23:26-Niederlage in Neckarsulm

Vipers-Trainerin Bremmer: Verwertung der Chancen eine Katastrophe  

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Frust nach der Niederlage in Neckarsulm: Annika Ingenpaß, Maria Ines da Silva Pereira, Sabine Heusdens und Maxi Mühlner (von links) auf der Vipers-Bank.

+ + + Aktualisiert (mit Stimmen) + + + Wieder eine Niederlage gegen einen direkten Konkurrenten: Die Handballerinnen der HSG Bad Wildungen sind zum Ende der Hinrunde Neckarsulm leer ausgegangen.

Von Dominik Knobloch

Neckarsulm – Es war ein vertrautes Gefühl, mit dem Tessa Bremmer am Samstagabend vor dem Bad Wildunger Mannschaftsbus stand. Schmerzlich vertraut. Langsam trotteten auch die letzten ihrer Spielerinnen aus der Neckarsulmer Halle. Mit gesenktem Kopf. Wieder einmal ging es ohne Bundesligapunkte auf die Heimreise. 

Dabei hätte das Kellerduell bei der Sport-Union durchaus getaugt, um Zähler einzufahren. „Aber die Chancenverwertung war eine Katastrophe. Wir haben grundsätzlich kein schlechtes Handball gespielt, sind in der Abwehr phasenweise sehr gut und kompakt gestanden und haben nach vorne mit viel Tempo gespielt. Aber die Bälle müssen eben rein – das ist das A und O“, sagte Trainerin Bremmer nachdem die Vipers einen möglichen Erfolg beim 23:26 (11:13) weggeworfen hatten. 

Scheib: So kann man ein Spiel nicht gewinnen

Der finale Endorphinschub blieb nach einer wilden Achterbahnfahrt mit viel zu vielen Fahrkarten aus. Ein verdienter Sieger? „Es war auf jeden Fall ein Spiel auf Augenhöhe. Es war jeder mal zwei, drei Tore vorn. Wäre das Spiel vielleicht zehn Minute länger gegangen, wären vielleicht wir wieder in Front gewesen. Ich denke nicht, dass es unbedingt sehr verdient war“, befand Rückraumspielerin Jana Scheib, die in Oppenweiler, unweit von Neckarsulm geboren wurde. 

Über allen Konjunktiven stand allerdings die schwache Trefferquote ihres Teams. „Was wir verworfen haben, wie viele technische Fehler wir gemacht haben – da kann man so ein Spiel nicht gewinnen. Wenn wir in der zweiten Halbzeit mit vier Toren vorne sind, dürfen wir das eigentlich nicht mehr hergeben“, sagte Scheib und forderte von sich und den Ihren: „Wir müssen mal konstant 60 Minuten gut spielen und nicht immer Schwächephasen drin haben.“ 

Wilde und rumpelnde Fahrt

Die Partie hatte gut für Bad Wildungen begonnen. Als Scheib nach vier Minuten zum 4:2 traf, schienen die Vipers auf Kurs. Doch es sollte eine wilde, über weite Strecken rumpelnde Fahrt durch die Neckarsulmer Ballei folgen. 6:6, 9:6 und 9:10 lauteten die Bad Wildunger Zwischenstationen auf dem Weg zum 11:13-Pausenrückstand. 

Stetig ging es im auf beiden Seiten oftmals zittrigen Spielverlauf rauf und runter. Bis zur 38. Minute behauptete Neckarsulm die knappe Führung, entscheidend davonziehen ließen die Vipers die Gastgeberinnen aber nicht.

Ein gehaltener Siebenmeter von Keeperin Manuela Brütsch leitete den Umschwung ein. Mit einem Fünf-Tore-Lauf zum 19:16 schraubten sich die Gäste eine Viertelstunde vor der Schlusssirene nach oben. Auf eine Auszeit der Sport-Union antworteten sie gar mit dem 20:16. 

SU-Keeperin Wachter überragt

Die Neckarsulmerinnen wackelten, aber ihre Torhüterin Sarah Wachter stand. „Wir wussten, dass Sarah eine extrem gute Keeperin ist. Am Anfang haben wir aus dem Rückraum eigentlich gut gegen sie getroffen. Dann ist sie immer weiter ins Spiel gekommen, bei uns haben sich die Köpfe gesenkt und dann war sie natürlich der ausschlaggebende Punkt“, gestand Jana Scheib. 

Immer weiter ging es plötzlich abwärts für die Vipers. Tessa Bremmer konnte die Talfahrt auch mit einer Auszeit beim 21:20 (49. Minute) nicht bremsen. Neckarsulm schaffte den Ausgleich. 

Die letzten zehn Minuten waren ein wildes Hin und Her. Beim Neckarsulmer Treffer zum 25:23 hatte Bad Wildungen auch noch Pech, als Nele Reimer in der 59. Minute mit Hilfe des Innenpfostens traf. Die Vorentscheidung.

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