Bad Wildungen unterliegt „Fast-Meister“ mit 16:23

Turnier in Melsungen: Vipers ärgern Dortmund 31 Minuten lang

Die Bad Wildunger Handballerin Anna-Maria Spielvogel (Zweite von links) hat sich gegen die Dortmunderin Deleila Amega (links) durchgesetzt; deren Teamkollegin Merel Freriks und Viper Annika Ingenpaß beobachten die Szene.
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Freie Bahn: Die Bad Wildungerin Anna-Maria Spielvogel (Zweite von links) hat sich gegen die Dortmunderin Deleila Amega (links) durchgesetzt; deren Teamkollegin Merel Freriks und Viper Annika Ingenpaß beobachten die Szene.

„Ich bin sehr zufrieden“, sagte Bad Wildungens Trainerin Tessa Bremmer trotz der 16:23 (9:13)-Niederlage gegen Borussia Dortmund. Das konnte die Niederländerin auch sein.

Melsungen – Denn 31 Minuten lang ärgerte der Erstligazwölfte im zweiten Finalspiel des Heinrich-Horn-Gedächtnisturniers der SG Kirchhof an diesem Sonntag in Melsungen den Fast-Meister immens. Bezeichnend: Als die gute Torfrau Lea Schüpbach parierte und in der starken Rechtsaußen Kira Schnack vorne eine weitere Vipers-Neue zum 15:17 per Tempogegenstoß traf, knallte Dortmunds Trainer André Fuhr vor Wut die grüne Auszeitkarte auf den Zeitnehmertisch und faltete sein Team anschließend lautstark zusammen. „Ich war mit unserer Chancenauswertung unzufrieden, auch weil uns die Konsequenz gefehlt hat. Aber letztlich war alles okay“, bilanzierte der Borussia-Coach nach dem am Ende ungefährdeten Erfolg des BVB.

„Bad Wildungen hat das gut gemacht“, lobte der Trainer des Ersten der Vorsaison die Vipers, die in der intensiven und temporeichen Begegnung eine couragierten Leistung boten. Erst nach dem 15:17 setzte sich der haushohe Favorit, angeführt von Inger Smits, zum 20:15 (36.) entscheidend ab. Nach dem 1:3 (3.) hatten die Vipers beim 5:4 (9.) zur Freude ihrer lautstarken Fans sogar geführt. Mit 9:13 nach 20 Minuten ging es aus Wildunger Sicht in die Pause; anschließend musste die HSG auf Munia Smits verzichten. Die Ex-Blombergerin hatte bei einem direkten Freiwurf vor der Pause unglücklich Tessa van Zijl ins Gesicht getroffen und die Rote Karte gesehen. Eine harte Entscheidung.

Den zehn verbliebenen Vipers fehlte am Schluss „die Kraft und ein bisschen auch die Qualität“, so Bremmer, um den BVB stoppen zu können. So zog Dortmund, auch durch unvorbereitete Abschlüsse des Gegners, doch noch davon. Daran änderten die starken Torwartleistungen von Brütsch und Schüpbach, „die gut gehalten haben“, so Bremmer, nichts. Bereits am Mittwoch (18.30 Uhr, Sporthalle Wellinghofen) stehen sich beide Teams in Dortmund in einem weiteren Test gegenüber.

Auf Abstand: Die Zuschauer beim Turnier in Kirchhof.

Das sehenswerte Spiel der beiden Erstligisten in Melsungen war der Höhepunkt der dreitägigen Veranstaltung, die Zweitligist SG Kirchhof höchstprofessionell organisiert hatte. So gab es sogar an den Getränke- und Essständen vor der Halle Bildschirme, auf denen das Geschehen drinnen per Internetstream verfolgt werden konnte. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Turnier“, sagte die rührige SG-Managerin Renate Denk, nach deren Aussage die SG dank ihrer Sponsoren trotz des großen Aufwands kein finanzielles Minus gemacht hat.

Bad Wildungen: Brütsch (1. - 20.,), Schüpbach; Ingenpaß 1, Smits, Mühlner, Schnack 3, Da Silva Pereira 1, Struijs 5/3, Otto, Spielvogel 4, Magg 2, Plümer (n.e.).

Dortmund: Duijndam (1. - 20., Roch; Grijseels, Bermejo 2, Abdulla (n.e.), Vollebregt 1, Smits 4, Bleckmann 2, Amega 3/1, Dulfer (n.e.), van Zijl 2, Danielsson 3, Freriks 4, Stockschläder, Rode 2.

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