Das gute Gefühl behalten

HSG Bad Wildungen peilt gegen Kurpfalz Bären dritten Sieg in Folge an

Die Bad Wildunger Rückraumspielerin Munia Smits, die sich hier gegen Laura Winkler (Halle-Neustadt, links) und Alexandra Mazzucco durchgesetzt hat und das Gehäuse von Torfrau Lara-Sophie Lepschi ins Visier nimmt.
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Im Anflug auf die Kurpfalz Bären: Die Bad Wildunger Rückraumspielerin Munia Smits, die sich hier gegen Laura Winkler (Halle-Neustadt, links) und Alexandra Mazzucco durchgesetzt hat und das Gehäuse von Torfrau Lara-Sophie Lepschi ins Visier nimmt.

„Wir wollen das gute Gefühl behalten“, sagt Bad Wildungens Trainerin Tessa Bremmer vor dem Spiel (Samstag, 19 Uhr, Ense-Halle) gegen die Kurpfalz Bären in Anspielung darauf, dass die HSG zuletzt zu zwei Siegen kam.

Bad Wildungen – Dem 33:27-Erfolg über den Buxtehuder SV in der Liga ließen die Vipers am vergangenen Samstag einen 37:31-Erfolg im Pokalachtelfinale über den SV Union Halle-Neustadt folgen. Auch weil mehrere Siege am Stück für die Südwaldeckerinnen etwas ungewohnt sind, wie Bremmer meint, hat die Mannschaft um Kapitänin Manuela Brütsch nun Lust auf weitere Erfolge.

„Die Mädels sind alle extrem heiß und wollen unbedingt öfter gewinnen“, hat Bremmer bei ihrem Team festgestellt. Am Samstagabend ist ein Sieg gegen den Tabellenletzten auch unbedingt nötig, um sich weitere Luft im Kampf um den zunächst als erstes Saisonziel ausgegebenen Klassenerhalt zu verschaffen. Alles andere als zwei Punkte würden die gute Stimmung bei den Vipers schnell verfliegen lassen.

„Wir müssen gegen Ketsch gewinnen“, weiß auch Bremmer, denn trotz bisher 6:8 Punkten haben die Vipers als Tabellenelfter nur zwei Zähler Vorsprung auf Relegationsplatz 13. Auf dem steht Frisch Auf Göppingen, wobei die Baden-Württembergerinnen aber zwei Spiele weniger als die Nordhessinnen bestritten haben.

„Ich denke, dass es bis zum Saisonende spannend sein wird und bis dahin mehrere Mannschaften darum kämpfen werden, Zwölfter und nicht Dreizehnter zu werden, auch weil in dieser Runde jeder gegen jeden gewinnen kann“, sagt Bremmer.

So sind zwei Punkte gegen die Kurpfalz Bären, die bis auf das 26:29 gegen die HSG Bensheim/Auerbach alle anderen sieben Erstligaspiele in dieser Saison mit einer Differenz von acht bis 19 Treffern verloren, absolute Pflicht. „Wir dürfen Ketsch nicht unterschätzen, auch weil sie eine jahrelang eingespielte Mannschaft haben. Ketsch agiert mit langen Angriffen, da dürfen wir uns nicht einschläfern lassen“, sagt Bremmer. Gegen die „unangenehme 3:2:1-Deckung“ der Gäste hofft die Vipers-Trainerin, dass ihr Team auch über den Kreis in Person von Annika Ingenpaß zum Erfolg kommt.

Für die Sportökonomiestudentin dürfte wie schon Halle in der Abwehr Sabine Heusdens zum Einsatz kommen und mit Larissa Platen den Innenblock bilden. „Ihr Zusammenspiel hat gut funktioniert. Da gibt es keinen Grund zu wechseln“, sagt Bremmer. Sie kann sich darüber freuen, dass Rückkehrerin Heusdens klaglos ihre Rolle als fast nur in der Abwehr eingesetzte Spielerin akzeptiert und sich so Platen und Munia Smits auf halblinks im Angriff weiter entwickeln können. Dort ist die gegen Halle nach ihrer Einwechslung starke Smits, „ihr Selbstbewusstsein ist gewachsen“, so die Trainerin, für die drei Rückraumspielerinnen Platen, Maxime Struijs und Jana Scheib erneut Bremmers erste Option.

Indes ist die portugiesische Spielmacherin Maria Ines Da Silva Pereira gestern in Kassel, so Bremmer, erfolgreich an ihrem Syndesmoseband im rechten Sprunggelenk operiert worden. Trotz des Fehlens der Regisseurin wollen die Vipers gegen die Mannschaft von Trainer Adrian Fuladdjusch „ihren richtig guten Lauf“, so Bremmer, fortsetzen, um auch weiterhin handballerisch ein richtig gutes Gefühl zu haben.

Fuladdjusch: „Bad Wildungen spielt sehr robust“

Dass sein Team mit 0:16-Punkten Letzter ist, kommt für Adrian Fuladdjusch nicht überraschend. „Wir haben mit Carmen Moser unsere herausragende Spielerin verloren, mussten die Gehälter massiv kürzen und haben einen Kader, der zu 80 Prozent aus der eigenen Jugend kommt“, sagt der Trainer und Geschäftsführer der Kurpfalz Bären. Ketsch war mit einem Saisonetat von 250000 Euro war nach dem Aufstieg in der Vorsaison Letzter, bevor die Runde Mitte März wegen Corona abgebrochen wurde und sich die Liga entschied, kein Team absteigen zu lassen.

Während die torgefährliche Rückraumlinke Moser nun für die Neckarsulmer Sport-Union spielt, peilen die morgigen Gäste der HSG Bad Wildungen in dieser Spielzeit Relegationsplatz 13 an. „Das ist unserer Ziel“, sagt Fuladdjusch, wobei die Bären in der Vorsaison noch unter seiner Vorgängerin Katrin Schneider beim 30:27-Erfolg am 12. Oktober 2019 ausgerechnet gegen die HSG ihren einzigen Saisonsieg feierten.

Als „Mammutaufgabe“ sieht es Fuladdjusch für seine Mannschaft, die neben dem Vorletzten 1. FSV Mainz 05 (0:16-Zähler) als erster Abstiegskandidat gilt, an, in dieser Spielzeit auswärts zu punkten. „Dazu müssten wir unsere Trefferquote erhöhen“, sagt der 33-Jährige, dessen Team zuletzt bei der 15:36-Klatsche im Pokal bei TuS Metzingen bis zur Pause kümmerliche vier Törchen gelangen. „Das war ein Testspiel für uns. Da habe ich viel ausprobiert“, sagt Fuladdjusch, der vorwiegend auf seine ohne Profis spielende Mannschaft schaut, „da die Gegner deutlich besser sind als wir“, so der A-Lizenzinhaber.

„Bad Wildungen spielt einen sehr robusten Handball und Tessa Bremmer ist eine Super-Trainerin, die junge Spielerinnen weiterentwickelt“, sagt der Ketscher Coach. Wegen der besonderen Umstände, so können die Bären wegen Hallenproblemen nur dreimal wöchentlich trainieren, bescheinigt Fuladdjusch seiner Mannschaft bisher, „das Maximale“ aus ihren Möglichkeiten gemacht zu haben.

„Wir vergleichen uns mit dem SC Freiburg im Fußball und wollen zu den besten 20 Mannschaften in Deutschland gehören, sodass für uns auch bei einem Abstieg die Welt nicht untergehen würde“, so der Coach. jh

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