Handball-Bundesligist sucht Verstärkung im personellen Bereich

HSG Bad Wildungen Vipers wollen sich breiter aufstellen

Die Vipers-Gesellschafter Simon Hallenberger (links) und Uwe Gimpel.
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Suchen Verstärkung: Die Vipers-Gesellschafter Simon Hallenberger (links) und Uwe Gimpel.

Frauenhandball-Erstligist HSG Bad Wildungen ist auf der Suche nach Verstärkungen im personellen Bereich.

Bad Wildungen – „Tessa, Uwe und ich arbeiten am Limit, von dem, was wir leisten können“, sagt Simon Hallenberger, der Mitgesellschafter der HSG Bad Wildungen Vipers Sport und Marketing GmbH, dem Träger des Spielbetriebs des Erstligaelften.

Während der bei den Vipers für die Kommunikation zuständige Unternehmer selbst im Hauptberuf Inhaber einer Medienagentur in Neuental ist, leitet Vipers-Geschäftsführer und Gesellschafter Uwe Gimpel ein Unternehmen der Unterhaltungselektronik.

Auf konservativ gerechnet „40 Stunden pro Woche“, schätzt Trainerin Tessa Bremmer ihr Engagement bei den Südwaldeckerinnen, die Verstärkungen im Trainerteam, bei der Mannschafts- und Sponsorenbetreuung und im administrativen Bereich suchen, was sie auch auf ihrer Homepage (www.vipers-handball.de) kundgetan haben.

„Wir wollen uns langfristig breiter aufstellen“, sagt Bremer, die wie Gimpel, „wir brauchen eine breitere Basis“, und Hallenberger auch verneint, viel kürzer treten zu wollen oder mit Rücktrittsgedanken zu spielen. „Wir wollen den nächsten Schritt machen, auch um uns noch mehr in der Region zu verankern“, sagt Hallenberger vielmehr und gibt damit den Tenor des Trios wieder.

Einige Bewerbungen auf die im Rahmen von Mini-, Teil- und Vollzeitjobs bis zu 20 Wochenstunden ausgeschriebenen Stellen sind bei den Vipers schon eingegangen sagt Gimpel, der für sich auch auf Hilfe in der Sponsorenakquise hofft. „Enthusiasmus und Euphorie“, so der Geschäftsführer, sollten die Bewerber mitbringen“, fügt er an. „Wir brauchen Leidenschaft, auch weil bei uns keiner reich wird“, ergänzt Bremmer in Anspielung auf die limitierten finanziellen Möglichkeiten der Vipers.

Die haben schon länger vom Land Hessen eine Soforthilfe für die entgangenen Zuschauereinnahmen in der vergangenen Saison erhalten und ein Darlehen für die verminderten Ticketeinnahmen in dieser Spielzeit beantragt. Bei 180 Sponsoren und 120 Saisontickets entgehen der HSG, die in der Vorsaison bis zur Coronapause 700 Zuschauer im Schnitt begrüßen konnte, bei so 400 fehlenden verkauften Tagestickets rund 5000 Euro pro Heimspiel in der Ense-Halle.

Zehn Stunden für Videoanalyse

Wie Gimpel mit Sohn Maximilian (3 Jahre) und Tochter Luise (1) und Hallenberger mit Tochter Lea (4) muss sich Bremmer mit Fleur (5) und Daan (4) auch noch um kleine Kinder kümmern, sodass ihr und Ehemann Christoph wie auch den beiden Vipers-Gesellschaftern mit ihren Partnerinnen nur wenig Freizeit bleibt.

Da der langjährige Torwarttrainer Detlef Kleinmann (64), der, um mehr Zeit für seine Familie zu haben, schon länger kürzer treten wollte, Bremmer in dieser Saison ebenso wie Mannschaftsbetreuerin und Ex-Spielerin Annika Busch nach der Geburt ihrer Tochter Ida, nicht mehr zur Verfügung steht, ist das Arbeitsaufkommen der Niederländerin noch größer geworden.

Und das auch, weil sich wegen Corona auch eine angedachte Zusammenarbeit mit Männer-Erstligist MT Melsungen zerschlagen hat. „Wenn eine Person beide Positionen bei uns besetzen könnte, wäre das optimal“, sagt Bremmer, deren Vertrag am Saisonende ausläuft.

Neben den fünf von ihr wöchentlich geleiteten Übungseinheiten, das zweimalige wöchentliche Athletiktraining leitet Philip Eichhorn, das zweimalige Krafttraining absolvieren die Handballerinnen im Fitnessstudio selbst, ist sie allein mit der Videoanalyse vor den Spielen jeweils circa zehn Stunden beschäftigt. Dabei schaut die 37-Jährige sich meist bis zu vier Spiele des Gegners zur Spielvorbereitung an.

So hofft Bremmer, dass sie zumindest im neuen Jahr durch einen Co- und/oder Torwarttrainer Entlastung, „auch zum Gedankenaustausch“, bekommt. Zu tun gibt es bei den Vipers auf alle Fälle genug, „auch wir haben alle durch die ganzen Coronamaßnahmen noch viel mehr Arbeit“, so Bremmer. (jh)

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