Handball-Bundesliga Frauen

HSG Bad Wildungen will mit Sieg in Halle guten Lauf fortsetzen

Kira Schnack (links) und  Sophie Lütke
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Stop: So wie hier Kira Schnack (links) soll auch der Rest des Bad Wildunger Teams Halles starke Spielmacherin Sophie Lütke attackieren.

Dass ihrer Mannschaft einmal drei Siege in der Handball-Bundesliga am Stück gelangen, daran kann sich nicht nur Tessa Bremmer nicht erinnern. Die Vipers-Trainerin möchten mit ihrer Wildunger Mannschaft nun auch in Halle gewinnen.

Bad Wildungen – Den Erfolgen über den Buxtehuder SV (33:27) und die Kurpfalz Bären (32:30) soll am Samstag der SV Union Halle-Neustadt (19 Uhr, Erdgas-Arena) besiegt werden. Die Vipers hatten sich gegen dieses Team vor knapp zwei Wochen in der ersten Pokalrunde in der Ense-Halle mit 37:31 (17:12) durchgesetzt.

„Wenn wir mit zehn Punkten in die EM-Pause gehen würden, wäre das unglaublich“, sagt Bremmer in Anspielung auf die letzte Begegnung vor der Europameisterschaft in Dänemark (3. bis 20. Dezember 2020). Unglaublich wäre die Ausbeute zwar nicht unbedingt, aber sicherlich gut und eine solide Basis für den angestrebten Klassenerhalt.

Mit einem Erfolg in Halle würden die mit 8:8-Punkten auf Rang zehn stehenden Vipers die überraschend auf Platz acht rangierenden gastgebenden Wildcats (9:7) überholen und bis zur geplanten Wiederaufnahme des Spielbetriebs am 27. Dezember (16 Uhr) mit der Partie gegen die TuS Metzingen auf einem einstelligen Platz stehen.

Dorthin zu gelangen, wird aber am Samstag trotz der zwei knappen Siege in der Vorbereitung über Halle und dem souveränen Erfolg im Pokal alles andere als leicht werden. Denn die Gastgeberinnen, die erstmals zu Hause coronabedingt ganz ohne Zuschauer spielen müssen, sind sehr heimstark.

„Sie haben mittlerweile gegenüber uns einen Vorteil in der Breite“, so Bremmer. Sie macht diese Aussage vor allem an der Rückkehr von Sophie Lütke nach ihrem Kreuzbandriss fest. „Sie ist für mich bei Halle die beste Spielerin.“. Die flinke Spielmacherin glänzte im Pokalspiel nach ihrer Einwechslung mit acht Toren. Bremmer hat außerdem großen Respekt vor der kroatischen Torfrau Anica Gudelj, die im Pokal erst zur Pause eingewechselt worden war.

Wildungerinnen wollen hinten besser stehen

„Wir müssen uns in der Abwehr steigern“, fordert die Vipers-Trainerin, die im Innenblock wie zuletzt auf Sabine Heusdens und die im Angriff noch auf ihren Durchbruch wartende Ex-Mainzerin Larissa Platen, „bei der der Knoten platzen muss“, setzt. Im Tor will sich Bremmer nach den Trainingsleistungen zwischen Kapitänin Manuela Brütsch und Lea Schüpbach entscheiden, wobei sie im Hinterkopf die starke Vorstellung des Neuzugangs im Pokal hat.

Auf Linksaußen ist wegen ihrer Abwehrstärke erst einmal Anna-Maria Spielvogel trotz Alina Ottos guter Vorstellung gegen die Kurpfalz Bären erste Wahl. „Halle wird bestimmt etwas galliger rangehen als im Pokal“, sagt Otto und erwartet wie Bremmer „ein spannendes Spiel auf Augenhöhe“.

Bremmer hofft, dass ihre Mannschaft vor der Unterbrechung aufgrund der EM, „noch einmal richtig Gas gibt, obwohl die Mädels platt sind“ und „wir die Pause herbei sehnen“, wie Linkshänderin Jana Scheib zugibt. „Wir wollen unseren Lauf fortsetzen und weiter das schöne Gefühl des Siegens haben“, sagt Bremmer.

Sie findet es „außergewöhnlich, dass wir zu diesem Zeitpunkt der Saison „schon so viele Punkte haben“. Deshalb wäre für sie auch eine Niederlage gegen das Team von Jan-Henning Himborn, der wenige Tage vor der Saison den gerade erst verpflichteten Ex-Kirchhof-Coach Christian Denk als Trainer abgelöst hat, „kein Weltuntergang“.

Gleichzeitig stuft die Niederländerin die Partie aber als „extrem wichtig“ ein, weil sie „Halle wie Oldenburg, Göppingen und uns“ zu den Mannschaften zählt, die darum kämpfen dürften, Relegationsplatz 13 zu vermeiden.

Halle-Trainer Himborn: „Struijs ist herausragend“

Dass das Spiel gegen Oldenburg am vergangenen Samstag wegen einer Coronainfektion einer VfL-Spielerin ausfallen musste, sieht Halle-Neustadts Trainer Jan-Henning Himborn als Nachteil für seine Mannschaft an, weil es so schwer sei, einen Rhythmus zu finden. Drei Wochen zuvor war bereits das Spiel des Erstligaaufsteigers gegen den 1. FSV Mainz 05 noch am Spieltag abgesagt worden, weil die Gäste die vorgeschriebenen Coronatests bis dahin nicht vorliegen hatte.

„Wenn ich gewusst hätte, dass das Oldenburg-Spiel ausfällt, hätte ich im Pokal in Bad Wildungen weniger ausprobiert“, sagt Himborn, der auch Geschäftsstellenleiter bei den Wildcats ist. „Bad Wildungen war im Pokal etwas heißer als wir, während wir träge waren. Wir haben viel zugelassen und wenn man sie spielen lässt, kann Bad Wildungen fast jede Mannschaft schlagen“, sagt der 43-Jährige. Obwohl sein Team auch wegen des kampflosen Sieges gegen Mainz, das trotz gegenteiliger Ankündigung letztlich auf einen Einspruch verzichtete, in der Tabelle vor den Vipers steht, „sind wir nicht Favorit“.

Von einem „50:50-Spiel zweier Mannschaften auf Augenhöhe“, bei dem die Tagesform entscheiden wird, spricht Himborn. Er ist sich diesbezüglich mit HSG-Trainerin Tessa Bremmer einig. Bei den Vipers sieht Himborn Spielmacherin Maxime Struijs als Leistungsträgerin an. „Sie spielt eine herausragende Saison“, sagt er über die Niederländerin.

Trotz des guten Starts „dreht bei uns keiner durch“, sagt Himborn, sodass auch weiterhin erst einmal der Klassenerhalt das Ziel des Neulings ist, der vor der Saison mit Ex-Nationalrechtsaußen Alexandra Mazzucco (Thüringer HC) sowie den dänischen Rückraumspielerinnen Cecilie Woller (Ajax Kopenhagen) und Helena Mikkelsen (VfL Oldenburg) arrivierte Kräfte holte.

Neben den Siegen in den „big-point-Spielen“ gegen Ketsch (29:15) und in Buchholz (20:18) konnte sich Himborn auch über das 25:23 über den Buxtehuder SV und das 24:24 gegen die Neckarsulmer Sport-Union freuen. Dagegen trauert er den vergebenen Punkten beim 24:26 bei Frisch Auf Göppingen noch nach, ist insgesamt aber „zufrieden“, was er auch nach dem Vipers-Spiel noch sein will. jh

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