Vereine wie MT Melsungen, Kassel Huskies und andere wollen in Corona-Krise „mit einer Stimme sprechen“

Gemeinsam in schwierigen Zeiten: Bad Wildunger Vipers wirken mit bei „Teamsport Hessen“

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Im vergangenen Sommer noch Testspielgegner, nun arbeiten Bad Wildungen und Kirchhof zusammen: Hier findet Viper Anna-Maria Spielvogel (Mitte) die Lücke zwischen Sandra Szary (links) und Iva van der Linden.

Handballer, Eishockeyspieler, American Footballer, Basket- und Volleyballer sowie Rollstuhl-Korbjäger – erstmals machen 16 Klubs aus sechs Sportarten gemeinsame Sache.

Bad Wildungen – Der Interessengemeinschaft Teamsport Hessen gehören auch die HSG Bad Wildungen Vipers, die MT Melsungen, die SG Kirchhof und die Kassel Huskies an.

„Es ist wichtig, mit einer Stimme zu sprechen“, sagt Vipers-Geschäftsführer Uwe Gimpel, der vor allem mit Axel Geerken in einem engen Austausch steht. „Es geht uns darum, dass man in dieser schwierigen Situation gemeinsam beim Land Hessen vorstellig wird“, sagt der MT-Vorstand.

Maßgeblich zur Bildung der Interessengemeinschaft beigetragen hat sein Kollege Björn Seipp, der Geschäftsführer der HSG Wetzlar. „Björn ist da sehr emsig“, sagt Gimpel über den Initiator des Krisenbündnisses. Geerken, der früher Geschäftsführer in Wetzlar war, wo seine Schwägerin Ruth Klimpke die Geschäftsstelle leitet, und Seipp pflegen schon seit langer Zeit einen intensiven Kontakt. Zu ihren ersten Unterstützern zählten auch die Basketballer der Gießen 46ers.

Corona-Krise als entscheidender Impuls

„Die Corona-Krise war der entscheidende Impuls, noch mit weiteren Klubs in einen regen Austausch zu treten“, sagt Geerken, der in den vergangenen Jahren einen guten Draht zur Landesregierung aufgebaut hat. „Alle profitieren von dieser Gemeinschaft. Viele Vereine haben ähnliche Probleme.“ Die ranghöchsten Fußball-Teams dagegen hätten andere wirtschaftliche Strukturen und passen so nicht in diese Gruppe.

In regelmäßigen Telefonkonferenzen berichten die Klubverantwortlichen jetzt von ihren unterschiedlichen Erfahrungen. „Dabei geht es vor allem um den Wissenstransfer“, sagt Gimpel. Aber natürlich auch „um die Vorgehensweise bei Soforthilfen und bei weiteren in Aussicht gestellten Finanzhilfen. Ein wichtiges Thema ist aber auch, dass wir unserer Vorbildfunktion nachkommen und uns an alle an die wegen der Coronakrise von Seiten der Regierung aufgestellten Regeln halten“, sagt Gimpel, der sich in der Interessengemeinschaft „sehr wohl fühlt“.

Gibbs: Sitzen alle im einem Boot"

Auch Joe Gibbs freut sich über den neuen Austausch. „Wir sitzen alle in einem Boot, und es wäre schön, wenn wir gemeinsam etwas erreichen könnten“, sagt der Geschäftsführer der Kassel Huskies. Ein guter Anfang sei gemacht, und schon bald werde das jetzt noch nicht so konkrete Projekt mehr Fahrt aufnehmen. „Jeder Austausch über Sportarten hinweg, jede Diskussion über Ideen und Probleme eröffnet jedem Einzelnen neue Perspektiven.“

Vipers-Chef: Uwe Gimpel. Foto: malafo/

Der aus Toronto stammende Manager sieht Kurzarbeitergeld, Abgaben zur Berufsgenossenschaft und Marketingmaßnahmen als wichtige Themen, „aber auch bei Benefizaktionen können wir Sportler als Aushängeschilder von Städten und Regionen vorangehen“. Ausdrücklich bezieht der Eishockeyexperte auch die Amateurvereine mit ein: „Sie leisten in jedem Ort viel wichtige Sozialarbeit und können bei ihrer Krisenbewältigung jede Unterstützung brauchen.“

Renate Denk, die Macherin beim Frauenhandball-Zweitligisten SG  Kirchhof, ist zwar seit drei Jahrzehnten im Geschäft. Dennoch stellt sie jetzt fest: „Wir können viel vom Männerbereich lernen.“

Seipp hatte die SG-Verantwortlichen direkt angesprochen und gefragt, ob sie sich nicht der Interessengemeinschaft anschließen möchte. Da musste Denk nicht lange überlegen: „Die Menschen in diesem Kreis sind top-informiert.“

Zudem ist das Bündnis in Hessen nicht nur für die Krise gedacht. Auch nach Ende der Corona-Pandemie wollen die Klubs gemeinsam Seite an Seite kämpfen. (jh/bjm/sam)

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