Die Nationalspielerin aus Montenegro kommt vom spanischen Erstligisten Mar Alicante nach Bad Wildungen

Jovana Jovovic soll der Joker sein

- In der Vorsaison erreichte die Mittelspielerin mit Alicante die EHF-Cups-Finals, nun soll sie bei der HSG im Rückraum vor allem Ruta Latakaite entlasten.Von Jürgen Heide

Bad Wildungen. Um 12 Uhr stieg Jovana Jovovic in Podgorica in den Flieger. Nachdem sie einige Stunden später in Frankfurt gelandet war, kam die 23-Jährige gerade noch rechtzeitig zum Fototermin der HSG Bad Wildungen, ihrem neuen Verein. Bei den Vipers soll die 1,76 Meter für Entlastung im Rückraum sorgen. „Ich bin froh, dass sie da ist und die Mannschaft bis auf Torfrau Lina Trenoska nun endlich komplett ist“, freute sich Søren Jeppesen. Am Donnerstag hatte der Trainer die 19-jährige Slowakin Patrizia Puskasova (Plastika Nitra) als weitere Rückraumalternative erhalten, wobei die Linkshänderin aber vorwiegend beim Oberligisten Rotenburg/Baumbach/Bebra spielen soll.

Während die Mazedonierin Trenoska wegen Visumsproblemen noch immer in ihrer Heimat festsitzt und in zwei Wochen in Deutschland erwartet wird, hofft Jeppesen, dass die mit einem Touristenvisum eingereiste Montenegrinerin Jovovic bis zum ersten Spiel am 10. September (19 Uhr) gegen Vizemeister Buxtehuder SV eine Arbeitserlaubnis hat und damit spielberechtigt ist.

Durch den gestrigen Rückzug der insolventen SG Kickers-Sindelfingen, die als erster Absteiger gewertet wird, wird die 1. Bundesliga nur mit elf Mannschaften spielen, so dass die Vipers als vorgesehener Auftaktgegner der SG am nächsten Wochenende spielfrei haben. Dies kommt ihnen entgegen, da sie so noch eine Woche mehr Zeit haben, um die nötigen Papiere für Trenoska und Jovovic zu besorgen.

„Jovana hat zuletzt auf einem hohen Level Handball gespielt“, sagt Jeppesen über die 15-fache Nationalspielerin, die in der vergangenen Saison für den spanischen Erstligisten CM Mar Alicante aktiv war. „Ich hatte ein sehr gutes Jahr dort“, blickt die schwarzhaarige Spielmacherin zurück, nachdem sie mit dem Team von der Costa Blanca Vierter in der Meisterschaft und Vizepokalsieger wurde. Im EHF-Cup musste sich ihre Mannschaft erst in den Finalspielen dem ungarischen Spitzenteam Ferencváros Budapest geschlagen geben. Jovovic gelangen in den beiden Endspielen Anfang und Mitte Mai insgesamt fünf Tore.
Weil aber danach alle ausländischen Spielerinnen den Club verließen, beschloss auch die in der montenegrinischen Hauptstadt Podgorica aufgewachsrene Regisseurin Alicante den Rücken zu kehren. „Ich habe überlegt, ob ich nach Dänemark oder nach Deutschland wechseln soll. Aber da alle Landsleute, mit denen ich gesprochen habe, nur Gutes von Deutschland erzählt haben, wollte ich hierher“, sagt die gut Englisch, aber kein Deutsch sprechende Jovovic. So sagte die neue Nummer neun der HSG Aarhus, Odense und noch einem weiteren dänischen Erstligisten ab und kam auch durch ihren dänischen Berater nach Bad Wildungen.

„Ich bin etwas spät dran. Aber ich hoffe, dass mich die anderen Spielerinnen dennoch akzeptieren“, sagt Jovovic. Auch weil sie flexibel einsetzbar ist, „bis auf die Kreisposition und im Tor kann ich überall spielen“, könnte die aus der Jugend des Champions-League-Halbfinalisten von 2010, ZRK Buducnost Podgorica, stammende Jovovic der Joker sein, welcher der HSG noch gefehlt hat, die gestern in der Sparkasse in Bad Wildungen ihr neues Team vorstellte.

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