Bundesliga: HSG Bad Wildungen will FHC Frankfurt/Oder zumindest ärgern

Kampf wie gegen Koblenz liefern

+

Bad Wildungen - Trotz der nahezu aussichtslosen Lage im Kampf gegen den Abstieg, „die wir nicht thematisieren“, so Trainer Karsten Moos, möchten die Vipers den Siebten überraschen.

„Unser Ziel ist es, die Leistung aus dem Spiel gegen Koblenz zu wiederholen und so die Zuschauer und Sponsoren mitzureißen, damit sie zufrieden nach Hause gehen“, sagt Moos. Daran, dass die HSG die Oderstädterinnen in der vergangenen Saison im Januar 2012 zu Hause noch mit 32:30 besiegen konnte, will er aber nicht denken. „Damals hatten wir noch ganz andere personelle Voraussetzungen“, sagt der Vipers-Trainer. So erzielte die Rückraumreihe der HSG mit Ruta Latakaite (mittlerweile Leverkusen, neun Tore), Cristina Mihai (Kirchhof, sieben) und Sabine Heusdens (fünf) gegen den FHC zusammen 23 Tore, wobei von dem Trio morgen (19 Uhr, Ense-Halle) nur noch die Letztgenannte das Vipers-Trikot trägt.

FHC auswärtsschwach

Da die kommenden Gegner des Erstligaschlusslichts aber eher schwerer zu bezwingen sein werden als die auswärtsschwachen Frankfurterinnen, die am Mittwochabend in Leipzig mit 20:31 unter die Räder kamen und nur in Koblenz (35:21) punkten konnten, dürften die Gastgeberinnen gegen den FHC wohl eine der letzten Chancen auf Zähler in der Eliteliga haben.

„Das Spiel gegen Frankfurt wird eine schwere Aufgabe für uns, weil der FHC über sehr viel Routine und einen sehr guten Rückraum verfügt“, sagt Moos. Weil die Aufbaureihe der Ostdeutschen „viel variabler“ als die von Koblenz sei, gegen das die Vipers sich nach einem großen Kampf mit 24:25 geschlagen geben mussten, sieht der 30-Jährige die Chance auf eine Überraschung kleiner.

„Wir müssen besonders auf Franziska Mietzner, Anne Jochin und Christine Beier aufpassen“, sagt der Bad Wildunger Trainer und hofft, dass die kurze Spielvorbereitung des Siebten ein Vorteil für sein Team werden könnte, zumal die Mannschaft von Trainer Dietmar Schmidt in der Ense-Halle ihre fünfte Partie in 14 Tagen bestreiten muss.

In der Vergangenheit ragte bei den Gästen stets Mietzner, die Torschützenkönigin der vergangenen beiden Spielzeiten, heraus. Moos hofft, dass sein Team die hochaufgeschossene Halblinke mit der herkömmlichen 6:0-Deckung, „wir müssen aktiv raustreten“, in den Griff bekommt, wobei auf die halbrechte Deckungsspielerin Annika Busch Schwerstarbeit zukommen wird. Sollte dies nicht der Fall sein, dürfte Busch die Nationalspielerin kurz decken.

„Wir müssen den Frankfurter Angriff als Kollektiv in den Griff bekommen. Wenn die anderen Spielerinnen nur zwei Tore werfen, kann Mietzner von mir aus zehn machen“, sagt Moos, der auf die gleichen zwölf Handballerinnen wie beim 22:34 in Metzingen zurückgreifen kann, da das A-Jugend-Spiel gegen Vellmar verlegt wurde.

Wie in Metzingen will Moss gegen „die sehr kompakte 6:0-Abwehr“ des FHC mit der gelernten Linksaußen Miranda Robben auf der Mitte beginnen, die wenn nötig von Kreisläuferin Tessa Cocx und Linksaußen Alina Otto abgelöst werden soll.

Für Entlastung auf den Halbpositionen im Rückraum sollen auch wieder die A-Jugendlichen Andrea Mertens (halblinks) und Simona-Maria Cipaian (halbrechts) sorgen. „Wir müssen im Angriff unsere Chancen eiskalt nutzen“, sagt Moos, der hofft, dass sein kleiner Kader, dem in Metzingen die Kraft ausging, dieses Mal nicht in konditionelle Schwierigkeiten gerät. „Im Hinspiel hatten wir einen Einbruch, der typisch für die Hinrunde war“, sagt der Coach über die 21:25-Niederlage, bei der Torfrau Julia Gronemann gut hielt, sodass sie wohl auch deshalb morgen wieder beginnen dürfte.

Nach der im letzten Moment abgewendeten Insolvenz gibt es hinsichtlich eines neuen Geschäftsführers und Vertragsverlängerungen mit wichtigen Spielerinnen immer noch keine Neuigkeiten, wobei gerade beim Letzterem den Vipers schon bald die Zeit davonlaufen könnte.

Das könnte Sie auch interessieren