Die Blombergerin Xenia Smits über ihre Rückkehr nach Bad Wildungen und ihre Einbürgerung

„Es ist ein komisches Gefühl“

- 17-Jährige nun nach 16 Kurzeinsätzen und neun Toren in der abgelaufenen Runde die Nummer eins auf Halblinks.

Von Jürgen Heide

Blomberg. Dass die HSG Blomberg-Lippe ihren Etat von 800 000 Euro nach dem Ausstieg von Hauptsponsor Heristo um 350 000 Euro abspecken musste und daraufhin die Nationalspielerinnen Katja Langkeit (Buxtehude), Nadine Krause (Leverkusen) und Saskia Lang (Leipzig) den Viertelfinalisten der Vorsaison verließen, kam Xenia Smits zugute, weil die halblinke Rückraumposition zuvor von den beiden Letztgenannten besetzt war. So ist die 17-Jährige nun nach 16 Kurzeinsätzen und neun Toren in der abgelaufenen Runde die Nummer eins auf Halblinks. „Dass sie mit 17 schon Stammspielerin auf Rückraum links ist und im Abwehrmittelblock deckt, sagt eine Menge über ihre Qualität aus. Die Leistung, die sie in diesem Alter bringt, ist sensationell“, lobt Trainer Andre Fuhr die Belgierin in höchsten Tönen, die von 2008 bis 2010 im Bad Wildunger Handball-Nachwuchsleistungszentrum lebte und vor rund 16 Monaten mit der A-Jugend der HSG den dritten Platz beim Final Four Turnier um die deutsche Meisterschaft in der Ense-Halle holte. Heute Abend (19 Uhr) kehrt die 1,82 Meter große Handballerin mit Blomberg zum Erstligaspiel bei den Vipers an ihre alte Wirkungsstätte zurück.

l Frau Smits, was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie an das Spiel in Bad Wildungen denken?

Es ist schon ein komisches Gefühl, nach Bad Wildungen zu kommen und gegen die HSG zu spielen.

l Haben Sie noch Kontakte nach Bad Wildungen?

Ja, zu Sarah Amberg und meiner kleinen, 13 Jahre alten Schwester Aaricia, die seit dieser Saison in der B-Jugend der HSG spielt.

l Wieso haben Sie die HSG verlassen?

Blomberg hat mir ein Angebot gemacht und auch das Probetraining hat mir dort sehr gut gefallen. Zudem spielt dort die zweite Mannschaft in der 3. Liga, so dass der Sprung in die erste Liga nicht so groß ist. Ich habe in der letzten Saison in der A-Jugend gespielt, mit der wir Dritter bei der deutschen Meisterschaft geworden sind, während wir mit der Zweiten in der 3. Liga Ost Meister wurden. Auch wenn ich in der Vorsaison insgesamt wohl gerade auf 60 Minuten in der Ersten gekommen bin und dort vor allem mittrainiert habe, habe ich meine Entscheidung nicht bereut.

l Haben Sie den Bad Wildunger Weg weiter verfolgt?

Ja, ich wusste, dass sie eine richtig gute Mannschaft haben und habe mich gefreut, dass sie aufgestiegen sind, was gegen Bensheim nicht so leicht war.

l Was erwarten Sie heute Abend?

Das wird auf jeden Fall kein leichtes Spiel für uns. Bad Wildungen hat in Frankfurt/Oder sehr gut gespielt. Ich denke, dass sie für viele Überraschungen sorgen können und einen Mittelfeldplatz belegen werden. Unsere Chancen in der Ense-Halle sind schwer einzuschätzen.

l Auch Blomberg hat das Ziel Klassenerhalt, oder?

Ja, wir haben eine ganz junge Mannschaft. Mit unseren 5:3-Punkten sind wir nach den Heimsiegen über Celle und Trier auch deshalb zufrieden, weil wir nicht erwartet haben, dass wir in Göppingen einen Punkt holen.

l Stimmt es, dass Sie sich in Deutschland einbürgern lassen wollen?

Ja, das liegt auch daran, dass es in Belgien gar keine Handballnationalmannschaft gibt. Das Verfahren läuft. Die Entscheidung war aber nicht einfach für mich, sondern ein großer Schritt. Mein Ziel ist die Juniorennationalmannschaft, aber zunächst einmal das Jugendnationalteam.

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