Nur Mihai und Torfrau Diener halten Vipers beim 26:33 gegen Oldenburg länger im Spiel

Meist einen Schritt zu spät

- Bad Wildungen. (jh) Die Heimpremiere von Trainer Markus Berchten ist missglückt. Die Bad Wildungen Vipers verloren mit 26:33 (15:19) gegen den VfL Oldenburg. Nach 10:18-Rückstand kämpften sich die Vipers, gestützt auf Torfrau Petra Diener, auf 25:27 heran, bevor die Gäste doch noch souverän siegten.

Als die eingewechselte Andrea Willimann mit ihrem dritten Tor zum 25:27 traf, keimte bei den 850 Zuschauern in der Ense-Halle Hoffnung auf, dass die HSG nach dem Coup in Leverkusen die nächste Überraschung schaffen könnte. Doch diese währte nicht lange. Nachdem Sabine Heusdens mit einem Notwurf und Ruta Latakaite mit einem Fangfehler es verpassten, die Vipers noch näher heranzubringen, zog der VfL locker davon. Spätestens nach dem 26:30 durch Lois Abbingh (50.) war klar, dass die Gäste mit beiden Punkten die Heimreise antreten würden. „Wir haben nach dem 25:27 zwei Chancen liegen gelassen und es zu sehr mit der Brechstange versucht, während Oldenburg dann die Partie routiniert runtergespielt hat“, analysierte HSG-Trainer Berchten. Die Vipers hatten bei seiner vom Ergebnis her missglückten Heimpremiere wacker gekämpft. „Aber Oldenburg war einfach gut, deshalb brauchen wir uns nicht zu schämen“, bilanzierte Petra Diener treffend. Mit allein zwölf ihrer 17 Paraden nach dem Wechsel hatte die Keeperin ihr Team im Spiel gehalten, nachdem die Vipers nach 25 Minuten schon mit 10:18 zurückgelegen hatten. Aber auch mit Dieners Glanztaten reichte es für die Gastgeberinnen nach dem 15:19-Pausenstand nur zum 16:19 (32.) und 17:20 (35.), ehe der VfL es wieder bis zum 26:19 (45.) sehr deutlich machte. Auch in dieser Phase war das Oldenburger Spiel zu schnell für die Vipers, womit sich Berchtens Befürchtung, „dass uns der Stil des VfL nicht liegt“, endgültig bewahrheitete. „Wir sind oft einen Schritt zu spät bekommen“, bekannte der neue HSG-Coach und gab auch zu, dass die Vipers in der Abwehr „den Spielfluss des VfL nicht stoppen konnten“, während dies den Gästen auf der Gegenseite gut gelang. Tessa Cocx bekam so am Kreis nur wenig Anspiele aus dem Rückraum. Aus der Aufbaureihe war nur Cristina Mihai richtig gut aufgelegt, während Latakaite sowie Heusdens eine durchschnittliche Angriffsleistung zeigten und Marinda van Cappelle, die erneut für Heusdens in der Startsieben stand, hier kein Faktor war. Berchten: „Oldenburg hat phasenweise herrlichen Angriffshandball gespielt.“ Immer wieder suchten die körperlich unterlegenen VfL-Spielerinnen die Lücke und fanden sie auch; oft durch Kreisläuferin Wiebke Kethorn. So lag die HSG einzig beim 5:4 (8.) in Front, während auch die für Julia Gronemann nach zwölf Minuten eingewechselte Diener den VfL-Express nicht stoppen konnte, sodass Berchten nach 16 Minuten beim Stand von 6:11 die grüne Auszeitkarte auf den Zeitnehmertisch legte. Doch auch damit konnte der Nachfolger des beurlaubten Trainers Søren Jeppesen, der das Spiel in der ersten Zuschauerreihe verfolgte, Oldenburg nicht aufhalten. „Sie haben viel schneller als Leverkusen gespielt und waren einfach besser als wir“, erkannte auch Mihai. Mit ihrer schnellen Beinarbeit habe die VfL-Abwehr ihr Team „zu Fehlern provoziert“, fügte die Rumänin an und ärgerte sich, „dass wir nach dem 25:27 ein paar Fehler gemacht haben“. Zu diesem Zeitpunkt konnten die HSG-Fans noch hoffen, weil Oldenburg in einigen Phasen die Partie zu locker genommen hatte. „Wir haben das Spiel mental zu früh abgehakt“, ärgerte sich VfL-Trainer Leszek Krowicki über die fast noch verspielte 18:10-Führung. Doch insgesamt durfte der Pole mit seinem hoch talentierten Team, in dem die elffache Torschützin Angie Geschke mit mehreren erfolgreichen Versuchen aus zehn Metern und auch einem artistischen Treffer nach einem Kempa-Trick glänzte, hochzufrieden sein. Dagegen erhielt die Euphorie bei der HSG nach dem Coup in Leverkusen erst einmal einen Dämpfer, an dem auch Berchten nichts ändern konnte.

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