Handball-Zweitligist Bad Wildungen gastiert in Nellingen

Miranda Robben hilft dem Team von draußen

+
Bekam in den vergangenen Spielen bereits mehr Spielzeit als zuvor, jetzt soll sie Miranda Robben auf der Linksaußen-Position vertreten: Johanna Stockschläder.

Bad Wildungen - Favorisiert gehen die Zweitliga-Handballerinnen der HSG Bad Wildungen in die Partie am Samstag bei den Nellinger "Hornissen". Für die Vipers gilt es, das Fehlen der schwangeren Spielführerin Miranda Robben bestmöglichst zu kompensieren.

Im Hinspiel gegen die Schwaben Hornets traf Miranda Robben kurz vor Schluss zum 29:29-Endstand und rettete ihrem Team damit in einer mäßigen Partie zumindest einen Punkt. Am Samstag wird sich die Geschichte nicht wiederholen: Zum einen wollen die Vipers diesmal mehr als ein Unentschieden beim aktuellen Tabellensiebten erreichen, zum anderen wird Robben ganz sicher kein Tor erzielen: Die 27-Jährige ist schwanger und wird voraussichtlich bis Ende des Jahres pausieren.

In Bad Wildungen freuen sich alle für die Niederländerin und ihren Lebensgefährten, HSG-Physiotherapeut Thomas Schmidt. Sportlich ist das Fehlen der Linksaußen-Spielerin aber natürlich ein herber Verlust für den Tabellenführer und nur schwer zu kompensieren. „Mit ihren Fähigkeiten und ihrer Erfahrung ist sie nicht einfach so zu ersetzen“, weiß Karsten Moos. Der Trainer ist jedoch überzeugt: „Wir haben die Qualität im Team, um trotzdem gegen jeden Gegner zu bestehen.“ Und außerdem sei Robben nicht aus der Welt: „Sie wird dabei sein und das Team von außen unterstützen.“

Vertrauen in Stockschläder

Das könnte vor allem Johanna Stockschläder helfen, die voraussichtlich auf Robbens Position rücken wird. Die 19-Jährige bekam bereits in den vergangenen Partien mehr Spielzeit und überzeugte dabei. „Sie hat ihre Sache sehr gut gemacht und wird auch in Nellingen keine Probleme haben“, ist Moos überzeugt.

Bis auf Robben stehen Moos wohl alle Spielerinnen zur Verfügung. „Alle haben gut trainiert und sind fit“, versichert der Coach, der im Hinspiel noch auf die Schweizer Torfrau Manuela Brütsch und die Österreicherin Romana Grausenburger, die mit ihren Nationalteams unterwegs waren, verzichten musste. Nicht nur, weil die beiden Spielerinnen diesmal mitwirken können, erwartet Moos ein anderes Spiel als in der Hinserie: Damals machten die Bad Wildungerinnen aus einem 26:29-Rückstand in weniger als zwei Minuten Restspielzeit noch ein Remis. Aufgrund des Spielverlaufs war die Freude über den Punkt groß; die Leistung - gerade in der Offensive - war jedoch enttäuschend. Am Samstag, so fordert Moos, müsse im Angriff zielstrebiger agiert werden: „Wir müssen den Ball gut laufen lassen und Lücken reißen. Dann werden wir unsere Tore machen.“ Ihm ist bewusst: Mit 557 Gegentreffern in 19 Spielen - im Schnitt fast 30 pro Partie - haben die „Hornissen“ eine der schwächsten Defensiven in der Liga. Das gilt es zu nutzen.

Starke Nellinger Offensive

Allerdings haben die Nellingerinnen auch schon 560-mal getroffen - so oft wie keine andere Mannschaft in der Liga. „Sie sind sehr ballsicher geworden und spielen inzwischen mit hohem Tempo“, hat Moos eine Entwicklung beim Gegner ausgemacht. Hingegen agiere der TV weniger aus der Distanz, wo das meiste über die rechte Rückraumspielerin Daniela Stratmann laufe. Der Trainer hofft, dass sein Team an die starke Abwehrleistung beim 31:23-Sieg über Borussia Dortmund anknüpfen wird: „Wir müssen in der Deckung kompakt stehen, dann werden die Gegenspielerinnen Probleme bekommen“, ist er überzeugt. Gegen den BVB habe zudem das Umschaltspiel sehr gut geklappt. Moos wünscht sich eine Wiederholung: „Nach Ballgewinnen muss es schnell nach vorne gehen. Wir müssen die Kontertore machen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare