Cristina Mihai nach Diagnose niedergeschlagen

„Mist, das blöde Band ist durch“

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Bad Wildungen - „Die Runde ist für sie durch“, sagt Trainer Markus Berchten, der die Bad Wildunger Torjägerin über die Saison hinaus „unbedingt halten will“.

Als bei Cristina Mihai das Handy klingelte, wurde die schlimme Befürchtung Gewissheit: Ihr Arzt, der Frankenberger Orthopäde Dieter Wagner, teilte ihr mit, dass sie wegen eines Syndesmosebandrisses im rechten Sprunggelenk operiert werden muss.

Nachdem auch der Kasseler Orthopäde Dr. Gerd Rauch, „er hat mich vor zwei Jahren erfolgreich am Meniskus operiert“, für einen sofortigen Eingriff plädierte, entschloss sich die halbrechte Rückraumspielerin, diesen im Frankenberger Krankenhaus durchführen zu lassen. „Es gibt keine andere Lösung, da das blöde Band durch ist“, sagte Mihai, die sich die Verletzung in der 17. Minute des Pokalachtelfinales gegen Celle zugezogen hatte. Nachdem sie danach bis zum Wechsel pausiert hatte, spielte die Linkshänderin mithilfe eines Tapeverbandes nach der Pause weiter.

„Ich hatte zwar ein Knacken gehört, nachdem Desiree Comans auf meinen Fuß gefallen war, aber ich habe, wohl weil mein Fuß noch warm war, den Schmerz kaum gemerkt“, sagte die Rumänin, deren Beschwerden sich erst nach dem Spiel verschlimmerten. Trotzdem hielt sie sich am nächsten Tag noch mit einer 75-minütigen Einheit auf dem Fahrrad fit, bevor sie die niederschmetternde Diagnose bekam. „Die Ärzte haben gesagt, dass ich zwei bis drei Monate pausieren muss“, erzählt Mihai, sodass sehr vieles darauf hindeutet, dass sie weder am Ende der Hauptrunde (13. April) noch im Playoff-Viertelfinale (21./25.April) oder in der Pokalendrunde (28./29. April) spielen kann.

„Das Band wird jetzt erst einmal mit einer Schraube fixiert, die dann nach sechs Wochen wieder entfernt wird“, sagt ­Mihai, die noch etwas Hoffnung hat, dass sie „Ende April“ wieder spielen kann. Dagegen geht Trainer Markus Berchten davon aus, „dass die Runde für sie durch ist“ und die HSG ohne ­ihre wichtigste Spielerin bis zum Saisonende auskommen muss. Wegen der gleichen Verletzung verpasste Michael Ballack die WM 2010 in Südafrika und gab erst nach über drei Monaten sein Comeback.

Das Syndesmoseband ist das wichtigste Band im Sprunggelenk, das Schienbein und Wadenbein zusammenhält. „Ich muss operiert werden, weil mir sonst die Stabilität im Fuß fehlt“, sagt Mihai, die die niederschmetternde Diagnose verständlicherweise mitgenommen hat. „Das ist echt Mist“, sagt die Linkshänderin auch im Hinblick auf ihre im Oktober begonnene Ausbildung als Physiotherapeutin. I

„Eigentlich wollten wir mit ihr Vertragsgespräche führen. Ich hoffe nun, dass sie zur neuen Saison wieder fit ist“, sagt Berchten, der die routinierte Torjägerin „unbedingt halten will. Ich denke, dass sie auch bleiben will. Die Frage ist, ob sie mit unserem finanziellen Angebot zufrieden ist.“ Berchten weiß, dass er Mihais Ausfall „nicht kompensieren“ kann und deswegen auch eine „große Niedergeschlagenheit“ in der Mannschaft festgestellt hat. Auch weil alle Beteiligten wissen, dass ohne die Tore der Ex-Weltmeisterin, die in dieser Saison 7,3 Treffer im Schnitt erzielte, die Ziele Playoff-Teilnahme und Pokalendrunde „unheimlich schwierig“ zu erreichen sein werden, wie der Coach zugibt.

„Wir waren zuletzt auch deshalb so erfolgreich, weil wir nicht berechenbar waren, da wir auf allen Rückraumpositionen viel Qualität hatten. Jetzt sind wir berechenbarer“, weiß Berchten, der deshalb froh ist, „dass wir schon die nötigen Punkte für den Klassenerhalt geholt haben, denn wenn wir erst fünf Zähler hätten, würde der Abstiegskampf für uns noch einmal losgehen.“ Bis zum Spiel in Celle (18. Februar) will er nun viel experimentieren, um die beste Alternative für die im Angriff unersetzbare Linkshänderin, „sie hat Verantwortung übernommen und mit ihrer unnachahmlichen Art Tore gemacht, wenn wir diese dringend gebraucht haben“, zu finden.

Dabei kann er frühestens am Saisonende auf die zweite gelernte Halbrechte Patricia Puskasova (Schulteroperation) zurückgreifen. Robben in Celle dabei So könnte Rückkehrerin Esther Meyfarth ebenso auf halbrechts aushelfen wie Ersatzspielmacherin Jovana Jovovic, wenn Markus Berchten Spielmacherin Ruta Latakaite und die Halblinke Sabine Heusdens auf ihren angestammten Positionen lassen will. Selbst eine Variante mit Kreisläuferin Tessa Cocx auf der Mitte, Latakaite auf halbrechts und Andrea Willimann am Kreis ist nicht ausgeschlossen. Als gute Nachricht kann Berchten vermelden, dass Miranda Robben (Bänderdehnung und Knochenquetschung) in Celle wohl spielen kann.

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