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Mutige Abwehr schlecht gespielt: Wildunger Vipers unterliegen Buxtehude 28:40

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Eine andere Kragenweite: Die Buxtehuderinnen Maxi Mühlner (links) und Isabelle Dölle geben Anika Hampel (Wildungen) tatkräftig zu verstehen, dass es hier für sie nicht weitergeht. Buxtehude landete gegen die Vipers wieder einen Kantersieg: 40:28.
Eine andere Kragenweite: Die Buxtehuderinnen Maxi Mühlner (links) und Isabelle Dölle geben Anika Hampel (Wildungen) tatkräftig zu verstehen, dass es hier für sie nicht weitergeht. Buxtehude landete gegen die Vipers einmal mehr einen Kantersieg: 40:28. © malafo

Bad Wildungen – Es war ein Handballspiel wie ein Orkan Von einem ruhigen Aufbauspiel hielten die Handballerinnen der HSG Bad Wildungen Vipers und des Buxtehuder SV reichlich wenig.

Balleroberung und ab ging die Post nach vorn, zwischen Ballgewinn und Torwurf lagen auf oft nur wenige Sekunden. So ging es ständig hin und her. Den längeren Atem und das bessere Durchsetzungsvermögen hatten in diesem intensiven Bundesligaspiel die Gäste, die aber erst Mitte der zweiten Halbzeit davonzogen und so noch einen deutlichen 40:28-Sieg (20:22) erreichten.

„Es war ein sehr interessantes Handballspiel“, sagte der Buxtehuder Trainer Dirk Leun erfreut, aber seine Kollegin von den Vipers, Tessa Bremmer, war nach dem Schlusspfiff bedient: „Wir haben in der Abwehr sehr schlecht verteidigt und auch unsere Torhüterinnen haben einen katastrophalen Tag erwischt.“ Die Trainerin hatte sich nach dem wichtigen Sieg in Zwickau das befreit aufspielen von ihrem Team anders vorgestellt.

Vipers stellen ungewöhnliche 3:3-Defensive

Allerdings hatte Bremmer ihrer Defensive auch eine schwere Aufgabe mit auf die Platte gegeben. Da der Buxtehuder Rückraum körperlich sehr stark und treffsicher unterwegs ist, stellte Bremmer eine ungewöhnliche 3:3-Abwehrformation. „Das hat aber gar nicht geklappt, unsere Abwehrspielerinnen waren nie konsequent am Wurfarm der Schützin, das müssen sie dann schon sein bei solch einer offenen Deckung.“

Bremmer sah auch keinen Anlass wieder auf das 6:0-System zurückzugehen: „Wenn die aus zwölf Meter schon Tore werfen können wie sie wollen, dann fällt es ihnen bei acht Meter ja noch leichter.“ Ein wenig war es auch das Spiel Vipers gegen Annika Lott, denn die Buxtehuder Rückraumspielerin ließ die Wildunger Abwehr mehrfach wie Luft aussehen und warf allein zwölf Tore.

Vipers zeigen zwei Gesichter

Die Vipers hatten in diesem unterhaltsamen Spiel aber zwei Gesichter. Denn die rund 220 Zuschauer in der Halle der Edertalschule sahen auch eine Vipers-Mannschaft, die vor allem in der Offensive und auch von ihrer kämpferischen Einstellung dem Tabellendritten alles abverlangte.

Angeführt von einer stark aufspielenden und treffsicheren Munia Smits hielten die Vipers bis zur zehnten Minute die Führung, die wechselte erst beim 6:7 durch den verwandelten Siebenmeter von Meret Ossenkopp (13.) an die Gäste, die sie dann aber auch nicht mehr abgaben.

Buxtehude spielte phasenweise sehr souverän, aber immer wenn sie ein wenig in ihrer Intensität nachließen, machten die Vipers ihrem Namen alle Ehre und bissen schnell und giftig zu. 13:19 lagen sie hinten und es waren bis zur Halbzeit noch vier Minuten zu spielen. Als die vorbei waren stand es nur noch 17:20. Und die beste Phase der Wildungerinnen sollte erst noch kommen.

Nach der Halbzeit mal kurz an Sieg gedacht

Nach dem Wechsel bespielten Smits & Co. bis zur 40. Minute die Norddeutschen mit so viel Druck und Willensstärke, dass sogar Trainerin Bremmer wieder daran geglaubt hat, dass hier durchaus eine Überraschung drin war. Auch der Buxtehuder Coach lobte die Wildungerinnen für ihren Einsatz. „Am Anfang der Saison hätten wir dieses Spiel vielleicht verloren, aber mittlerweile steckt so viel Selbstvertrauen in meiner Mannschaft, dass sie negative Phasen einfach überspielt.“

Doch die Vipers konnten dieses hohe Niveau nicht halten, es mehrten sich die technischen Fehler auch im Angriff und die Defensive wollte an diesem Tag einfach nicht mehr besser werden. Bremmer kritisierte vor allem, dass ihre Spielerinnen als Wiederholungstäterinnen aufgetreten seien. „Buxtehude hatte ein paar Lösungen gegen uns gefunden, die zu oft geklappt haben, etwa das schnelle Absetzen der Kreisläuferin, das darf einmal höchstens zweimal klappen, aber nicht sieben Mal. Das müssen wir sehen und etwas dagegen setzen.“

Die Luft war bei den Wildungerinnen ab der 44. Minute raus, beim Stand von 26:29 gelang ihnen acht Minuten lang kein Treffer mehr und die Buxtehuderinnen waren in dieser Zeit achtmal erfolgreich. Dann ließen auch sie es langsamer angehen. Der Sturm von einem Handballspiel flachte nun ab. (rsm)

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