Vipers-Kreisläuferin bei WM-Playoffs dabei

Nachnominiert: Maxi Mühlner hofft auf Debüt im Nationalteam

Neue Ziele: Die Bad Wildunger Kreisläuferin Maxi Mühlner (Mitte) hofft auf ihr internationales Debüt. Hier hat sie im Spiel gegen Halle-Neustadt Helena Mikkelsen versetzt, hinten SV-Spielerin Marija Gudelj.
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Neue Ziele: Die Bad Wildunger Kreisläuferin Maxi Mühlner (Mitte) hofft auf ihr internationales Debüt. Hier hat sie im Spiel gegen Halle-Neustadt Helena Mikkelsen versetzt, hinten SV-Spielerin Marija Gudelj.

Vipers-Kontingent verdoppelt: Mit Annika Ingenpaß und Maxi Mühlner stehen gleich zwei Bad Wildunger Handballerinnen in Portugal vor ihrem Debüt in der deutschen Nationalmannschaft.

An diesem Samstag könnte es soweit sein. Denn die beiden Kreisläuferinnen zählen zum 17-köpfigen Kader von Deutschlands Bundestrainer Henk Groener für das Playoff-Qualifikationshinspiel in Luso (21.30 Uhr, sportdeutschland.tv) zur Weltmeisterschaft im Dezember in Spanien.

Mühlner war wegen einer Fußverletzung von Stammkreisläuferin Luisa Schulze (SG BBM Bietigheim) für den Lehrgang in Frankfurt nachnominiert worden, sodass der niederländische Coach 16 Spieler um sich versammelt konnte. Als zweite Linksaußen berief er gestern dann nach Selina Kalmbach (Neckarsulmer Sport-Union) noch Ex-Viper Johanna Stockschläder (Borussia Dortmund). Die Dortmunderin hatte sich bis Mittwoch wegen positiver Coronafälle in ihrem Team noch in Quarantäne befunden,

Mühlner: „Genieße es, beim Nationalteam zu sein“

Aus seinem nun 17 Spielerinnen zählenden Aufgebot muss Groener vor der Partie in Portugal noch eine Akteurin streichen. Das könnte Mühlner, aber auch eine Rückraumkraft wie Lena Degenhardt (TuS Metzingen) sein. Schulze, deren Einsatz sich erst vor Ort entscheidet, hat indes am Donnerstag erstmals wieder mit der Mannschaft trainiert. „Es wäre megacool, wenn ich in Portugal im Kader stehen und spielen würde. Damit würde für mich ein Traum in Erfüllung gehen“, sagte Mühlner über ein mögliches Länderspieldebüt „aus dem Nichts“.

Die gebürtige Leipzigerin hatte beim vorangegangenen Lehrgang des Nationalteams im März in Bensheim noch in Reserve gestanden und zuvor mit der HSG-Halbrechten Jana Scheib am Regionallehrgang für Perspektivspielerinnen Anfang März in Kaiserau teilgenommen. „Es ist toll, dass ich mit nach Portugal fliege, denn bis zum Mittwoch bin ich noch davon ausgegangen, dass ich am Donnerstag wieder nach Hause fahren würde“, sagte Mühlner, die mit der deutschen U17 bei der Europameisterschaft 2017 in der Slowakei den Titel geholt hatte.

„Ich schaue jetzt mal, was passiert. Ich genieße es beim Nationalteam zu sein. Ich bin hier super aufgenommen worden und die Woche hat echt Spaß gemacht. Ich denke auch, dass ich meine Chance gut genutzt habe“, sagte die zur kommenden Saison zum Vipers-Ligakonkurrenten Buxtehuder SV wechselnde Mühlner. Bis zu Schulzes Rückkehr beim Lehrgang war sie die Nummer zwei am Kreis hinter ihrer Teamkollegin Ingenpaß.

Abi noch im Hinterkopf

Die Abiturientin wandelt nun auf den Spuren ihrer Mutter Kerstin, die insgesamt 210 Länderspiele für die DDR und das gesamtdeutsche Team bestritt. Vater Frank, Ex-Trainer von Frauen-Zweitligist HC Rödertal, war ebenfalls DDR-Nationalspieler.

Dass die deutschen Handballerinnen in der Sportschule des Deutschen Olympischen Sportbundes in Frankfurt in Einzelzimmern untergebracht sind, kommt Maxi Mühlner entgegen. „So kann ich die freie Zeit zum Lernen nutzen“, sagte die Schülerin des Wildunger Gustav-Stresemann-Gymnasiums – für sie stehen ab nächsten Donnerstag die schriftlichen Abi-Prüfungen in Sport, Englisch und Ethik auf dem Plan.

Deshalb wäre ein anderer Zeitpunkt ihres möglichen Länderspieldebüts besser für sie gewesen, aber eine Absage stand für Mühlner nach Groeners Anruf nie zur Debatte. „So eine Chance konnte ich mir doch nicht entgehen lassen“, sagte die 1,78 Meter große Kreisläuferin. Die zählt zum Elitekader der besonders geförderten deutschen Nachwuchsspielerinnen und hofft nun auf ihre Premiere im A-Team in Portugal. (Jürgen Heide)

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