HSG Bad Wildungen will Vizemeister Buxtehuder SV bei Erstliga-Debüt überraschen

Nicht zu viel Respekt zeigen

- Gegen die „Klassemannschaft“, so Søren Jeppesen, setzt der neue HSG-Trainer auch auf Rechtsaußen Annika Busch und Julia Gronemann im Tor.Von Jürgen Heide

Bad Wildungen. „Nein“, sagt Jeppesen, „nervös bin ich nicht, nur ein bisschen angespannt“, wenn er nach seinen Gefühlen vor seinem ersten Pflichtspiel befragt wird. Weil aber seinen Spielerinnen die Nervosität vor dem morgigen Erstligastart (19 Uhr, Ense-Halle) in den vergangenen Tagen deutlich anzumerken war und sie im Training „kein Lächeln mehr im Gesicht hatten“, so der Däne, hat der Coach sein Team zur Seite genommen, um mit den Handballerinnen über seine Erwartungen zu sprechen. „Es ist erlaubt, ein bisschen nervös zu sein. Aber wir müssen keine Angst vor unseren Auftaktspielen gegen Buxtehude und Leipzig haben, weil niemand in der Handballwelt sagt, dass wir diese Spiele gewinnen müssen“, äußert der 37-Jährige und versucht so den Druck von seinem Team zu nehmen.

„Buxtehude hat eine Klassemannschaft. Sie sind physisch stark“, sagt der Coach über den Vizemeister und -pokalsieger, den er mit Leipzig und dem Thüringer HC zu den drei Topteams der Liga zählt, nachdem der BSV in der vergangenen Saison vor allem dank seines starken Kollektivs die Überraschungsmannschaft war und teilweise über sich hinauswuchs. „Wir dürfen nicht zu viel Respekt haben, sondern müssen 110 Prozent in zweimal 30 Minuten geben, dann haben wir eine gute Chance“, sagt Jeppesen, der die HSG, „ich denke, wir sind bereit“, trotz des dürftigen 29:29-Remis bei der Generalprobe bei Zweitligist Weibern als für den Start gewappnet sieht.

Bei diesem hofft der Däne auf eine volle Halle und auch darauf, „dass Buxtehude vielleicht denkt, dass das Spiel easy wird“, wie er in einer Mixtur aus Deutsch und Englisch sagt. Ob der Gast den Neuling unterschätzt, wird sich zeigen. Jeppesen glaubt indes, dass in der Ense-Halle kein Team zu einem leichten Sieg kommen wird, während Dirk Ex davon ausgeht, dass die Halle gut gefüllt sein wird. „Durch eine Zusatztribüne mit 150 Stehplätzen, die wir aufstellen lassen, passen 900 Zuschauer in die Halle“, sagt der HSG-Geschäftsführer.

Beim Unterfangen, eine Überraschung zu schaffen, muss Jeppesen auf die noch nicht spielberechtigten Jovana Jovovic und Veselinka Trenoska, die Torfrau soll am Montag endlich aus Mazedonien nach Bad Wildungen kommen, verzichten. Von Regisseurin Ruta Latakaite, Cristina Mihai, „sie hat auf diesem Level schon gespielt“, und Kreisläuferin Tessa Cocx sowie „ein bisschen auch von Miranda Robben und Sabine Heusdens“ erwartet der Däne, dass sie die Mannschaft führen.

„Das kann ich von Julia Gronemann, die wie ich erkältet ist, und Annika Busch, weil sie noch neu in der Liga sind, nicht verlangen“, fügt Jeppesen über die restlichen Spielerinnen seiner Stammsieben an. „Julia ist die Nummer eins im Tor“, sagt der Coach, der wieder auf die in Weibern wegen Knieproblemen fehlende Keeperin Petra Diener zurückgreifen kann und Busch bescheinigt, dass sie auf Rechtsaußen gegenüber der bisherigen Stammspielerin Jessica Kleinmann die Nase „ein bisschen vorne hat“. Noch nicht entschieden hat sich Jeppesen, ob die A-Jugendliche Julia Ammann oder die slowakische Linkshänderin Patricia Puskasova den 14. Platz im Kader einnimmt, für den Alexandra Kohler noch kein Thema ist.

Geduldig müsse sein Team im Angriff, „da dürfen wir keinen Stress machen“, auf seine Chance warten, fordert der Coach, während er in der Abwehr sehr viel Arbeit auf seine Spielerinnen zukommen sieht, weil „Buxtehude im Eins-gegen-Eins sehr stark ist.“ Besonderen Respekt hat Jeppesen vor BSV-Spielmacherin Randy Bülau, die wie Torfrau Jana Krause und die verletzte Stefanie Melbeck auf Abruf für den am 20. September beginnenden World-Cup in Dänemark nominiert ist, während die Halbrechte Isabell Klein, Frau des Kieler Nationalspielers Dominik Klein, und die aus Blomberg gekommene Linksaußen Katja Langkeit im 18er-Aufgebot von Bundestrainer Heine Jensen stehen. Zu beachten ist weiterhin die wuchtige holländische Nationalkreisläuferin und Ex-Lützellindenerin Diane Lamein.

Vor allem in der Defensive soll die Schweizerin Andrea Willimann bei den Vipers für Entlastung sorgen, die Jeppesen in Weibern auch wegen ihrer fünf Tore „ein bisschen überrascht hat“, so der Däne, während die HSG-Fans auf ein unerwartet positives Erlebnis durch ihr Team gegen den BSV hoffen.

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