Die montenegrinische Regisseurin Jovana Jovovic deutet bei ihrer Premiere an, dass sie der Joker sein könnte, welcher der HSG gefehlt hat

Passables Debüt nach Krimi um Spielberechtigung

- Bad Wildungen (jh). „Ich bin wirklich sehr glücklich“, sagte Jovana Jovovic, nachdem sie nach dem Erfolg über Trier erst einmal durchgeatmet hatte. Am Samstagabend hatte die Montenegrinerin gleich doppelt Grund zu Freude. Zum einem konnte sie mit ihren Teamkolleginnen den wichtigen Sieg über die Miezen bejubeln, zum anderen konnte sich die Nationalspielerin über ihr passables Debüt freuen. Dabei stand die Premiere der Spielmacherin im HSG-Trikot bis eine Stunde vor dem Anpfiff des Kellerduells noch in Frage.

Weil die über einen Kurierdienst am Freitag angeforderten Originalunterlagen bis zum Samstagnachmittag noch nicht bei Erika Petersen angekommen waren beziehungsweise die Bundesligaspielleiterin auf einem Seminar weilte, schien sich die fast schon unendliche Geschichte um Jovovics Spielberechtigung fortzusetzen. Als sich die Mannschaft um 17 Uhr zu Kaffee und Kuchen traf, deutete alles darauf hin, dass die 23-Jährige zwei Stunden später erneut nicht würde auflaufen können und die Posse um ihre Spiellizenz ein neues Kapitel erfahren würde.

Um 18 Uhr erhielt Geschäftsführer Dirk Ex dann aber auf Nachfrage bei Petersen die Spielberechtigung. Der Neuzugang vom spanischen Erstligisten Mar Alicante konnte endlich aufatmen. Nach neun Wochen ging die Wartezeit zu Ende und die 1,76 Meter große Regisseurin konnte sich warmmachen. „Es war hart für mich, dass alles gerade in Mazedonien solange gedauert hat“, sagte „Jojo“, wie sie gerufen wird. „Ich habe mich so sehr gefreut zu spielen. Doch noch wichtiger waren die zwei Punkte, denn damit haben wir einen großen Schritt gemacht, um in der Liga zu bleiben“, fügte sie an.

In der 16. Minute hatte Trainer Søren Jeppesen seine Nummer neun beim Stand von 8:6 erstmals für Ruta Latakaite eingewechselt, wobei die schwarzhaarige Rechtshänderin, die bei ihrer Vorstellung von den HSG-Fans mit viel Beifall begrüßt worden war, gleich mit einem Hüftwurf das Trierer Tor verfehlte. Nach dreieinhalb Minuten kehrte dann Latakaite nach ihrer kurzen Verschnaufpause auf das Feld zurück, bevor ihre Vertreterin zweieinhalb Minuten vor Halbzeitpause wieder eingewechselt wurde und mit einem Bodenpass das 14:11 durch Kreisläuferin Andrea Willimann vorbereitete (28.).

Im zweiten Abschnitt durfte Jovovic dann beginnen und zeigte in ihrer 16-minütigen Einsatzzeit vor allem mit mehreren guten Anspielen auf Kreisläuferin Tessa Cocx, dass sie eine klassische Spielmacherin ist. „Sie hat das Spiel schnell gemacht und gut Chancen vorbereitet. Es ist sehr wichtig, dass sie Ruta entlastet, was sie gut gemacht hat“, lobte Jeppesen die Regisseurin, die weniger als Latakaite den Weg zum Tor sucht und noch mehr als die Litauerin ihre Mitspielerinnen einsetzt.

"Es ist gut für uns, dass wir jetzt zwei verschieden agierende Regisseurinnen haben. Ich war mit Jovovic sehr zufrieden. Sie hat die Impulse gebracht, die wir uns von ihr erhoffthaben“, bescheinigte Sportchef Markus Berchten der Rückraumakteurin ein gutes Spiel.

„Für das erste Spiel war es okay, obwohl ich sehr selbstkritisch und selten zufrieden bin“, konnte Jovovic mit ihrem ersten Auftritt nach dem „Krimi um ihre Spielberechtigung“, so Ex, gut leben, wobei die nunmehrige erste Rückraumalternative andeutete, dass sie der Joker sein könnte, welcher der HSG bisher gefehlt hat.

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