Bad Wildungens Coach Markus Berchten will Ersatzkräften beim THC II viel Einsatzzeit geben

Pokal als Test für breitere Basis

- Bad Wildungen (jh). Mit einem Sieg beim Drittligavierten Thüringer HC II am Sonntag wollen die Vipers ins Pokalachtelfinale am 4. Februar einziehen.

Bis zur 50. Minute wies das Spiel der HSG gegen Oldenburg viele Parallelen zum 31:30-Auswärtscoup in Leverkusen auf. Auch dort lagen die Vipers lange Zeit und teilweise hoch in Rückstand. Dass die Begegnung gegen den VfL aber nach der Aufholjagd des Aufsteigers bis zum 25:27 (50.) in der Folgezeit nicht mehr wie am Freitag zuvor ein Krimi mit Happy End wurde, lag für Trainer Markus Berchten auch daran, „dass uns in der Schlussphase die mentale Frische gefehlt hat“. Auch weil in Torfrau Petra Diener, der Halbrechten Cristina Mihai und der eingewechselten Kreisläuferin Andrea Willimann nur drei Bad Wildungerinnen überdurchschnittlich spielten, gelang der HSG die Wende nicht mehr. Dazu hätte es einer außergewöhnlichen Leistung mindestens einer weiteren Feldspielerin, so wie sie Ruta Latakaite in Leverkusen gezeigt hatte, bedurft. „Ruta hatte gegen Oldenburg nicht so einen Sahnetag wie am Freitag. Aber es war auch nicht zu erwarten, dass sie zwei solche Spiele hintereinander abliefern kann“, sagte Berchten, was er ausdrücklich nicht als Kritik an seiner Regisseurin verstanden wissen wollte. „Dass wir verloren haben, ist nicht schlimm, weil man die individuelle Klasse der Oldenburgerinnen gesehen hat“, nahm Diener die Niederlage locker. „Oldenburg hat richtig schnell gespielt. Sie waren stärker als Leverkusen“, wusste auch Mihai um das hohe Niveau des VfL, aufgrund dessen auch die meisten Zuschauer während der Partie das Gefühl beschlichen haben dürfte, dass für die HSG am Mittwochabend nichts zu holen war. Weil ihr Team aber gekämpft hatte, gingen die Vipers-Fans dennoch nicht unzufrieden nach Hause. „Oldenburg war fähig, unsere Masse zu stoppen, während wir nicht fähig waren, ihre schnellen Beine zu stoppen“, bilanzierte Berchten den letztlich souveränen Sieg des VfL, der für die Vipers oft zu schnell gespielte hatte. Überhaupt nicht gefallen hat dem neuen Trainer, dass das für den 11. Februar geplante Heimspiel seines Teams gegen den Sechsten Frankfurt (Oder) wegen des EHF-Pokal-Spiels des FHC gegen den dänischen Vertreter KIF Vejen auf den 25. Januar (19 Uhr, Ense-Halle) vorverlegt wurde. Somit haben die Vipers wegen der Auswärtspartien am 22. Januar beim Dritten Buxtehude und am 29. Januar beim Zweiten Leipzig innerhalb von sieben Tagen drei Spiele zu bestreiten. „Das wird eine Hammerwoche für uns. Vor allem stört mich, dass wir nur zwei Tage Zeit haben, uns auf Frankfurt (Oder) vorzubereiten“, ärgert sich Berchten. Auch weil er bei dem Dreierpack nicht nur auf seine erste Sieben zurückgreifen kann, will er den Ersatzspielerinnen am Sonntag (16 Uhr, Salza-Halle, Bad Langensalza) in der dritten DHB-Pokalrunde beim Thüringer HC II viel Spielzeit geben. „Ich hoffe, dass ich oft durchwechseln kann. Wenn alles normal läuft, müssten wir das Spiel klar gewinnen“, sagt Berchten vor dem Auftritt beim Drittligisten und kündigt „ein, zwei Überraschungen“ in der Anfangsformation an. So könnte Willimann, „sie hat gegen Oldenburg gezeigt, dass sie in die Bundesliga gehört“, so Berchten, anstelle von Tessa Cocx von Beginn an am Kreis spielen. Auch Spielmacherin Jovana Jovovic, die bei ihrem Kurzeinsatz gegen den VfL in der Abwehr zweimal Lehrgeld zahlte, könnte in der Startsieben stehen. Für die Halblinke Marinda van Cappelle bietet die Partie ebenfalls die Möglichkeit, Spielpraxis zu sammeln, gerade um sich im Angriff Selbstvertrauen zu holen. Zudem könnte Berchten in Thüringen auch eine 5:1-Abwehrformation ausprobieren, was er sich gegen Oldenburg nicht traute. „Mein Ziel ist es, dass die Mannschaft Stabilität zeigt, egal, wer auf dem Feld steht. Ich möchte, dass alle Spielerinnen unseren Stil verinnerlichen und nach unserem Gameplan agieren“, sagt Berchten. Nachdem nach Julia Ammann am Mittwoch in Vanessa Kohler kurz vor Schluss eine weitere A-Jugendliche ihr Erstligadebüt feierte, plant Berchten, den beiden Talenten sowie deren Teamkollegin Marie-Theres Raum am Sonntag ebenfalls Einsatzzeiten zu geben, und spricht von „zehn bis zwölf Minuten“. Bis Samstag hat der Schweizer seinen Schützlingen erst einmal freigegeben, damit diese ihre Akkus wieder aufladen können. Diese Maßnahme soll auch zu einer spielerischen Steigerung führen, „nachdem wir gegen Oldenburg in diesem Bereich 15 Prozent schlechter als in Leverkusen waren und am Ende im Angriff mit der Brechstange gespielt haben“, hofft Berchten.

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