HSG Bad Wildungen hat noch keine Einigung mit Ex-Trainer Søren Jeppesen erzielt

Der Poker um die Abfindung

- Bad Wildungen (jh). Während Geschäftsführer Dirk Ex den neuen Coach Markus Berchten lobt, bescheinigt dieser Marinda van Cappelle Fortschritte.

Søren Jeppesen macht derzeit Urlaub in Dänemark. In seiner Heimat versucht der 37-Jährige seine überraschende Beurlaubung als Trainer von Frauenhandball-Erstligist HSG Bad Wildungen vor zwei Wochen zu verarbeiten. „Es gibt nichts Neues“, antwortet der Jütländer auf die Frage, ob er sich mit den Vipers auf eine vorzeitige Auflösung seines bis zum 30. Juni 2013 laufenden Vertrags geeinigt hat. Spätestens zum Spiel der HSG am 4. Januar (19 Uhr) gegen den VfL Oldenburg will der Däne wieder zurück in Bad Wildungen sein, um sich die Partie gegen den derzeitigen Fünften vor Ort anzuschauen. In der Badestadt verhandelt indes in diesen Tagen HSG-Geschäftsführer Dirk Ex mit neuen Sponsoren und auch per Telefon und E-Mail mit Jeppesens Berater um die Abfindung für den freigestellten Coach. Dabei scheinen die Fronten verhärtet, wobei Ex hofft, dass die Verhandlungen mit einer baldigen Einigung enden. Gerne würde Ex den Dänen in naher Zukunft von der Gehaltsliste der Vipers streichen. Diesbezüglich scheint er mit der im September fristlos gekündigten Torfrau Veselinka Trenoska schon etwas weiter zu sein. Hinsichtlich eines Vergleichs mit der Mazedonierin „sind wir auf einem guten Weg“, glaubt der Diplom-Betriebswirt, der sich vom neuen Trainer Markus Berchten sehr angetan zeigt. „Man hat beim Turnier in der Schweiz seine Handschrift schon gesehen und gemerkt, dass mit der Mannschaft etwas passiert ist“, sagt Ex, der von den Leistungen des Erstliganeunten und Platz drei beim Stadtwerke-Cup in St. Gallen am Wochenende angetan war. „Das hatte eine andere Qualität“, fügt der Bad Nauheimer an, was auch als Kritik an Jeppesen verstanden werden könnte. Nicht mit in die Schweiz gereist war Rechtsaußen Annika Busch, die wegen ihres Erschöpfungssyndroms wohl noch Monate ausfällt und sich derzeit bei ihrem Vater Jochen in Dortmund aufhält. Nach überstandener Krankheit möchte die 21-Jährige auch über die Saison hinaus „in Bad Wildungen bleiben“, wie Jochen Busch erzählt. Gleichzeitig lobt er Berchten, dass sich dieser gerade zu Beginn der Krankheit seiner Tochter um sie gekümmert habe. „Annika geht es langsam wieder besser“, sagt Jochen Busch, der Sportlicher Leiter von Frauenhandball-Zweitligist Borussia Dortmund ist. Obwohl offenbar Weiberns Trainerin Ildiko Barna, die Busch noch als Verantwortliche des Juniorennationalteams kennt, Interesse an einer Verpflichtung der Rechtsaußen für das Zweitligateam des TuS hat, „kommt Weibern für Annika nicht infrage. Sie bleibt entweder in Bad Wildungen oder kommt zurück nach Dortmund“, sagt Jochen Busch. „Ich hoffe, dass Buschi zu uns zurückkehrt“, sagt Berchten. Wegen des Ausfalls der Rechtsaußen nahm der 49-Jährige die A-Jugendliche Marie-Theres Raum mit zum Turnier in die Schweiz, um hinter Jessica Kleinmann eine Alternative auf der rechten Außenbahn zu haben. Diese konnte auch die Slowakin Patricia Puskasova, „die wir als Backup auf rechts vorgesehen hatten“, so Berchten, wegen ihrer Schulteroperation nicht sein. Es ist indes davon auszugehen ist, dass die 20-Jährige in dieser Saison nicht mehr für die Vipers spielen kann. Dagegen wird Kreisläuferin Tessa Cocx trotz eines doppelten Bänderrisses im rechten Fuß am 30. Dezember (19 Uhr, Smidt-Arena) im nächsten Erstligaspiel beim Vierten Bayer Leverkusen wie schon beim Turnier in St. Gallen mithilfe eines Tapeverbands und einer Schmerztablette auflaufen können. Ihre Teamkollegin Miranda Robben soll nach Adduktorenproblemen bis dahin wieder fit sein. Viel erwartet Berchten von Marinda van Cappelle, die bisher nur eine Nebenrolle bei den Vipers einnahm. „Sie hat ein Superturnier gespielt und die Deckung extrem stabilisiert“, sagt der Schweizer über die holländische Halblinke, deren Leistungssteigerung er auch darauf zurückführt, „dass sie jetzt mehr Vertrauen gekriegt hat“ – auch ein Seitenhieb gegen Jeppesen. Mit Raum war er ebenso zufrieden. „Sie wird auch in Leverkusen im Kader stehen“, sagt der Trainer über die 17-Jährige, die durch gute Leistungen in der A-Jugend auf sich aufmerksam gemacht hatte. Dies machte in St. Gallen auch Cristina Mihai, die mit 30 Treffern in sechs Partien Torschützenkönigin des gut besetzten Turniers wurde. „Wir haben eine relativ routinierte Mannschaft, die sich von Woche zu Woche immer mehr findet“, sagt Berchten. „In der Deckung haben wir deutlich besser und mit mehr Aggressivität gespielt als zuvor“, bescheinigt er dem Team um Kapitänin Robben, das in der Schweiz auf die A-Jugendliche Julia Ammann (Trainingsrückstand nach Krankheit) verzichten musste, während die ebenfalls dort fehlende 19-jährige Nachwuchslinksaußen Alexandra Kohler per Doppelspielrecht bei einem anderen Club „in der 3. oder Oberliga“, so Berchten, Spielpraxis erhalten soll.

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