Vipers: Mit Mini-Kader die Kurve gekriegt  

Positive Saisonbilanz der Bad Wildunger Handballerinnen 

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Beste Viper: Torfrau Manuela Brütsch (Mitte), die hier, beobachtet von Anouk Nieuwenweg (links) den Wurf der Nellingerin Jennifer Issifou abzuwehren versucht.

Bad Wildungen - Die Vipers können trotz des verpassten Saisonziels mit Platz acht wegen der vielen Verletzungen mit ihrem elften Rang zufrieden sein.    

Als die HSG Bad Wildungen am 16. März gegen das damalige Schlusslicht Halle-Neustadt mit 22:27 verlor, schienen die Vipers acht Spieltage vor Schluss trotz vier Punkten Vorsprung auf den Aufsteiger noch in den Abstiegskampf zu geraten. Weil bereits zu diesem Zeitpunkt klar war, dass die Rückraumspielerinnen Laura Vasilescu (Knorpelschaden und Kreuzbandriss), Maxime Struijs (Riss der Bizepssehne) und Lisa-Marie Preis (Aufbautraining nach Kreuzbandoperation) sowie Rechtsaußen Annika Busch (Knorpelschaden) ihnen bis zum Saisonende nicht mehr zur Verfügung stehen würden, schien der Erstligaexistenzkampf vorprogrammiert. 

Doch zu diesem kam es nicht. Denn das Team von Trainerin Tessa Bremmer gewann überraschend in Göppingen (31:20) und Leverkusen (22:20), wo Marieke Blase nach mehreren Kreuzbandoperationen und über einjähriger Pause ihr Comeback gab, und bekam so trotz des Mini-Kaders mit oft nur zehn einsatzfähigen Spielerinnen als Elfer noch die die Kurve.

Dezimiert besser als erwartet

Obwohl danach die seit Januar fehlende 34-jährige Vasilescu, „das ich nicht mehr Handball spielen kann, war die schlimmste Nachricht meines Lebens“, und die seit November ausfallende 28-jährige Busch, „Handball zu spielen, war das beste Gefühl und das größte Glück meines Lebens“, offiziell ihr Karriereende erklärten, rückte die HSG durch die Siege über Oldenburg (35:33) und Nellingen (33:32) zwischenzeitlich auf Rang neun vor und machte drei Spiele vor Saisonschluss den Klassenerhalt klar. „Ich habe mir auch nach dem Halle-Spiel keinen großen Kopf gemacht. Was die Mannschaft mit dem kleinen Kader gezeigt hat, übertrifft alle Erwartungen und ist schon eine krasse Leistung“, sagt Bremmer, wobei der „Super-Lauf“ mit 8:2-Zählern nach dem Halle-Spiel auch ihre Vorstellungen „übertroffen hat“.

Als Mannschaft zusammengerauft 

Nach 0:6 Punkten am Ende, darunter dem 30:35 in Bensheim, was Platz neun kostete, fiel der Zehnte der Vorsaison auf Rang elf zurück, wodurch das Saisonziel Rang acht verpasst wurde. „Zwar ist die Platzierung etwas enttäuschend, doch wegen den vielen Verletzten können wir mit den 18 Punkten, die wir geholt haben und der Saison zufrieden sein, auch weil wir uns sehr gut zusammengerauft haben“, sagt Bremmer.

Sabine Heusdens geht voran

„Sabine Heusdens war in dieser schwierigen Phase die Führungsspielerin, die wir die ganze Saison verzweifelt gesucht hatten“, lobt Bremmer die in der Rückserie stärkste Viper. „Dass wir zwischenzeitlich Neunter waren, war schon eine krasse Leistung , die nach den vielen Ausfällen keiner mehr erwartet hatte“, sagte die 31-Jährige. Sie war nach Torfrau Manuela Brütsch, „sie war unsere konstanteste Spielerin“, so Bremmer, die zweitbeste Viper.

Schwacher Start 

Dass ihr Team trotz der Ausfälle in der Rückrunde mit zehn Zählern mehr Punkte als in der Hinserie (8) mit fast vollem Kader holte, führt Bremmer auf die neue Konkurrenzsituation zu Saisonbeginn zurück. „Dass sie auch einmal draußen sitzen, war für viele Spielerinnen ungewohnt und damit ist nicht jede klargekommen.“ Unter der „Luxussituation für mich als Trainerin“ habe das Spiel als Mannschaft gelitten, „weil viele erst einmal für sich gespielt haben“ und es Probleme Innenblock gegeben habe.

Viel zu viele Schwankungen

Dass ihrem Team die Konstanz gefehlt hat, hat Bremmer geärgert, wodurch die HSG auch den möglichen achten Platz verpasste. (jh)

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