Brütsch und Scheib die besten Spielerinnen

Saisonbilanz: Weiterentwicklung der Vipers stockt etwas

Torfrau Manuela Brütsch (links), die hier unter den Augen von Munia Smits einen Tempogegenstoß der Dortmunderin Alina Grijseels (rechts) abzuwehren versucht, war wieder einmal die beste Vipers-Spielerin.
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Herausragend: Torfrau Manuela Brütsch (links), die hier unter den Augen von Munia Smits einen Tempogegenstoß der Dortmunderin Alina Grijseels (rechts) abzuwehren versucht, war wieder einmal die beste Vipers-Spielerin.

Am Ende gibt‘s Abschlusszeugnisse. Und bei der HSG Bad Wildungen steht „befriedigend“ drin. Die Vipers bekämpften ihre Schwächephase und hatten mit dem Abstieg nichts zu tun.

Bad Wildungen – Spätestens als die HSG Bad Wildungen am 20. Februar nach dem 30:20-Sieg über Buchholz-Rosengarten acht Punkte Vorsprung auf die auf Relegationsrang 13 stehenden Handball-Luchse hatte, war der von Trainerin Tessa Bremmer angestrebte „frühzeitige Klassenerhalt“ in der Handball-Bundesliga schon so gut wie gesichert. Passable 16:18-Zähler wiesen die Vipers als Elfter damals auf. Dass sie es verpassten, in der Tabelle noch etwas nach oben zu klettern, lag an den kümmerlichen 6:20-Punkten, welche die Südwaldeckerinnen danach holten.

Nach den unglücklichen Niederlagen gegen die HSG Bensheim/Auerbach (32:33) und die SG BBM Bietigheim (33:34) sowie dem zwischenzeitlichen 26:21-Sieg über Bayer Leverkusen, war bei den Nordhessinnen die Luft raus. 2:12-Zähler, inklusive des 24:22-Zittersiegs bei Absteiger Kurpfalz Bären und der Heimpleiten gegen Absteiger Frisch Auf Göppingen (28:32) und den Zwölften SV Union Halle-Neustadt (23:28), waren die Folge des krassen Leistungsabfalls der Vipers.

Tessa Bremmers Fazit

„Unsere Schwächephase hat zu lange angedauert. Wir haben viele Punkte liegen gelassen“, gab Bremmer zu. Sie habe dennoch „nie Druck“ hinsichtlich des Ligaerhalts verspürt, sagte die 37-Jährige. Dagegen war nicht nur bei Maxime Struijs der Blick in der Tabelle nach unten gegangen.

Als der Klassenerhalt dann auch rechnerisch endlich geschafft war, rafften sich die Bad Wildungerinnen „nach vielen ganz ehrlichen Gesprächen“, so die Spielmacherin, doch noch zu Energieleistungen gegen den Fünften HSG Blomberg-Lippe (33:28), Meister Borussia Dortmund (30:37) und beim Vierten Thüringer HC (30:31) auf und sorgten damit für einen versöhnlichen Rundenabschluss.

Herausragend: Die Halbrechte Jana Scheib (vorne), die hier die Dortmunderin Kelly Dulfer versetzt.

„Wir haben uns aus dem Loch rausgekämpft“, freute sich Bremmer nach der durchwachsenen Spielzeit, in der ihr Team mindestens sechs Punkte zu wenig holte. Aber selbst mit diesen Zählern auf dem Konto, hätte es für den Zwölften der Vorsaison auch nur zu Platz elf gereicht. Dass die Niederländerin mit der Runde etwas überschwänglich „insgesamt sehr zufrieden“ war, begründete sie mit der „Weiterentwicklung“ vieler Spielerinnen.

Die Vipers-Stützen: Torfrau und Halbrechte

Erneut war Torfrau Manuela Brütsch (37 Jahre) die konstanteste Viper. „Ihre Erfahrung ist für uns sehr wichtig“, sagte Bremmer, wobei neben der Kapitänin auch Jana Scheib bei der HSG herausragte. In ihrer zweiten Erstligasaison war die 20-jährige Halbrechte mit ihren 161 Treffern hinter Torschützenkönigin Marketa Jerabkova (Thüringen) zweitbeste Feldtorschützin.

„Sie hat eine unglaubliche Entwicklung genommen“, sagte Bremmer über die junge Leistungsträgerin. Während die Linkshänderin auf dem Sprung ins Nationalteam steht, hat diesen Kreisläuferin Annika Ingenpaß (24), „die sich deutlich gesteigert hat“, so Bremmer, als erste Bad Wildunger Nationalspielerin bereits geschafft.

Wie sie hat auch die selbstkritische Struijs (27), „sie hat einen Riesenschritt gemacht“, so Bremmer, ihr Potenzial noch nicht ausgeschöpft. Dabei muss sich die im Angriff unverzichtbare Regisseurin, die einen Superstart hinlegte, bevor sie zwischendurch etwas abbaute, in der Abwehr noch steigern.

So gut waren die Neuen

Die Halblinke Munia Smits (21/Blomberg) erwies sich durch ihre Wurfkraft und Anspiele als Verstärkung, auch wenn die sogar im Innenblock eingesetzte Belgierin einige schwache Spiele hatte. Rechtsaußen Kira Schnack (27/Blomberg-Lippe) fand sich wegen ihrer schwachen Trefferquote zwischenzeitlich sogar hinter Talent Vanessa Plümer (21) auf der Bank wieder, bevor sie sich zuletzt steigerte.

Hatte auch wegen ihrer ersten Länderspiele viel Grund zum Jubeln: Kreisläuferin Annika Ingenpaß.

Torfrau Lea Schüpbach (23/Paris 92) fing stark an, baute dann aber ab. Rückraumallrounderin Larissa Platen (25/1. FSV Mainz 05) hatte mit Verletzungen zu kämpfen und überzeugte im Angriff nur beim wichtigen 37:27 am 6. Januar in Göppingen.

Die Rückkehrerinnen

Die langjährige Führungsspielerin Sabine Heusdens (33) akzeptierte nach ihrer Rückkehr im August nach dem Kreuzbandriss von Abwehrspezialistin Vanessa Magg (23) ihre Rolle als Aushilfe klaglos. Miranda Schmidt-Robben (34) war nach dem Aus von Linksaußen Alina Otto (25/Kreuzband-riss) bei ihrem zweiten Comeback hinter Anna-Maria Spielvogel (24), die gut begann, abbaute und taktische Defizite hat, gleich wieder gut aufgelegt.

Dass Rückraumkraft Marieke Blase (27), der noch die Dynamik fehlt, nach fünf Kreuzbandoperationen ihr Comeback gab, verdient ebenso Respekt wie die schnelle Rückkehr von Maria Ines Da Silva Pereira (30/Ellenbogenverletzung). Bei der Spielmacherin fehlte Bremmer aber ebenso wie bei Kreisläuferin und Nationalmannschaftskandidatin Maxi Mühlner (20) die Weiterentwicklung. (jh)

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