Vier lernwillige Hoffnungsträgerinnen

Saisonstart der Vipers: Trainerin Bremmer von den Neuzugängen angetan

Die neue Bad Wildunger Torhüterin Lea Schüpbach (links) pariert einen Ball.
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Augen zu und abgewehrt: Die neue Bad Wildunger Torhüterin Lea Schüpbach (links), die hier den Tempogegenstoß von Dana Bleckmann von Fast-Meister Borussia Dortmund spektakulär pariert, will mit den Vipers in der 1. Bundesliga für Furore sorgen.

„Sie sind alle unkompliziert und sehr lernwillig“, beschreibt Vipers-Trainerin Tessa Bremmer ihre vier Neuen, die einen sympathischen und bodenständigen Eindruck hinterlassen.

Die Unbekümmerte

Lea Schüpbach lacht gern und viel. „Sie ist ein witziges Mädel und eine sehr angenehme Persönlichkeit“, sagt Trainerin Tessa Bremmer über die zweite Schweizer Nationaltorfrau in ihrem Team, wobei die 22-Jährige sowohl bei der HSG als auch bei den Eidgenössinnen kurz- bis mittelfristig Manuela Brütsch als Nummer eins im Tor ablösen soll.

Dass sie das Zeug dazu hat, hat die 1,78 Meter große Keeperin, „ich bin eher die Zukunft, auch weil ‘Manu´ keine fünf Jahre mehr spielen wird“, die vom französischen Erstligafünften Paris 92 nach Südwaldeck kam, bereits auf dem Handballfeld bewiesen. „Bad Wildungen ist ganz süß“, sagt die aus dem Örtchen Taa „mit 30 Einwohnern“ in der Nähe von Winterthur stammende Torhüterin, die sich in der Kurstadt, „ich bin sehr froh, dass ich hier bin“, gut eingelebt hat, nachdem sie auch über die Vermittlung durch ihren Berater vor 15 Monaten von Nottwil aus den großen Sprung nach Frankreich gewagt hatte.

Dort lief es für die Keeperin mit dem guten Stellungsspiel, „das habe ich in Paris gelernt“, aber auch wegen eines Trainerwechsels und eines Bruchs im rechten Mittelfuß nicht nach Wunsch, sodass Schüpbach, „ich lasse alles auf mich zukommen“, am 16. November 2019 ihr letztes Pflichtspiel bestritt.

„In Deutschland fühle ich mich wegen der gleichen Sprache nicht im Ausland, was alles ein bisschen einfacher macht“, sagt die nebenher als kaufmännische Angestellte arbeitende Keeperin. Wie Brütsch dirigiert sie lautstark „mit ihrer gruseligen Stimme“, so Bremmer grinsend, die Abwehr und ist wie die Kapitänin, „ich weiß, wie sie tickt, das ist ein Vorteil“, nach den Spielen oft heißer.

Die Variable

Larissa Platen hat in ihren Spielen für die Vipers, gleichzeitig den ersten Partien nach ihrer Knorpeloperation am 27. Mai in ihrem rechten Knie, „das war nichts Wildes“, bereits gezeigt, dass sie dahin geht, wo es weh tut. Mit großem Einsatz stürzte sich die vom Erstligakonkurrenten Mainz gekommene Rückraumspielerin in die gegnerischen Abwehrreihen und hielt auch in der Deckung gut dagegen. „Ich bin sehr ehrgeizig, manchmal auch verbissen und will immer gewinnen“, sagt die 24-Jährige, die durch ihre Variabilität auf allen drei Rückraumpositionen besticht.

Während sie in Mainz vorwiegend als Spielmacherin agierte, wurde die Polizeikommissarin der Sportfördergruppe in Homberg/Efze auch wegen ihres späteren Einsatzes ins Mannschaftstraining in der Vorbereitung meist auf den Halbpositionen und dabei vorwiegend auf halbrechts eingesetzt. „Ich bin begeistert von ihr. Larissa ist sehr ehrgeizig und selbstkritisch. Sie spielt da, wo sie gebraucht wird und meckert nie. Sie ist technisch stark und trotzdem eine absolute Kampfsau“, sagt Bremmer über die Handballerin aus Mittelhessen, die sich in Bad Wildungen, „das schnuckelig ist“, gut eingelebt hat.

„Ich will mich hier sportlich weiterentwickeln“, sagt die tierliebe Ex-Bensheimerin, die sich in ihrer Freizeit auf dem Hof ihrer Mutter in Daubhausen gerne ein Pferd schnappt und ausreitet.

Die Transfers

Zugänge: Lea Schüpbach (Paris 92), Larissa Platen (1. FSV Mainz 05), Munia Smits, Kira Schnack (beide HSG Blomberg-Lippe).

Abgänge: Anne Bocka (Frisch Auf Göppingen), Erika Rajnohova (Mecalia Atlético Guardés), Miranda Schmidt-Robben (Karriereende).

Die Lernfähige

Munia Smits findet ihre neue Mannschaft „megacool“ und ist sich schon sicher, dass ihr Wechsel vom Erstligavierten Blomberg zum Zwölften Bad Wildungen die „richtige Entscheidung“ war. „Ich fühle mich hier sehr wohl. Manchmal muss man einen Schritt zurück machen, um persönlich weiter zu kommen“, sagt die gebürtige Belgierin. Sie ist nach Südwaldeck gewechselt, „um mehr Spielanteile zu bekommen“, nachdem die wurfgewaltige 20-Jährige aus Antwerpen, die in einem Bad Wildunger Kindergarten eine Ausbildung zur Erzieherin macht, in Lippe nur wenig zum Einsatz kam.

„Sie ist sehr lernwillig und hat extremes Potenzial“, sagt Bremmer über die 1,78 Meter große Halblinke, die in ihrer ersten Erstligasaison in Blomberg, wo sie nach ihrem Wechsel als 15-Jährige ins dortige Handballinternat insgesamt fünf Jahre spielte, noch am Kreis eingesetzt worden war. Zu ihrer Komplettausbildung bei den Vipers gehört auch der Einsatz in der Abwehr, wo ihr bisweilen noch das Timing fehlt, auch weil Smits in Blomberg „nur im Angriff gespielt hat“.

„Ich muss in der Abwehr besser den Zugriff finden, auch um mich so im Angriff sicherer zu fühlen“, sagt die jüngere Schwester von Nationalspielerin Xenia (Bietigheim) und Zweitligaspielerin Aaricia Smits (Waiblingen). Sie genießt gerne Zeit mit ihrer Familie und ist bei den Vipers bereits die erste Siebenmeterschützin.

Die Abgeklärte

Kira Schnack kam wie auch Smits aus Blomberg, wo sie zuletzt mit ihren Einsatzzeiten nicht zufrieden war. „Ich wollte etwas Neues ausprobieren“, sagt die 1,68 Meter große Frohnatur aus Flensburg, die zweisprachig aufgewachsen ist und perfekt Dänisch spricht. „Ich habe noch nie einen immer so fröhlichen Menschen kennengelernt. Kira tut der Mannschaft mit ihrem Charakter und auch mit ihrer handballerischen Erfahrung gut. Sie spielt sehr abgeklärt“, sagt Bremmer über die als erste Rechtsaußen gesetzte Linkshänderin, die in Odershausen „drei Minuten“ von der Ense-Halle entfernt wohnt und 20 Stunden wöchentlich in Bad Wildungen als Logopädin arbeitet.

Ihre Freizeit versucht die 26-jährige Linkshänderin, die auch schon in Oldenburg in der ersten Liga spielte, so oft es geht mit ihrem Freund Lukas Blohme, der als Rechtsaußen bei Zweitligist VfL Gummersbach spielt, zu verbringen. „Das klappt ganz gut“, sagt die Blondine, während ihre in Harrislee lebenden Eltern vor der Corona-Pandemie fast alle Heimspiele von Schnack besucht haben.

Der Spielplan

Samstag, 5. September; Bietigheim - Bad Wildungen (19 Uhr)

Samstag, 12. September; Bad Wildungen - 1. FSV Mainz (19 Uhr)

Samstag, 19. September; Buchholz/Ros. - Bad Wildungen (19 Uhr)

Samstag, 26. September; Bad Wildungen - VfL Oldenburg (19 Uhr)

Samstag, 10. Oktober; Bensheim/Au. - Bad Wildungen (18 Uhr)

Sonntag, 18. Oktober; Leverkusen - Bad Wildungen (16 Uhr)

Samstag, 24. Oktober; Bad Wildungen - Buxtehude (19 Uhr)

Samstag, 31. Oktober; Göppingen - Bad Wildungen (19 Uhr)

Samstag, 14. November; Bad Wildungen - Kurpfalz Bären (19 Uhr)

Samstag, 21. November; Halle-Neustadt - Bad Wildungen (19 Uhr)

Sonntag, 27. Dezember; Bad Wildungen - Metzingen (16 Uhr)

Mittwoch, 30. Dezember; Dortmund - Bad Wildungen (19.30 Uhr)

Samstag, 2. Januar; Bad Wildungen - Neckarsulm (19 Uhr)

Samstag, 9. Januar; Blomberg-Lipp. - Wildungen (16.30 Uhr)

Samstag, 16. Januar; Bad Wildungen - Thüringer HC (19 Uhr)

Samstag, 23. Januar; Bad Wildungen - Bietigheim (19 Uhr)

Samstag, 6. Februar; FSV Mainz 05 - Bad Wildungen (19 Uhr)

Samstag, 13. Februar; Bad Wildungen - Buchholz/Ros. (19 Uhr)

Freitag, 26. Februar; Wildungen - Bensheim/Au. (19.30 Uhr)

Sonntag, 28. Februar; Bad Wildungen - Leverkusen (16 Uhr)

Samstag, 6. März; Buxtehude - Bad Wildungen (16 Uhr)

Mittwoch, 10. März; Oldenburg - Bad Wildungen (19.30 Uhr)

Samstag, 13. März; Bad Wildungen - Göppingen (19 Uhr)

Samstag, 27. März; Kurpfalz Bären - Wildungen (18 Uhr)

Samstag, 3. April; Wildungen - Halle-Neustadt (19 Uhr)

Samstag, 10. April; Metzingen - Bad Wildungen (19.30 Uhr)

Samstag, 24. April; Bad Wildungen - Dortmund (19 Uhr)

Sonntag, 2. Mai; Neckarsulm - Bad Wildungen (17 Uhr)

Samstag, 8 Mai; Bad Wildungen - Blomberg-Lipp. (19 Uhr)

Samstag, 22. Mai; Thüringer HC - Bad Wildungen (18 Uhr)

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