Nach der Beurlaubung von Søren Jeppesen übernimmt der Schweizer auch das Traineramt bei HSG Bad Wildungen

Sportchef Markus Berchten neuer Coach

- Bad Wildungen (jh). Vor nicht einmal sechs Monaten hatte Berchten den Dänen, den er jetzt überraschend beerbt, als Coach verpflichtet

Von seinen Spielerinnen forderte Søren Jeppesen immer, dass sie ein Lächeln im Gesicht haben. Gestern Abend ist dieses allerdings aus dem Gesicht des dänischen Trainers gewichen, als er nach WLZ-FZ-Informationen von Sportchef Markus Berchten und Geschäftsführer Dirk Ex vor dem Donnerstagstraining beurlaubt wurde. Nachdem die Karriere des 37-Jährigen als Profi-Handballtrainer nach eigener Aussage „teilweise unglücklich verlaufen“ ist, wurde Jeppesens Vita in dieser Hinsicht ein weiteres Kapitel hinzugefügt. Sechs Vereine in sechs Jahren hatte der Däne vor seiner Zeit bei der HSG trainiert und dies auch damit begründet, dass vielen seiner Clubs „oft das Geld fehlte“. Insofern dürften die Finanzprobleme der Vipers für den Dänen ein Déjà-vu-Erlebnis gewesen sein. Das wohl 200 000 Euro betragende Etatloch soll aber nicht der Hauptgrund für seine Ablösung gewesen sein, auch wenn die HSG im Falle einer vorzeitigen Auflösung von Jeppesens Vertrag, der bis zum 30. Juni 2013 läuft, durch eine Abfindungszahlung Geld sparen könnte. Auf die Frage, was ihn nach seinen Negativerfahrungen zuversichtlich mache, dass bei der HSG sein Zweijahresvertrag erfüllt würde, hatte Jeppesen im August geantwortet: „Weil wir hier einen Plan, eine gute Organisation und auch durch das Nachwuchsleistungszentrum gute Perspektiven haben.“ Nicht einmal vier Monate später ist seine Amtszeit zu Ende gegangen. Über die Gründe dafür gab es gestern keine Stellungnahme vom Verein. Heute wollen sich Berchten und Ex aber diesbezüglich erklären, während Jeppesen gestern nicht zu erreichen war, der im Juli die Nachfolge von Aufstiegstrainer Gernot Weiss angetreten hatte. Dessen Vertrag war nicht verlängert worden, weil Berchten und Vipers-Gesellschafterin Katharina Merck nicht mit dem Coach weitermachen wollten und sich auch dieser mit dem Duo keine weitere Zusammenarbeit vorstellen konnte. Den in Deutschland völlig unbekannten Jeppesen, der zuletzt als Jugendtrainer des männlichen Nachwuchses beim norwegischen Männer-Erstligisten Sandnes HK tätig war, hatte Berchten nach monatelanger Trainersuche im Juni verpflichtet. „Søren ist ein guter Typ, der zu mir passt. Er ist jung, dynamisch und flexibel“, hatte der Schweizer bei der Vorstellung des Dänen im Juli noch gesagt. Mittlerweile hat der Sportchef seine Meinung über den Coach offenbar geändert. Diesem hatte Berchten den früheren Jugendtrainer Karsten Moss als Co-Trainer zur Seite gestellt. Da Berchten zwischenzeitlich angemahnt hatte, dass sich die Vipers besser auf offensive Abwehrformationen des Gegners einstellen müssten, dürfte der 49-Jährige nicht mit dem taktischen Verständnis des Dänen zufrieden gewesen sein. Auch Teile des Teams waren es offenbar nicht. „Ich will in der Spielpause meiner Mannschaft noch mehr meine Spielphilosophie vermitteln“, hatte Jeppesen, dessen Handschrift nicht klar zu erkennen war, geäußert. Dazu wird es nun aber nicht mehr kommen. Bereits gestern leitete Berchten das Training, wobei zumindest Teile der Mannschaft über die neue Entwicklung bei der HSG ungehalten gewesen sein sollen.

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