HSG Bad Wildungen will gegen Koblenz/Weibern besser spielen als in Blomberg

Auf der Suche nach Stabilität

Muss auch gegen Koblenz wieder auf halbrechts aushelfen: Die Bad Wildunger Rechtsaußen Annika Busch, die hier von Sonja Frey (Thüringer HC) attackiert wird. Fotos: www.handballfotos.eu

Bad Wildungen - Gegen die Vulkan-Ladies hoffen die dezimierten Vipers (Mittwoch, 19 Uhr, Ense-Halle) auf eine Überraschung. Während Rechtsaußen Annika Busch wieder im rechten Rückraum aushelfen muss, wird Laura Vasilescu, die Bad Wildungen verlassen hat, noch nicht für den Aufsteiger auflaufen.

Karsten Moos weiß, dass die 18:32-Klatsche der HSG Bad Wildungen am Sonntag in Blomberg „noch nachwirkt“. Deshalb ist der Vipers-Trainer in diesen Tagen als Aufbauhelfer gefragt. „Wir müssen Blomberg schnellstmöglich abhaken“, sagt der 30-Jährige. Insofern kommt es dem Erstligaschlusslicht ganz gelegen, dass morgen für die HSG gegen Koblenz/Weibern bereits die nächste Partie auf dem Programm steht. Die geringe Vorbereitungszeit auf die Begegnung mit dem Zehnten will Moos nutzen, um mit seiner Mannschaft daran zu arbeiten, „eine gewisse Stabilität“ zu bekommen.

So war die Packung beim Achten für die durch die Abgänge der drei Rückraumspielerinnen Cristina Mihai (SG Kirchhof) und Rebeca Cembranos Bruzon (HC Neustadt-Sebnitz) und Laura Vasilescu (Koblenz/Weibern) dezimierten Südwaldeckerinnen quasi ein Testlauf für die restliche Saison. „Das wir uns nach Abgängen schwer tun würden, war nicht verwunderlich“, sagte Moos, der beim Rückrundenstart gezwungenermaßen fast alle Rotationsmassnahmen seines Teams ausprobiert hatte, „um dadurch eine Stabilität zu bekommen, was uns aber nicht gelingen ist.

Moos: „Busch opfert sich“

Schon im Vorfeld war klar, dass die Vipers im rechten Rückraum den Abgang von Mihai nicht würden kompensieren können. „Annika Busch war sehr bemüht und hat sich aufgeopfert. Sie hat unglücklich agiert. Aber man muss auch sehen, dass die junge Dame lange verletzt war, Trainingsrückstand hat und nicht auf ihrer angestammten Position gespielt hat“, sagte Moos in Richtung der gelernten Rechtsaußen, die in Blomberg nicht ihren besten Tag erwischt hatte.

Weil in Romana Grausenburger aber die zweite noch verbleibende Linkshänderin aus dem Rückraum „vom Wurf her“, so Moos, nicht so gefährlich sei“, wird „Buschi“ auch morgen wieder auf der halbrechten Rückraumposition spielen.

Für „ein paar Minuten Entlastung“ der 22-Jährigen soll A-Jugendspielerin Simona-Maria Cipaian sorgen. „Sie hat zuletzt schon in der A-Jugend immer auf halbrechts gespielt“, sagt Moos über die 18-Jährige. Die Rechtshänderin wird ebenso wie Rechtsaußen Marie-Theres Raum in den Kader zurückkehren, nachdem das Duo in Blomberg wegen eines Einsatzes bei der A-Jugend noch gefehlt hatte.

Cocx weiter auf der Mitte

Wegen der Personalnot im Rückraum wird die gelernte Kreisläuferin Tessa Cocx auch gegen Weibern wieder die Spielmacherposition einnehmen. „Sie hat früher schon in Trier auf der Mitte gespielt, hat Erfahrung und sieht viele Sachen“, begründet Moos.

Die Position der Holländerin wird dann am Kreis wieder Theresa Loll einnehmen, nachdem die Berliner in Blomberg dort ihren ersten längeren Einsatz hatte. „Sie war sehr nervös und wollte nichts falsch machen. Sie muss aktiver werden. Das gilt aber für die ganze Mannschaft“, sagt Moos, auch weil er davon ausgehen muss, dass mit Sabine Heusdens, die letzte gestandene Rückraumspielerin der HSG so wie in der zweiten Hälfte in Blomberg auch künftig kurz gedeckt werden wird.

Suche nach Verstärkungen

„Falls das so ist müssen wir den Ball schneller laufen lassen“, fordert Moos, nachdem sein Team in Blomberg viele technische Fehler machte. „Wir müssen nun Stück um Stück zusammenwachsen. Wir wussten, was auf uns zukommt und müssen da nun zusammen durch“, fügt Moos an, während die Vipers in einer Pressemitteilungen „von Bemühungen um kurzfristige Verstärkungen“ berichteten. Für das Spiel gegen Koblenz geht der Coach aber „eher nicht“ von einer neuen Spielerin aus. „Weibern spielt mit einer kompakten Deckung und viel über den Kreis“, sagt Moos über den Neuling der das Hinspiel mit 33:29 gewann. Während er auf der Torwartposition wieder aus dem Bauch heraus entscheiden will, ob er die in Blomberg starke Julia Gronemann oder die Schweizerin Manuela Brütsch beginnen lasen lässt, hofft er auf wesentlich bessere Abwehrleistung als in Blomberg, weil die Vipers aufgrund der fehlenden Wurfkraft im Rückraum „Kontertore brauchen“.

Vasilescus Abgang bestätigt

Erst gestern bestätigten die Vipers in einer Pressemitteilung offiziell, dass das Amtsgericht Fritzlar die Rückannahme ihres Insolvenzantrags angenommen habe und auch, dass Vasilescu sie verlassen wird. Nachdem die Rumänin Koblenz erst abgesagt hatte, hat sie nun doch wieder „Interesse“, so die Koblenzer Trainerin Ildiko Barna, zum Aufsteiger zu wechseln.

Deshalb wollen die Koblenzer nun mit den Vipers sprechen, was sich aber relativ schwierig gestaltet, „weil der Verein relativ kopflos ist und jeder was anders sagt“, so Barna. „Laura wird aber nicht in Bad Wildungen für uns auflaufen“, fügt die Ungarin an, so dass davon auszugehen ist, dass der Wechsel der Rückraumspielerin zum Aufsteiger nach der morgigen Partie bekanntgegeben werden wird.

Ein Mitwirken Vasilescus im Koblenzer Trikot gegen ihren alten Klub hätten wohl nicht nur die Vipers-Fans kaum verstanden. Auf deren zahlreiches Erscheinen hoffen Moos und die Mannschaft trotz des letzten Tabellenplatzes und vier Punkten Abstand auf Nichtabstiegsrang zehn, weil für das verunsicherte Team „die Unterstützung enorm wichtig ist“ wie Moos sagt.

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