Zwischenbilanz der HSG Bad Wildungen: Gerade noch eine 4 minus

Versetzung der Vipers ist gefährdet

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Augen zu und durch: Bad Wildungens Torfrau Manuela Brütsch (l inks), die im bisherigen Saisonverlauf die beste Viper war, muss hier den Wurf der Leverkusenerin Joanna Rode passieren lassen. 

Durch den „extremen Befreiungsschlag“, so Trainerin Tessa Bremmer, mit dem vor allem auch für den Kopf wichtigen 28:22-Sieg über Göppingen fällt die WLZ-Zwischenbilanz der HSG Bad Wildungen nach den ersten sieben Erstligaspielen mit einer 4 minus gerade noch so ausreichend aus.

Bad Wildungen - Durch die ersten zwei Punkte vermieden es die Vipers als Tabellenletzter und - Vierzehnter in die Spielpause aufgrund der Handball-Weltmeisterschaft in Japan zu gehen. Trotz nur 2:12 Zählern sind die Südwaldeckerinnen nun Elfter.

„Mit dem Punktestand können wir definitiv nicht zufrieden sein“, sagt Bremmer nach dem missglückten Start mit 0:12-Zählern und dem Pokalaus gegen Bayer Leverkusen (21:25).

Sechs Punkte zu wenig

Gemessen am Saisonziel „Rang neun“ hat die HSG sechs Punkte zu wenig, da sie aus den lösbaren Heimspielen gegen Buxtehude (29:41), Blomberg-Lippe (25:26), Bensheim/Auerbach (28:33) und Göppingen nur zwei von sechs realistisch erscheinenden Zählern holte und zu allem Überfluss bei ihrem bisherigen Tiefpunkt, der 27:30-Pleite bei Aufsteiger und Abstiegskandidat Nummer eins, Kurpfalz Bären (27:30), überraschend verlor.

„Die Spiele in Ketsch und gegen Buxtehude waren zwei Totalausfälle“, konstatiert Bremmer. Sie findet aber, dass ihr Team derzeit nur zwei Punkte zu wenig habe, weil die Vipers nur in Ketsch „in der Pflicht gewesen sind, zu gewinnen. Es ist natürlich blöd, wenn man ausgerechnet im wichtigsten Spiel die schlechteste Leistung zeigt“, sagt sie.

Zwei unglückliche Niederlagen

Den unbefriedigenden Saisonverlauf führt Bremmer auch darauf zurück, dass ihre Mannschaft beim 28:30 bei Meister Bietigheim und dem 25:26 gegen Blomberg „zweimal hintereinander gut gespielt und extrem unglücklich verloren hat. Das hat uns einen mentalen Knick gegeben“, sagt die Trainerin. Mit den Leistungen ihres neuformierten Teams „in der Mehrzahl der Spiele“ war sie aber erstaunlicherweise zufrieden.

Viel Pech mit Verletzungen

Dass die HSG in Ketsch auch noch ihre bis dahin beste Torschützin Marieke Blase mit einem Kreuzbandriss verlor, nachdem Neuzugang Vanessa Magg im August bereits die gleiche Verletzung erlitten hatte und wohl frühestens im April wieder spielen kann, ist für Bremmer ein weiterer Grund für den schwachen Start des Zehnten der Vorsaison. Bei dem stand die neue Rechtsaußen Vanessa Plümer (Frankfurt/Oder) nach einer Schulteroperation erst gegen Göppingen erstmals im Kader stand, während Ersatzspielmacherin Erika Rajnohova wegen einer allergischen Reaktion am Fuß länger ausfiel.

Mit dem Rücktritt der als zweiter Halbrechten hinter Jana Scheib (Bietigheim II) eingeplanten Linkshänderin Lisa-Marie Preis wegen anhaltender Knieprobleme hatte die Verletzungsmisere der Vipers bereits vor der Saison begonnen. Durch die Ausfälle von Blase und Magg fehlten der HSG gleich zwei Spielerinnen im Innenblock. Dort konnte Bremmer nur noch auf die eingespielten Sabine Heusdens und Maxi Mühlner zurückgreifen.

Manuela Brütsch als beste Spielerin

Die bisher beste Spielerin bei den Vipers ist wieder einmal Torfrau Manuela Brütsch. „Sie hat hat insgesamt gut gehalten“, sagt Bremmer über ihre Kapitänin. Auch Ingenpaß, die in der Vorbereitung mit einer Patellasehnenverletzung zu kämpfen hatte, sieht die 36-Jährige auf „einem richtig guten Weg“. Eine „überragende Hinrunde“ bescheinigt die Niederländerin Scheib, der Nachfolgerin von Anouk Nieuwenweg (Chambray Touraine). Sie ist angetan davon, dass die erst 19-Jährige „obwohl sie schon zwei Kreuzbandrisse hinter sich hat und aus der 3. Liga kommt, sowohl im Angriff als auch in der Abwehr, viel Verantwortung übernimmt.“ 

Die Problemfälle im Vipers-Team

So schwankend wie die Leistungen der HSG insgesamt, verläuft auch die Formkurve von Heusdens. „Sie hat noch nicht viele gute Spiele gemacht, obwohl wir nach den Ausfällen von Magg und Blase noch mehr auf sie angewiesen sind“, sagt Bremmer über die auch im Innenblock unverzichtbare Halblinke. Die ist mit 38 Treffern in der Ligatorschützenliste dennoch als beste Bad Wildungerin Dreizehnte. Scheib belegt mit 26 Treffern Rang 21 bei den Feldtorschützinnen. Während deren 18 Jahre alte U20-Nationalteamkollegin Mühlner mit ihrer Leistung stagniert und Rechtsaußen Anna Frankova nach ihrer guten Vorbereitung bisher eine schwache Saison spielt, fehlt Spielmacherin Struijs nach ihrer Schulteroperation noch die Durchschlagskraft. Im Tor konnte Anne Bocka Leistungsträgerin Brütsch nur gegen Göppingen, als die zweite Keeperin die Matchwinnerin war, entlasten. (jh)

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