Berndt Dugall: „Kosten für Spielerinnen im oberen Bereich der Liga“

Viele Baustellen für Ex

- Der Vipers-Geschäftsführer wird vom Ligaboss zum Sparen aufgefordert. Dirk Ex: „Auch HLZ defizitär“.Von Jürgen Heide

Bad Wildungen. Der vergangene Samstagmorgen begann früh für Ex. Weil sich die HSG Bad Wildungen noch die Umbauarbeiten in der Ense-Halle (neue Tornetze, Verschiebung der Ersatzbänke und des Zeitnehmertischs) absegnen lassen musste, traf sich der Geschäftsführer am Vormittag mit Dugall, dem Vorsitzenden der Handball-Bundesliga Frauen (HBF). Noch am Donnerstagnachmittag war die Austragung der Partie fraglich gewesen, weil die HSG bis dahin dem Ligaverband noch nicht den Abschluss der Umbauarbeiten gemeldet hatte, was Ex, weil noch Datenleitungen verlegt werden musste, gerade noch vor Ablauf der festgelegten Frist am Donnerstag tat. Am Sonnabend hatte Dugall dann bezüglich der Umbauarbeiten nichts zu beanstanden, sodass die Vipers das Spiel am Abend gegen Blomberg (22:22) im Gegensatz zu den ersten beiden Heimpartien gegen Buxtehude und Leipzig ohne Ausnahmegenehmigung seitens der HBF bestreiten konnten.

Mit Dugall besprach Ex auch die Finanzmisere bei der HSG, bei der die Kosten aus dem Ruder gelaufen sind. Auf 870 000 Euro beziffert diese der seit August tätige Geschäftsführer, während bei der Liga ein Etatplan von 550 000 Euro eingereicht wurde. Weil Ex glaubt, 650000 Euro an Einnahmen erwirtschaften zu können, ergibt dies ein Etatloch von 220 000 Euro. Durch den zehnprozentigen Gehaltsverzicht der Spielerinnen vermindert sich dieses um rund 50 000 auf 170 000 Euro.

„Das ist immer noch eine Hausnummer“, sagt Ex, „doch unsere Liquidität ist gesichert.“ Auch Dugall sieht den Spielbetrieb der HSG „nicht gefährdet“. Die Vipers müssen mit „ihren Ausgaben runter“, sagt der auch für die Lizenz mit zuständige Ligaboss und siedelt die Gehälter, die der Neuling seinen Spielerinnen zahlt, „im oberen Bereich der Liga“ an.

„Hier sind Vertragswerke gestaltet worden, die den Spielerinnen eine große Sicherheit bieten“, sagt auch Ex. So muss er sich auch mit „vielen Verträgen“ auseinandersetzen, die „noch vor der Zeit“ seines Vorgängers Rüdiger Heß ausgestaltet worden sind, als Alexander Eysert, der Vorvorgänger von Ex, für die Geschäfte verantwortlich war.

Auch Hauptsponsorin Katharina Merck habe „in Vertretung von Heß in ihrer Funktion als Gesellschafterin“ Verträge mit Spielerinnen unterzeichnet, gibt Ex zu, der nun versucht, an allen Ecken und Enden zu sparen, und selbst auf Provisionszahlungen verzichten will. Zudem will Ex wie bei Miranda Robben, der die Vipers ein bestimmtes Gehalt garantieren, Kosten für die HSG sparen, weil es mit der Kapitänin eine Zusatzvereinbarung gibt, dass der Club die Summe weniger zahlen muss, die Robben durch die Arbeit bei einem HSG-Sponsor selbst verdienen kann.

Neben geringeren Kosten in der Verwaltung durch Einsparung von Arbeitsstunden will Ex auch die Kosten für Konditionstrainer Jörn Perlwitz, Freund von Rechtsaußen Jessica Kleinmann, der auf Honorarbasis mit seinem Kollegen Sascha Wingenfeld für die HSG tätig ist, einsparen. Zudem soll ein ehrenamtlicher Ordnungsdienst die Security in der Halle ablösen. „Wir wollen ein Kompetenzteam mit ehrenamtlichen Helfer bilden“, sagt Ex und freut sich, dass er für dieses schon Zusagen von alten Weggefährten des Bad Wildunger Handballs erhalten hat.

Dass Dugall „zwei Drittel“ der Etatlücke dem Handballnachwuchsleistungszentrum (HLZ) geschuldet sieht, dementiert Ex. „Die Kosten sind klar getrennt“, sagt er. Erst vorletzte Woche habe Merck „ein klares Bekenntnis zum HLZ abgegeben“, indem die HLZ-Gesellschafterin den Vorsitz des neu gegründeten Vereins HSG Bad Wildungen Vipers Handballleistungszentrum e. V. übernommen habe. Das HLZ sei wie die Erstligaspielbetriebs GmbH „ebenfalls defizitär“, gibt Ex zu, und werde hauptsächlich „von Merck, wenigen privaten Spenden und nur einem kleinen Anteil von Sponsoren“ unterhalten.

Der Samstag von Ex endete übrigens damit, dass ihn Vipers-Fanclubboss Volker Schüttler darauf aufmerksam machte, dass die Würstchen am Stand vor der Halle schon zur Pause aus waren. „Auch darum kümmere ich mich“, sagt Ex.

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