Gerechtes 22:22 (13:12)-Unentschieden zwischen Bad Wildungen und Blomberg-Lippe Sabine Heusdens überragt gegen Blomberg

Zu viele Fehler verhindern Sieg - Video online

- Der erste Erstligapunkt für die Vipers im Duell der beiden HSGs ist für Trainer Søren Jeppesen ein Zähler zu wenig.Von Jürgen Heide

Bad Wildungen. Als die schwache Ruta Latakaite den vermeintlich letzten Bad Wildunger Angriff beim Stand von 22:22 16 Sekunden vor Schluss zu früh und dazu noch mit einem Fehlwurf abschloss, drohte dem Aufsteiger vor 700 Zuschauern die vierte Niederlage im vierten Spiel. Doch weil Blombergs Caroline Thomas zehn Sekunden vor dem Ende nach der Auszeit von Trainer Andre Fuhr beim folgenden Freiwurf nach dem Pfiff der Schiedsrichter mit dem Ball loslief, statt diesen zur sehr starken Michaela Hofmann zu passen, kamen die Gastgeberinnen aufgrund des Anfängerfehlers noch einmal in Ballbesitz. Cristina Mihai traf auch noch vor der Schlusssirene ins Tor, doch zuvor hatten die Referees zu Recht einen Schrittfehler der Rumänin nach einem vorangegangenen Foul gepfiffen, so dass die gastgebende HSG nur noch einen direkten Freiwurf erhielt. Als die überragende Sabine Heusdens mit diesem an Blombergs Torfrau Isabell Roch scheiterte, blieb es bei der gerechten Punkteteilung in der hektischen und von zahlreichen Fehlern geprägten Begegnung.

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„Ich denke, wir haben einen Punkt verloren“, ärgerte sich Jeppesen, während die zunächst wegen ihres nicht anerkannten Tores aufgebrachte Mihai später sagte, „dass wir über den Punkt froh sein können, weil Blomberg zehn Sekunden vor Schluss noch den Ball hatte“. Bereits 52 Sekunden vor dem Ende hatte Hofmann mit ihrem sechsten Tor für den späteren Endstand gesorgt.

Dass vorher Heusdens, die stärkste Bad Wildungerin, mit ihrem achten Tor den Neuling per Hüftwurf zur Freude der Vipers-Fans mit 22:21 in Führung gebracht hatte (58.), war ebenso symptomatisch für das Spiel wie die Fehler beider Teams nach dem 21:21 (51.), als in der schwachen Partie fast sieben Minuten kein Tor fiel.

Jeppesen vermisst Jovovic

So ärgerte sich Jeppesen über den zu frühen Abschluss durch Latakaite entgegen der vorher in seiner Auszeit festgelegten Absprache. „Wir hätten den Angriff runterspielen müssen“, sagte der Däne und hätte, weil die sonstige Leistungsträgerin Latakaite nicht ihren besten Tag hatte, „Ruta war schlecht“, gerne auf Jovana Jovovic zurückgegriffen. „Sie hat gefehlt“, sagte Jeppesen über die Montenegrinerin, die am Samstag in der vorgezogenen Begegnung vom neunten Spieltag noch keine Spielberechtigung hatte. Am kommenden Sonnabend soll sie nun aber gegen Celle endlich mitwirken. „Da wird sie spielen“, ist sich der Coach sicher, was Sportchef Markus Berchten fälschlicherweise schon vor dem Spiel in Frankfurt (Oder) angenommen hatte.

Weil die sonst so zuverlässige Spielmacherin Latakaite so viele Fehlpässe wie wohl noch nie in ihrer Bad Wildunger Zeit fabrizierte, überlegte Jeppesen sogar Ersatzlinksaußen Sophia Bepler mangels anderer Alternativen für die Litauerin zu bringen. Doch weil das Spiel zu hektisch war, sah er letztlich von diesem Vorhaben ab. Weil vor der Pause Miranda Robben sehr schwach agierte, hatte der Coach zudem überlegt, seine Kapitänin gegen Bepler auszuwechseln, was er dann wegen der Leistungssteigerung der Linksaußen nach dem Wechsel nicht tat. Auch Rechtsaußen Annika Busch, die Jessica Kleinmann zwischenzeitlich kurz ersetzte, agierte gerade vor der Pause schwach. „Sie ist nicht fit, Jessi auch nicht“, sagte Jeppesen. Er bezeichnete das Angriffsspiel seines Teams trotz der überragenden Vorstellung von Heusdens, „sie wird immer besser“, und der passablen Leistung von Mihai, „sie hat gut gespielt“, insgesamt als „große Katastrophe“.

Während sich die Vipers ihre Tore gegen die körperlich klar unterlegenen Gäste erarbeiten mussten, erspielten sich die ersatzgeschwächten Blombergerinnen ihre Treffer zumeist. Dies gelang ihnen auch wegen der von Jeppesen gelobten, aber in vielen Situationen unbeweglichen 6:0-Abwehr der heimischen HSG, die bei sieben Aluminiumtreffern der Gäste großes Glück hatte, während Julia Gronemann gut hielt.

„Wir haben erneut Lehrgeld bezahlt“, ärgerte sich Jeppesen auch darüber, dass es die Vipers versäumten, sich vor der Pause auf 14:11 abzusetzen, und nach dem Wechsel und dem 14:14 (35.) sogar in Überzahl mit 14:16 (37.) in Rückstand gerieten. „Ich bin letztlich froh, dass wir endlich unseren ersten Punkt haben“, bilanzierte Mihai.

Dagegen war für Geschäftsführer Dirk Ex, der wegen des Etatlochs in der Verwaltung der Vipers Arbeitsstunden und Kosten abbauen will, wovon Marketingmann Sören Wennerlund betroffen sein könnte, der eine Zähler „ein Punkt zu wenig“. „Am nächsten Samstag haben wir drei Punkte“, versprach Jeppesen den Fans auf der öffentlichen Pressekonferenz einen Sieg gegen Celle, der auch dringend nötig ist, wenn die Vipers den Tabellenkeller verlassen wollen. Der von ihm beschriebene Ketchup-Effekt, „erst kommt ein bisschen, dann alles“, habe gegen Blomberg begonnen, sagte Jeppesen.

„Nach dem Spiel gegen Celle, das wir unbedingt gewinnen müssen, wird die Ketchupflasche leer sein“, ist sich Kreisläuferin Tessa Cocx ebenso sicher.

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