30:27-Erfolg dank starker Defensivleistung

Vipers Bad Wildungen entzaubern HSG Bensheim/ Auerbach

Maxime Struijs (HSG Bad Wildungen) wird attackiert von Sarah Dekker von der HSG Bensheim/Auerbach
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Führte die Vipers zum Auswärtssieg: Maxime Struijs, der in dieser Szene Sarah Dekker von der HSG Bensheim/Auerbach ans Trikot geht. Das Foto stammt aus der Vorsaison.

Die HSG Bad Wildungen hat die HSG Bensheim/Auerbach entzaubert. Mit einer überzeugenden Vorstellung sicherten sich die Vipers im Hessenderby der Handball-Bundesliga der Frauen mit 30:27 (16:15) den zweiten Saisonsieg und fügten dem Gegner die ersten Minuspunkte zu.

Bensheim - „Das war ganz, ganz wichtig“, jubelte Vipers-Trainerin Tessa Bremmer nach dem nicht eben erwartbaren Coup in der Bensheimer Weststadthalle. Sie lobte ihre Spielerinnen für eine „absolute Mannschaftsleistung: Wir haben uns deutlich gesteigert.“

Bei der Entscheidung in der spannenden Schlussphase hatte die abermals überzeugende Keeperin Manuela Brütsch ihre Hand im Spiel. Sie parierte eine Minute vor Ende den freien Wurf der Flames-Rechtsaußen Lotta Heider, im Gegenzug stellte Anna-Maria Spielvogel den Endstand her.

Die Vorzeichen hatten für einen Sieg der Gastgeberinnen gesprochen. Bensheim/Auerbachs Trainerin Heike Ahlgrimm verfügte über den kompletten Kader, nachdem Rechtsaußen Sarah Dekker und, erstmals seit ihrem im April 2019 erlittenen Kreuzbandriss, die Dänin Simone Spur-Petersen wieder dabei waren. Bei den Gästen stand Marieke Blase gegen Ende der ersten Halbzeit das erste Mal seit ihrem Kreuzbandriss vor einem Jahr wieder auf dem Parkett.

Die Vipers zeigten nach nervösem Beginn eine couragierte Leistung gegen die bis dahin verlustpunktfreien Flames. Beide Teams deckten recht offensiv. Bad Wildungen machte das deutlich aggressiver, was sich auch in der Zahl von sieben Zeitstrafen niederschlug.

Ingenpaß humpelt verletzt vom Feld

Die Gäster profitierten außerdem wie so oft von der guten Vorstellung von Manuela Brütsch, die ihre Torhüter-Kollegin auf der anderen Seite, Helen van Beurden, klar in den Schatten stellte. Nach Brütschs zweiter Parade erzielte Annika Ingenpaß erstmals eine Zwei-Tore-Führung für die Vipers (6.); die Kreisläuferin verletzte sich im zweiten Abschnitt und humpelte vom Feld. Beim Siegertänzchen war sie zwar dabei., konnte aber mit rechts nicht auftreten.

Der Vorsprung hielt bis zum 9:7 durch die starke Anna-Maria Spielvogel (15.), die wiederholt Bälle des Gegners abfing. Dann schien die Partie zu kippen. Mit einem Doppelpack von Isabel Hurst, einem technischer Fehler von Spielvogel sowie den Treffern von Alicia Soffel und der sehr starken Rückraumschützin Lisa Friedberger hieß es plötzlich 11:9 für die Flames.

Die Moral der Gäste stimmte. Angeführt von Maxime Struijs, die das Spiel ihres Teams lenkte und antrieb, erzielte Bad Wildungen bis zur Halbzeit wieder eine knappe Führung. Dabei taten sich Maria Ines Da Silva Pereira, Munia Smits und Struijs jeweils mit zwei Toren hervor.

Vipers büßen Fünf-Tore-Führung fast komplett ein

Nach Wiederbeginn quittierten die Wildungerinnen zwar sofort den Ausgleich, doch sie spielten konzentriert und engagiert weiter. Trotz zeitweiser doppelter Unterzahl - Jana Scheib und Spielvogel mussten gleichzeitig zuschauen - und direkter Deckung gegen Struijs erzielten sie in der 43. Minute mit dem Schlagwurf der Spielmacherin eine Fünf-Tore-Führung (25:20).

In den folgenden acht Minuten jedoch schien den Gästen die Begegnung zu entgleiten, und die in dieser Phase kaum zu bremsende Elisa Stuttfeld brachte die Flames bis auf ein Tor heran (27:28/52.). Tessa Bremmer reagierte mit ihrer zweiten Auszeit, doch die Sache schien nach hinten loszugehen, als sich Kira Schnack einen technischen Fehler leistete.

Brütsch machte den Patzer mit einem gehaltenen Ball gegen Dionne Visser wett, den folgenden Angriff der Bensheimerinnen schloss Ines Ivancok neben das Tor ab - und schließlich sorgte Maxime Struijs mit ihrem zweiten verwandelten Strafwurf für das 29:27 für ihre Farben. Diesen Vorsprung ließen sich die Gäste in den letzten zwei Minuten nicht mehr abnehmen.

Struijs war mit neun Treffern auch die beste Werferin im Team der Siegerinnen, jeweils fünf Mal waren Smits, Spielvogel und Jana Scheib erfolgreich. Die meisten Treffer der Flames erzielte mit acht Lisa Friedberger.

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