Wie die HSG Bad Wildungen ins Mittelfeld der 1. Handball-Bundesliga will

Vipers mit vier Neuen nach oben

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Trainerin mit vier Neuen:  Kira Schnack, Lea Schüpbach sowie Larissa Platen und Munia Smits (von links) haben Tessa Bremmer in ihre Mitte genommen.

Nach Platz zwölf in der wegen des Coronavirus Mitte März vorzeitig abgebrochenen Saison schielen die Erstligahandballerinen der HSG Bad Wildungen in der kommenden Spielzeit erneut auf einen einstelligen Tabellenplatz.

In der nach derzeitigem Stand für die Vipers am 5. September mit dem Auswärtsspiel bei der SG BBM Bietigheim beginnenden Runde will Trainerin Tessa Bremmer ihr erneut verjüngtes Team weiterentwickeln.

Die Lernwillige

„Ich will hier den nächsten Schritt machen“, gibt Lea Schüpbach den Tenor bei den vier Neuzugängen der Südwaldeckerinnen wieder. Die 22-Jährige hat keine einfache Saison hinter sich, da sie bei Paris 92 wegen eines Bruches im rechten Mittelfuß bereits seit Januar pausieren musste. Auch vor der Operation, bei der die Winterthurerin eine Metallplatte eingesetzt bekam, hatte sie als Nummer zwei hinter der tschechischen Nationaltorhüterin und Ex-Thüringerin Lucie Satrapov, „die eine gute Saison gespielt hat“, nicht die gewünschten Spielzeiten.

Dennoch war das Jahr in der französischen Hauptstadt beim dortigen Erstligafünften für die frühere Nottwilerin „eine tolle Erfahrung, weil ich sehr viel lernen konnte“. So spielte die Schweizer Nationaltorfrau in Paris mit Allison Pineau der französischen Welthandballerin von 2009 und Weltmeisterin von 2017 zusammen.

In Bad Wildungen kennt sie bereits Spielführerin Manuela Brütsch aus dem Schweizer Nationalteam. „Das ist zwar schön, war aber nicht der Hauptgrund, dass ich hierher gekommen bin. Vielmehr hat einfach das Gesamtpaket gepasst“, sagt die Nummer zwei der Schweiz hinter Stammkeeperin Brütsch schmunzelnd.

Die Allrounderin

„Ich kann auf allen Rückraumpositionen spielen“, sagt Larissa Platen. Der neueste Neuzugang der Vipers gehört der Sportfördergruppe der hessischen Polizei an. Die 24-jährige aus dem mittelhessischen Ehringshausen, die aus einer Handballfamilie stammt, ist nach ihrem Wechsel vom Ligakonkurrenten 1. FSV Mainz 05 zur HSG statt in Darmstadt in Homberg/Efze stationiert.

In den vergangenen zwei Jahren agierte die Allrounderin beim Ligakonkurrenten auf der Spielmacherposition. „Das ist noch einmal etwas anders als auf halb“, sagt die frühere Bensheimerin in Anspielung auf die mit der Position verbundene Führungsrolle, die ihr Tessa Bremmer auch bei den Vipers zutraut. „Mal gucken, wo ich spielen werde“, sagt Platen, welche die HSG-Trainerin zunächst auf der Mitte eingeplant hat.

Die Werferin

Nach ihren älteren Schwestern Xenia (26 Jahre) und Aaricia (22), die einst Jugendspielerinnen im Bad Wildunger Handballleistungszentrum waren, hat nun auch die gebürtige Belgierin Munia Smits den Weg nach Südwaldeck gefunden. „Das ist aber Zufall. Ich gehe den Weg umgekehrt und unabhängig von meinen Schwestern“, sagt die 21-Jährige. Während Xenia, Stammspielerin im deutschen Nationalteam, künftig nach ihrem Wechsel aus Metz für die ambitionierten Bietigheimerinnen auflaufen wird, spielt Aaricia beim Zweitligisten VfL Waiblingen. Eine Klasse höher will Munia nun „in der ersten Liga ankommen“, nachdem ihr zuletzt bei der HSG Blomberg-Lippe in 18 Spielen 17 Tore, davon 13 durch Siebenmeter, glückten. Einfache Treffer von halblinks soll Smits, „in Blomberg galt ich als die Werferin und nicht als die Zauberin“, nun für die Vipers erzielen.

Die Routinierte

Wie Smits kam auch Kira Schnack vom Überraschungsvierten Blomberg nach Bad Wildungen. Dort dürfte die routinierte Rechtsaußen, die vier Jahre bei Erstligakonkurrent VfL Oldenburg spielte, bevor die Blondine drei Jahre im Lipperland auf Torejagd ging, vor Talent Vanessa Plümer als Nummer eins auf der Rechtsaußenposition gesetzt sein.

„Nachdem Bad Wildungen in der letzten Saison lange weit unten war, denke ich, dass wir uns mit der Mannschaft, die einen sehr harmonischen Eindruck macht, etwas nach oben orientieren können“, sagt Schnack, die zuletzt in 18 Spielen 19 Treffer erzielte. (jh)

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