Handball-Bundesliga der Frauen

Vipers Trainerin fordert: Taktisches Mitdenken gegen Neckarsulm gefragt

Torfrau gegen Handballerin
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Durchlassquote niedrig halten. Torfrau Manuela Brütsch hat den Vipers schon so manchen Sieg gerettet, hier springt sie Lynn Knippenborg (Neckarsulm) in die Parade.

Die Zeiten, als die HSG Bad Wildungen und die Sport-Union Neckarsulm sportlich und finanziell auf einer Stufe standen, sind vorbei. Sie treffen am Samstag ab 19 Uhr in der Edertal-Halle aufeinander.

Bad Wildungen – Die letzten drei Liga-Begegnungen verloren die Vipers gegen diesen Gegner, der im Gegensatz zu den Wildungern längst nicht mehr nur den Klassenerhalt als Saisonziel ausgibt, sondern das internationale Geschäft.

„Neckarsulm hat mittlerweile einen Millionen-Etat der mindestens vier mal höher ist als unserer“, sagt die Wildunger Trainerin Tessa Bremmer. Das ist aber nur die finanzielle Seite, denn sportlich sieht sie ihre Mannschaft viele näher dran am kommenden Gegner. „Es waren fast immer knappe Spiele gegen Neckarsulm und ich denke schon, wenn wir einen guten Tag erwischen, können wir auch gegen sie gewinnen.“

Zumindest auf dem Papier scheint diese Möglichkeit derzeit recht gut zu sein, denn für Neckarsulm kam gegen Oldenburg überraschend das Pokal-Aus und auch vorher waren einige schwächere Partien dabei.

Aufgrund dieser Pokal-Niederlage sieht Bremmer aber keinen Vorteil für ihr Team. „Nach einem schlechten Spiel hat man ja auch Ärger bekommen, vom Trainer und vom Umfeld, und die Spielerinnen wollen darauf eine positive Reaktion zeigen. Das kennen wir ja auch von uns selbst, nur zu gut.“

Kein Vorteil der Vipers wegen eines breiteren Kaders

Neckarsulm beklagt aber einen personellen Engpass, die Vipers nicht. Bis auf Larissa Platen (Knieprobleme) sind alle Bord. Ein Fragezeichen stehe noch hinter dem Einsatz der erkrankten Jolina Huhnstock. Bremmer hat schon bewiesen, dass man über einen breiteren Kader auch Spiele gewinnen kann, etwa mit viel Tempo und Kraft- und Konditionsvorteilen in den Schlussminuten.

Aber in diesem Fall sieht die Trainerin diesen Vorteil nicht, zumal Nele Reimers vor einigen Tagen von Bietigheim nach Neckarsulm zurückgekehrt ist. „Die Top-Teams der Liga beschweren sich öfters über Verletzungen, die ihren Kader schmälern, aber auch dieser Kader ist dann nicht kleiner oder schlechter besetzt als unserer“, betont Bremmer. Ihre Mannschaft hat am vergangenen Wochenende mit dem klaren Pokalsieg (36:28) gegen Zweitligist Ketsch Selbstvertrauen getankt.

Aus dieser Partie möchte die Wildunger Trainerin vor allem das schnelle taktische Umstellen ihrer Mannschaft mitnehmen. „Wenn im Spiel etwas nicht gut funktioniert, sollten wir darauf schnell und gut reagieren und nicht erst, wenn wir mit fünf, sechs Toren hinten liegen. So hat gegen Ketsch die Umstellung auf eine 4-2-Abwehr gut geklappt und wir haben damit Wirkung beim Gegner erzielt.“

Bremmer schätzt das Neckarsulmer Team in der Offensive stärker ein als in der Defensive. „Sie werfen viele Tore aus dem Rückraum und machen viele einfache Tore im Gegenstoß über außen.“ Die Vipers-Trainerin schätzt ihr Team ähnlich ein. „Vorn spielen wir schon recht gut, aber in der Abwehr müssen wir uns noch steigern.“ Warum nicht schon gegen Neckarsulm.

Trainerin Logvin fordert mehr Demut und einen Pflichtsieg

Wehret den Anfängen. Überheblichkeit und den Gegner zu unterschätzen ist in diesen Tagen die Hauptbaustelle für Trainerin Tanja Logvin bei der Sport-Union aus Neckarsulm. Weil ihr Team nach einer 19:13-Halbzeitführung das Pokalspiel schon frühzeit gewonnen hatte, verlor sie es noch mit 29:34.

Wer die Impulsivität einer Tanja Logvin schon einmal in der Halle live erlebt, kann sich vorstellen, dass die Mannschaft nach der Pokal-Pleite mächtig Ärger bekommen hat. „Ich verlange von der Mannschaft in Wildungen die richtige Antwort.“ Und die kann nur so lauten: gewinnen.

Respekt haben, vor jedem Gegner. Das erwartet die Trainerin von ihren Spielerinnen. Logvin macht es vor, denn sie lobt die Wildunger Mannschaft vor allem wegen ihrer positiven Einstellung: „Die geben nie auf.“ Außerdem preist sie die gute Entwicklung der Vipers, die „einen schnellen Handball spielen“, auch wegen eines starken Rückraums mit Munia Smits, Maxime Struijs und Jana, Scheib. Trotz dieser lobenden Sätze gibt Logvin auch diese Marschroute aus, die von einer Überlegenheit ihrer Mannschaft schon vor dem Anpfiff zeugt: „Ein Sieg in Wildungen ist Pflicht.“ (rsm)

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