„Die schlimmste Nachricht meines Lebens“

Vipers: Vasilescu und Busch müssen Karriere beenden

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Voller Einsatz: Rückraumspielerin Laura Vasilescu (rechts) im Kampf gegen die Alina Grijseels (Dortmund).

Bad Wildungen – Vor dem Spiel in Metzingen hat die HSG Bad Wildungen das verletzungsbedingte Karriereende ihrer langjährigen Leistungsträgerinen Laura Vasilescu und Annika Busch bekannt gegeben.

Im Doppelinterview blicken die 34-jährige Rückraumspielerin und die 28-jährige Rechtsaußen auf ihre Handballkarriere zurück.

Sie haben sich am 30. Januar gegen den Thüringer HC verletzt. Wie ist der Stand Ihrer Verletzung, Frau Vasilescu?

Vasilescu: Ich habe mir leider einen großen Teil meines Knorpels abgebrochen sowie das Kreuzband gerissen. Der abgebrochene Knorpel musste in der ersten Operation Anfang März erst einmal entfernt werden, außerdem wurden die Vorbereitungen für die nächste Kreuzband-Operation vorgenommen.

Wie geht es jetzt für Sie weiter?

Vasilescu: Meine nächste Operation wird leider erst am 23. Juli stattfinden, da im Moment die ersten Vorbereitungen für das Knie gemacht wurden und diese erst heilen müssen, bevor es weitergehen kann. Diese Verletzung bedeutet auch, dass ich meine Profikarriere im Handball leider beenden muss. Meine Hoffnung war, dass es noch eine Chance gibt, dass ich ein paar Jahre weiterspielen kann, aber leider wurde dies im Anschluss an die erste Operation durch die Spezialisten ausdrücklich ausgeschlossen. Das war die schlimmste Nachricht meines Lebens und hat mich unter Schock gesetzt.

Wie blicken Sie auf die Zeit bei den Vipers zurück und was ist Ihr Plan für die Zukunft?

Vasilescu: Jeder, der Profisport betrieben hat und durch Verletzungen zum Karriereende gezwungen wurde, weiß, dass dieser nicht freigewählte Ausstieg einem im ersten Moment den Boden unter den Füßen wegreißt. Handball war und ist mein Leben und wird weiterhin meine größte Leidenschaft sein. 

Auch sie muss ungewollt tschüss sagen: Annika Busch.

Wie ich meine Zukunft gestalte, werde ich in den nächsten Monaten sicherlich besser überdenken können. Meine Zeit bei den Vipers war die intensivste Zeit meiner Sportlerkarriere. Nicht nur der Aufstieg in die erste Liga, sondern auch die Torjägerkrone in der 1. Bundesliga, sowie die Qualifikation für das Final Four 2018 in Stuttgart waren die größten Highlights.

Sie haben sich im November gegen Leverkusen verletzt. Wie ist der Stand Ihrer Verletzung, Frau Busch?

Busch: Ich habe wie Laura einen Knorpelschaden. Vor neun Wochen wurde eine Knorpeltransplantation durchgeführt. Diese Operation ist sehr aufwendig und umfangreich, aber verspricht die besten Chancen, dass ich mit viel Glück ohne Schmerzen mein Knie im Alltag belasten kann. Ich werden noch weitere drei Wochen auf Krücken gehen müssen und im Anschluss werde ich über ein Jahr lang an diversen Rehamaßnahmen teilnehmen müssen. Voraussichtlich werde ich erst nach einem Jahr das Bein wieder richtig belasten dürfen, zum Beispiel mit Joggen.

Was bedeutet diese Verletzung für Ihre Zukunft?

Busch: Ich muss gestehen, dass ich nun doch dazu gezwungen werde, meine Karriere auf Krücken zu beenden. Diese Entscheidung war unumgänglich, da es auch noch ein Leben nach dem Handball gibt. So habe ich eventuell die Chance Sport weiterhin in mein Leben zu integrieren, auch wenn es nicht auf Profiniveau sein wird. Diejenigen, die mich kennen, wissen, dass ich ohne Sport nicht leben kann.

Was waren die Höhepunkte Ihrer Karriere?

Busch: Ich habe in der Jugend den Sprung in die Nationalmannschaft geschafft und durfte an einer Europameisterschaft teilnehmen. Mit 16 Jahren hatte ich bereits mein Bundesligadebüt. Ich bin von Dortmund über Leverkusen nach Bad Wildungen gekommen und durfte hier die aufregendsten sowie emotionalsten Momente erleben. Hierzu zählen allem voran der Aufstieg in die 1. Bundesliga und das Pokal-Final Four.

Was werden Sie am meisten vermissen?

Vasilescu: Der schönste Moment ist sicherlich, wenn man in die Halle einläuft. Das Gefühl, wenn man ein Spiel gewinnt, das Adrenalin, die Freunde und auch das Mannschaftsgefühl werden mir fehlen. Es fehlt mir schon heute und da ich die letzten Spiele jetzt nur noch von der Tribüne beobachten kann, ist es noch schwieriger.

Busch: Es ist unfassbar schwierig zu realisieren, dass man dieses Gefühl so nicht mehr haben wird. Die Momente auf der Platte, jedes Tor und der Zusammenhalt in der Mannschaft. Momente, die so nicht wiederkehren, aber die ich erleben durfte und dafür bin ich sehr dankbar. Handball zu spielen, war das beste Gefühl und das größte Glück meines Lebens. (red)

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