HSG Bad Wildungen lässt beim 18:35 (10:16)-Heimdebakel gegen Oldenburg letzten Einsatz vermissen

Willenlos in Schicksal gefügt

- Bad Wildungen (jh). Die vor allem im Angriff völlig desolaten Vipers resignieren gegen den VfL beim Heimdebüt viel zu früh.

Als HSG-Perspektivspielerin Laura Stockschläder als Glücksfee bei der Auslosung der 2. DHB-Pokalrunde ihrem Klub im Anschluss an die Heimpleite gegen Oldenburg das Auswärtsspiel beim Zweitligasiebten SG Rosengarten-Buchholz (3. oder 4. Oktober) bescherte, schüttelte Tessa Bremmer nur den Kopf. Das Spiel beim Team der Ex-Bad Wildungerin Sabine Heusdens empfand sie nicht als Glückslos. „Das ist zwar ein schlagbarer Gegner, aber wegen der Entfernung ist es ein extrem großer Aufwand. Ein nicht so weit entfernter Gegner wäre mir lieber gewesen“, sagte die 31-Jährige.

Das Pokallos passte zum völlig missglückten Samstagabend der Vipers, deren in der zweiten Hälfte immer wirrer werdende Aktionen Bremmer lange Zeit fast regungslos an der Seitenlinie verfolgt hatte. Wieder und wieder rannten sich die ideenlosen Gastgeberinnen in der aggressiven und offensiv eingestellten 6:0-Abwehr des VfL fest, der die unzähligen Abspielfehler der HSG zu sehr vielen Tempogegenstoßtoren nutzte.Trotz der 4:3-Führung (6.) deutete sich schon nach dem 6:8 (15.) und einer zehnminütigen Torflaute der HSG an, dass sich der Aufsteiger an der Oldenburger Deckung die Zähne ausbeißen würde. Spätestens beim 10:19 (36.) war die Partie entschieden, wobei die Vipers sich nach dem 15:24 (43.) willenlos in ihr Schicksal fügten. „Wir haben kämpferisch nicht ganz durchgezogen“, kritisierte Bremmer ihr Team. Auch die in der zweiten Hälfte auf der Bank sitzende Torfrau Manuela Brütsch war über die frühe Resignation ihrer Mannschaft sauer. Dass Bremmer nach dem 15:24 erst nach einem 0:6-Lauf mit einer Auszeit beim Stand von 15:30 (51.) versuchte den VfL zu stoppen, passte ebenso ins Bild wie die fast 14-minütige Torflaute der HSG bis zum 16:33 (57.). Diese ließ die Partie für die Vipers-Fans unter den 750 Zuschauern in der Ense-Halle zu einer schwer verdaulichen Handball-Kost werden.

„Nur Stockschläder gut“

„Wir haben gegen eine guten Gegner richtig auf die Fresse bekommen. Bis auf Johanna Stockschläder hat keines meiner Mädels einen guten Tag erwischt. Wir haben im Angriff den Kopf nicht eingeschaltet und zu früh abgeschlossen, was Oldenburg zu Tempogegenstößen genutzt hat“, brachte Bremmer die völlig missglückte Heimpremiere auf den Punkt. Die katastrophale Angriffsleistung führte die Holländerin auf die „nachlassende Deckungsleistung“ ihres Teams zurück, „dadurch sind wir im Angriff ungeduldig geworden“. Dabei hatten zu Beginn vor allem Kreisläuferin Nadja Bolze und Spielmacherin Sarah van Gulik Hoffnungen auf einen Heimsieg geweckt. Doch bereits da hatten bei van Gulik geglückte Aktionen mit haarsträubenden Fehlern gewechselt. Während die Regisseurin immer mehr unterging und sich die Halbspielerinnen Laura Vasilescu und Petra Nagy nicht durchsetzen konnten, waren die eingewechselten Rückraumspielerinnen Simona-Maria Cipaian und Jana Pollmer Totalausfälle. Neben Linksaußen Stockschläder präsentierten sich bei der HSG nur die Torfrauen Brütsch und die zur zweiten Halbzeit gekommene Helen van Beurden in Normalform.„Wir sind wieder auf dem Boden gelandet“, sagte Bremmer, die nach ihrer vom Ligaverband erhaltenen Ausnahmegenehmigung trotz fehlender A-Lizenz die Vipers bis zum 31. Januar 2015 weitertrainieren darf. Bis dahin will sie ihren A-Lizenz-Lehrgang in Holland, an dem sie seit einer Woche teilnimmt, abgeschlossen haben. Trotz des missglückten Heimauftakts ist die HSG punktemäßig aufgrund des Coups in Bietigheim vor dem Gastspiel beim Letzten Kob­lenz aber noch voll im Soll.

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