Bundesliga: 24:25-Niederlage der HSG

Willimann lässt Vipers trauern - Video

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Gestoßen: Bad Wildungens Sabine Heusdens (am Ball) wird von Gästespielerin Paraskevi Kazaki attackiert. Die Niederländerin erzielte zehn Tore für die Vipers.

Bad Wildungen - "Wir haben gezeigt, dass wir noch nicht weg sind", brachte Bad Wildungens Kapitänin Miranda Robben die unglückliche 24:25 (13:12)-Niederlage gegen die Vulkan-Ladies Koblenz/Weibern auf den Punkt.

Fünf Sekunden waren beim Stand von 24:24 noch zu spielen, als Paraskevi „Vivi“ Kazaki hochstieg. Doch der Wurf der Koblenzer Griechin wurde von der Bad Wildunger Abwehr geblockt. Auf Linksaußen nahm Andrea Willimann den Abpraller auf und versenkte dann das Spielgerät mit einem Heber über die aus ihrem Tor gekommene HSG-Keeperin Julia Gronemann zum mehr als schmeichelhaften Sieg der Gäste. Während sich diese fast in kompletter Mannschaftsstärke auf und über Willimann stürzten, konnten die Vipers die Niederlage nicht fassen. Rechtsaußen Ramona Grausenburger zog sich das Trikot über das Gesicht, Torhüterin Manuela Brütsch sackte auf der Ersatzbank in sich zusammen, die Aushilfshalbrechte Annika Busch trat gegen den Torpfosten, während die herausragenden Sabine Heusdens und Robben heftig über die Niederlage diskutierten.

Moos: „An Grenze gegangen“

„Es ist unfassbar, was die Mädels hier abgeliefert haben. Jede ist an ihre Grenzen gegangen. Wir haben das Publikum mitgerissen und das Publikum uns“, sagte Trainer Karsten Moos über die „tolle Atmosphäre“, nachdem er sich von der Auswechselbank erhoben hatte, wo er lange gesessen und ins Leere gestarrt hatte, weil natürlich auch er die Niederlage nicht fassen konnte.

„Sie tut extrem weh“, sagte der 30-Jährige, während sich Robben sicher war, „dass wir die Niederlage auch am Samstag in Metzingen noch im Kopf haben werden.“ Dass die Vipers auf ihre Leistung stolz sein können, wie Moos zu Recht meinte, konnte die frustrierten Spielerinnen des Schlusslichts nach dem Krimi am Mittwochabend nur wenig trösten.

Auch weil es beim 22:18 (52.) noch so ausgesehen hatte, als könnte die dezimierte HSG trotz der Abgänge von Cristina Mihai, Rebeca Cembranos Bruzon und der unter den 520 Zuschauern in der Ense-Halle weilenden Laura Vasilescu, deren Wechsel nach Koblenz heute offiziell bekannt gegeben werden soll, tatsächlich einen Sensationssieg feiern. Nachdem sie beim 12:11 (25.) durch Robben erstmals in Front gegangen waren, war es erneut die Kapitänin, die mit einem Hattrick ihr Team auf 20:17 (46.) davonziehen ließ.

Die Fans von Sitzen gerissen

Als danach Kreisläuferin Tessa Cocx nach einem Rückhandpass von Heusdens und die überragende Holländerin selbst das 21:18 und 22:18 erzielten, erhoben sich die HSG-Fans von ihren Sitzen und feierten lautstark ihr Team. Das hatte auch davon profitiert, dass die Koblenzer Trainerin Ildiko Barna aus unerfindlichen Gründen Heusdens, die einzige wurfgewaltige Rückraumspielerin der HSG, nicht kurz decken ließ. Nach dem Vier-Tore-Rückstand acht Minuten vor Schluss ließ die Ungarin dann aber Heusdens und Robben, die ab der 38. Minute in der Rückraummitte spielte, kurz decken und hatte mit dieser Maßnahme Erfolg.

Weil die Vipers vorne nun die Bälle verloren und auf der Gegenseite Kazaki ab der 54. Minute in etwas mehr als vier Minuten viermal traf, hieß es 90 Sekunden vor Schluss 24:24. Dabei beging Moos den Fehler, dass er Annika Busch, obwohl diese mit ihren Kräften am Ende war, weiter auf halbrechts decken ließ, statt die Linkshänderin die Position mit Rechtsaußen Grausenburger tauschen zu lassen, was Kazaki clever nutzte.

„Vivi hat uns ins Spiel zurückgebracht. Ohne sie hätten wir verloren“, sagte Andrea Willimann, die nach dem äußerst glücklichen Sieg „Mitleid“ mit ihren ehemaligen Mannschaftskolleginnen hatte.

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