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Zu viele einfache Fehler: Wildunger Vipers verlieren 27:32 in Metzingen

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Leistungsträgerin: Trotz der Niederlage in Metzingen deutete Anika Hampel mit elf Toren an, dass die kommende Saison ihre Saison werden kann. Hier setzt sie sich gegen Sandra Erlingsdottir (Metzingen) durch.
Leistungsträgerin: Trotz der Niederlage in Metzingen deutete Anika Hampel mit elf Toren an, dass die kommende Saison ihre Saison werden kann. Hier setzt sie sich gegen Sandra Erlingsdottir (Metzingen) durch. © Imago/Eibner

Die Hoffnung auf eine Überraschung in Metzingen, die die Handballerinnen der HSG Bad Wildungen Vipers im Herzen trugen, wurde enttäuscht.

Metzingen – Die Wirklichkeit zum Auftakt der Bundesligasaison sah so aus: Die Vipers erlaubten sich zu viele leichte Fehler und verloren 27:32 (12:16). Beste Spielerin der Vipers war Anika Hampel. Die Rückraumspielerin erzielte elf Tore, sechs davon vom Sieben-Meter-Punkt. Überfallartig begann das Angriffsspiel der Gastgeberinnen vor der mit 650 Zuschauern nur etwa mehr als halbgefüllten Öschhalle.

Das TuS-Team startete gleich sehenswert: Ein Kempa-Trick auf Linksaußen und Dagmara Nocun warf die erste Führung der Saison. Die polnische Nationalspielerin sollte im Verlauf dieser Begegnung so etwas wie der Alptraum für die Wildungerinnen werden: 14 Treffer gingen auf das Konto der quirligen Außenspielerin, davon traf sie fünf Mal vom Punkt.

Nach den ersten Minuten ohne Ordnung stellten sich die Vipers jedoch besser auf das Spiel der Metzingerinnen ein, die Deckung stand stabile, es wurde besser verschoben, und vor allem die erfahrene Torfrau Manuela Brütsch verhinderte mit einer Quote von 33 Prozent gehaltener Bälle, dass der Metzinger Vorsprung noch größer wurde. Auf der anderen Seite stand die Ex-Viper Lea Schupbach zwischen den Pfosten. Doch um näher heranzukommen, unterliefen den Vipers im Angriff zu oft leichte Fehler beim Zuspiel oder sie verwarfen zu hastig die Bälle. Doch nach einer Viertelstunden spielten sich die Wildungerinnen in eine gute Phase: Nun bestraften auch sie Fehler der TuS-Damen und nach 19 Minuten stand es 8:8.

Anika Hampl beste Schützin der Vipers

Die Auszeit, die Metzingens Trainer Werner Bösch nahm, fruchtete aber nicht: Anika Hampel verwandelte einen Strafwurf zur ersten Führung für die Vipers. Als Verena Oßwald eine Zwei-Minutenstrafe absitzen musste gelang dem Metzinger Neuzugang Sandra Erlingsdottir der Ausgleich. Jolina Huhnstocks Wurf zum 10:9 sollte die letzte Führung in diesem Spiel für die Gäste sein.

Sie kassierten nun innerhalb von zwei Minuten vier Tore ohne selbst zu treffen. Zweimal Sabrina Tröster, einmal Katarina Pandza und Sandra Erlingsdottir bringen Metzingen 13:10 in Front. Schließlich ging es mit 16:12 in die Pause.

Vipers erlauben zu viele Gegenstoß-Tore

Die Ex-Metzingerin Julia Symanzik verkürzte kurz nach dem Wechsel auf 13:16. Es keimte bei den Vipers noch einmal Hoffnung auf etwas Zählbares auf nachdem zwei schöne Einzelaktionen von Jana Scheib und Maksi Pallas zum 15:17 führten, während Nocun und Viktoria Woth Zweiminuten-Strafen absaßen. Doch kaum war Nocun wieder auf der Platte, stellt sie mit zwei Treffern den Vier-Tore-Vorsprung wieder her: 19:15.

Nach zwei weiteren Metzinger Toren zum 21:15 wurde es ein Spiel mit offenem Schlagabtausch und mit Fehlern auf beiden Seiten, wobei das TuS-Team weniger machte. Als in der 50. Minute Nocun zum 26:19 trifft, war das Spiel so gut wie entschieden.

Zwar brachten die Vipers durch Treffer von Hampel, Oßwald, Huhnstock und Lisa-Marie Merck noch etwas Ergebniskosmetik auf, ab es blieb ein Fünf-Tore-Vorsprung für Metzingen mit dem 32:27 Endstand.

Ein Blick auf die Statistik zeigt einen Grund für diese Niederlage: Die Vipers erlaubten ihren Gegnerinnen zu viele Gegenstoß-Tore.

Fokus liegt nun auf Zwickau und Waiblingen

„Unsere Leistung war nicht optimal“, konstatierte auch Vipers-Trainerin Tessa Bremmer. „Wir haben viele neue und junge Spielerinnen im Kader, die noch etwas Zeit brauchen. Metzingen hat verdient gewonnen, weil sie weniger Fehler gemacht haben.“ Der Fokus liegt nun auf den nächsten Spielen gegen Zwickau und Waiblingen. „Das sind Teams gegen die wir punkten sollten“, sagte Bremmer.

Das Fazit von der zur Spielmacherin aufgestiegenen Anika Hampel: „Wir haben uns heute selbst geschlagen. Wir wussten, dass Metzingen mit viel Tempo kommt, standen teilweise in der Deckung auch gut, haben uns aber durch viele leichte Fehler wieder selbst in die Bredouille gebracht.“

„Noch viele Baustellen“ sah auch der neue Metzinger Trainer Werner Bösch bei seinem Team. „27 Gegentore sind einfach zu viel.“

(Bernd Ruof)

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