Für 16-jährigen Bergheimer Torhüter beginnt im Internat des Zweitligisten ein neues Fußballleben

Karrierekick: Moritz Schunke wechselt zum SC Paderborn

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Zwei der neuen Weggefährten: Torwarttalent Moritz Schunke mit Ayhan Tumani (sportlicher Leiter) und Christoph Müller (Leiter) vom Nachwuchs-Leistungszentrum des SC Paderborn.

Bergheim. Zwei Stationen hatte das Fußballerleben von Moritz Schunke bisher. Die Anfänge im Edertal, der erste höherklassige Auftritt in Kassel. Nun folgt Teil drei.

Der 16-Jährige Torhüter lebt und kickt künftig in Paderborn – beim dortigen SC und in dessen Nachwuchs-Leistungszentrum.

„Es war schon immer mein Traum, in der Junioren-Bundesliga zu spielen, mich auf sehr hohem Niveau mit den besten Jugendspielern messen zu können. Ich musste daher nicht allzu lange überlegen, als das Angebot des SC Paderborn kam“, berichtet Schunke, der von den Spähern der Nachwuchsabteilung des Zweitliga-Rückkehrers für gut befunden wurde. „Eigentlich ist bei jedem Spiel der Scout mindestens eines Vereines auf der Tribüne. Und vielleicht ruft irgendwann einer von ihnen an“, berichtet Schunke vom Alltag im Hessenligateam der U17 des KSV Hessen Kassel.

Dorthin war der Bergheimer vor drei Jahren gewechselt, und nach einer Saison hatte er den Sprung von der Gruppen- in die Hessenliga geschafft.

In den zwei Jahren dort fiel das Können des Torhüters offenbar auf. „Es war schon sehr spannend und auch lehrreich in den letzten Monaten“, sagt der Hessenauswahlspieler, der unter anderem mehrtägigen Probetrainings bei der TSG Hoffenheim, beim VfL Wolfsburg und bei Borussia Mönchengladbach absolvierte. Zwei Berater halfen, die Kontakte zu knüpfen. Auch nach Paderborn.

Keine Bange vor der Bundesliga

Mit den Verantwortlichen am Nachwuchsleistungszentrum – Leiter Christoph Müller, Ayhan Tumani (sportlicher Leiter) und Torwarttrainer Nico Burchert – führte Familie Schunke seit Januar drei Gespräche, schaute sich Konzept und Begebenheiten vor Ort an. Die kurze Entfernung zum Elternhaus war ein Kriterium. Aber auch insgesamt war das Angebot stimmig, berichtet der Papa. Jörg Schunke ist ebenfalls Torhüter und hat mit Eintracht Edertal gerade den Gruppenliga-Aufstieg geschafft. Er weiß: Der Wechsel nach Paderborn ist verdienter Lohn für den ehrgeizigen Sohn. Aber auch „eine Riesen-Herausforderung“.

Die Vorbereitung auf die neue Saison hat in Ostwestfalen schon begonnen. Dort schlägt Moritz Schunke in Kürze seine Zelte auf. Drei Jahre – bis zum Ende der A-Jugendzeit – währt sein Vertrag am Nachwuchsleistungszentrum des SC Paderborn, das vom DFB mit der Zwei-Sterne-Zertifizierung ausgezeichnet ist. Dieser ist gekoppelt an seine schulische Ausbildung bis zum Abitur. Gleichzeitig erhält er einen Platz im Sportinternat. „Vormittags Schule, nachmittags Fußball.“ Moritz Schunkes Tage werden künftig zweigeteilt sein. „Wobei man dort sehr darauf achtet, dass niemand das Schulische schleifen lässt.“

Schon von Edertal nach Kassel sei es ein ziemlicher Sprung gewesen“, sagt Schunke, der zuletzt selbst in der Hessenliga beinahe täglich trainiert. „Der KSV legt sehr viel Wert auf Torwarttraining. Ohne Michael Gibhardt und Christoph Wiegand hätte ich es nicht soweit gebracht“, schickt der „Abgänger“ Lob und Dank an die die Kasseler Torwarttrainer. Den Aufwand wird er also kennen, wenn er nun in die U17 von Paderborn kommt, die gerade in die Junioren-Bundesliga West aufgestiegen ist. Ob es dort gleich zu einem Stammplatz zwischen den Pfosten reicht?

„Ich will mich durchsetzen“

Angst vor dem Konkurrenzkampf habe er nicht, sagt der 16-Jährige mit den Vorbildern Neuer und Ter Stegen („weil das auch menschlich top Fußballer sind“). Sein Ziel: „Ich will mich durchsetzen und natürlich auch das Abi schaffen.“ Und auch wenn das noch weit weg ist: Träumen von der Profikarriere darf man schon mal. „Bei Clubs wie dem SC Paderborn hat man eher die Chance, im Profikader zu landen als bei den ganz großen Vereinen“, glaubt Schunke.

Das Fußballspielen hat Moritz im Alter von sechs Jahren beim TV 08 Bergheim begonnen – sein erster Trainer Christian Schäffer erinnert sich sicher noch daran. Später spielte das Torwarttalent in der JSG Edertal spielte, ehe er 2015 zum KSV Hessen Kassel wechselte. „Ich kann mich nur bedanken bei all meinen Jugendtrainern. Sie haben die Grundlage geschaffen für diesen Wechsel“, zeigt sich Schunke heimatverbunden. 

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