Im Finale nervenstark beim Neunmeterschießen

Hallenmasters: Willingen entthront Erlinghausen 

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Zufriedene Gewinner: Die Mannschaft des SC Willingen zeigt sich, Siegerscheck und Pokal.

Bad Arolsen. Nervenstark hat der SC Willingen sich zum dritten Mal die Krone beim Westheimer Hallenmasters geholt. Nach einem Krimi im Neunmeterschießen bezwangen die Upland-Fußballer Abosieger Rot-Weiß Erlinghausen mit 4:3.   

Platz drei belegte der FSV Bad Wünnenberg/Leiberg. Der westfälische Bezirksligist setzte sich im kleinen Finale, das vom Neunmeterpunkt entschieden wurde, mit 4:2 gegen die SG Vasbeck/Adorf durch. Der A-Ligist aus Diemelsee entpuppte sich als die Überraschung des zum 16. Mal unter der Regie des TV Rhoden ausgetragenen Turniers. 

Im Halbfinale vor vollen Rängen in der Bad Arolser Großsporthalle gab sich das Team von Kristian Willeke dem SCW erst im Neunmeterschießen (1:3) geschlagen. Vorher hatte es ein 1:1 gehalten, nachdem Roman Litzenberger (11.) die Führung der Upländer durch Christoph Keindl (8.) ausgeglichen hatte. 

Willinger taktisch stark

Im ersten Halbfinale schoss Erlinghausen die FSV Wünnenberg mit 4:1 vom Parkett - Paskal Raulf (2), hinterher mit 14 Buden als bester Torschütze ausgezeichnet, Bilal Akgüvercin und Malte Kriesche trafen für den westfälischen Landesligisten, das Gegentor ging auf das konto von Maxim Bese.

https://youtu.be/6x6M0HA6X3c

Die Siegerprämie von 750 Euro verdienten sich die Willinger mit einer taktisch beeindruckenden und kämpferisch starken Leistung im Finale. Nachdem sie in der Zwischenrunde gegen RWE noch mit 1:3 verloren hatten, suchten sie vor allem den Wirkungskreis von Akgüvercin einzuengen. Der technisch vielleicht beste Spieler des Turniers blieb zwar gefährlich, wie ein Lattenknaller in der 3. Minute zeigte, doch er konnte das Spiel nicht dominieren.

Torwart Schirk als Held

 Die Upländer besaßen durch Niklas Michel (7.) und Christian Kuhnhenne (8.) erste Chancen. Die größte Möglichkeit vergab Sebastian Butz, der frei vor Torwart Kevin Krefeld scheiterte (9.). Das 0:0 in der regulären Spielzeit von 15 Minuten rettete den Willingern Torwart Michael Schirk. Nach vorher schon fünf, sechs Paraden verhinderte er zwölf Sekunden vor Schluss mit toller Reaktion gegen Akgüvercin den K.o. seines Teams.

Die Turnierbesten: Marc Büddefeld (für die SG Vasbeck/Adorf), Torhüter Christian Graute und Torjäger Pascal Raulf.

RWE-Chef "Aki" Watzke hatte zu diesem Zeitpunkt seinen Platz auf der Tribüne verlassen. So sah der Dortmunder Borussen-Geschäftsführer nicht, wie Schirk seine beste Leistung im Turnier beim fälligen Schießen aus Neunmetern krönte. Es entwickelte sich superspannend. 

Keindl trifft, Bahceci scheitert

Die Willinger lagen schon mit 1:3 zurück, nach fünf Schützen hieß es aber 3:3, Schirk hielt sie im Geschäft. Keindl eröffnete die zweite Runde und machte es besser als beim ersten Versuch. 4:3 für den SCW. Dann legte sich Ümral Bahceci den Ball zurecht. Die Nummer 10 von RWE hatte beim ersten Mal sicher getroffen. Den zweiten Schuss setzte er an die Latte - und anschließend begruben die jubelnden Teamkollegen Schirk unter sich.

Für RWE war es nach zehn Siegen die einzige Niederlage der zwei Tage in der Bad Arolser Großsporthalle. Trösten konnten sie sich mit 500 Euro. Die Willingen nahmen nicht nur den Siegerscheck mit heim, sondern auch Revanche für das 0:3 an gleicher Stelle vor einem Jahr gegen den selben Gegner.

Schramme: Auch eine Kopfsache

"Wir freuen uns riesig", gab Co-Trainer Rainer Schramme, der das SCW-Team betreute, zu Protokoll. Für ihn war der Erfolg auch eine Kopfsache gegen die "bärenstarke Hallenmannschaft" von RWE: "Man muss an seine Chance glauben und darf nicht mit Angst in so ein Spiel gehen. Das haben wir den Jungs versucht zu vermitteln." Es ist gelungen; keineswegs unverdient, fand Schramme: "Wir freuen uns, dass wir den Pott jetzt wieder mal nach Willingen geholt haben."

Immer aufmerksam im Finale: Willingens Steffen Butterweck (rechts) gegen Yunus-Emre Pistofoglu (Erlinghausen).

Erlinghausen hat den Pott bereits acht Mal gewonnen. Auch Adorf/Vasbeck hat sich schon unter die Sieger eingereiht. Platz vier bei der 16. Auflage des Turniers ist aber hoch zu bewerten. Die Diemelseer ließen in der Vorrunde unter anderem den TuS Bad Arolsen hinter sich. In der Zwischenrunde holten sie sich sogar Platz eins, während etwa der TuSpo Mengeringhausen sieglos ausschied. 

Ein ganzes Teams als "bester Spieler"

"Wir hatten uns schon was ausgerechnet und wollten die Favoriten ärgern", sagte Trainer Willeke zufrieden. Das sei gelungen. "Wir haben wirklich ganz ordentlich gespielt." 

Neben Platz vier freuten sich der A-Ligist  auch über eine besondere Auszeichnung durch den Veranstalter: Diese ernannte das ganze SG-Team zum besten "Spieler" des Turniers - weil fast alle Kicker ein Tor erzielt hätten, wie Rhodens Vorsitzender Reiner Friele bei der Siegerehrung bekanntgab. Zum besten Torwart des Turniers wurde Christian Graute von Gastgeber SG Rhoden/Schmillinghausen ernannt.

Abschied für Friele

Für Friele war es das Abschiedsturnier. Er hört nach zehn Jahren als Vorsitzender des TV Germania im Februar auf. "Einen herzlichen Dank an alle. Ihr seid mir ans Herz gewachsen", sagte er und betonte in einem bewegenden Moment: "Diese Erfahrungen möchte ich in meinem Leben nicht missen."

16. Westheimer Hallenmasters: Die Fotos zur Finalrunde

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