Kein Ende für Braunauer Fußballerlegende in Sicht

65-jähriger Robert Riedel will weiter kicken

+
Blick auf den Ball: Der Braunauer Routinier Robert Riedel (rechts) schirmt das Spielgerät vor Marcel Beyer (VfR Volkmarsen II) ab. 

Braunau. Auch nach dem Abstieg des Fußball-B-Ligisten SV Braunau will Riedel weitermachen.

Kurz nachdem Daniel Kunz im vergangenen Sommer als Spielertrainer beim damaligen B-Ligisten SV Braunau begonnen hatte, tauchte bei einer Übungseinheiten ein ihm unbekannter älterer Herr auf. Der nette Mann fragte Kunz, ob er mittrainieren dürfe. „Ich habe erst einmal ein bisschen gelächelt und gedacht, cool und viel Spaß“, schildert Kunz seine erste Begegnung mit Robert Riedel.

„Ich habe nicht gedacht, dass ich Robert brauchen würde. So viel Not kann nicht sein“, fügt der Coach an. Doch der nach dem Braunauer Abstieg in der nächsten Saison bei der SG Dillich/Nassenerfurth/Trockenerfurth tätige Trainer wurde auch aufgrund vieler Verletzungen schnell eines Besseren belehrt und Ende August kam Riedel erstmals zum Einsatz.

Zwei erarbeitete Tore

Kurze Zeit später war das 65-jährige Original sogar Stammspieler beim Sportverein, für den der Bad Wildunger auch einige Spiele über die volle Distanz bestritt. Dabei wurde er als einzige Spitze eingesetzt und erzielte sogar zwei Tore. „Die waren nicht geschenkt, „sondern erarbeitet“, so Kunz.

Nachdem der 65-Jährige im November beim 1:4 in Odershausen für den Dreizehnten getroffen hatte, erzielte er im zweiten Relegationsspiel des Tabellenvorletzten beim 2:1 über C-Liga-Süd-Vizemeister SG Höringhausen/Meineringhausen II die 1:0-Führung der Gastgeber.

„Du bist ein alter Fuchs“

Mit dem Satz, „du bist ein alter Fuchs, mein Trainer hat gesagt, dass ich auf dich aufpassen soll“, wurde der 1,65 Meter große und nur 57 Kilogramm schwere Angreifer kürzlich von einem Gegenspieler in Eimelrod begrüßt.

Seine Liebe zu Borussia Mönchengladbach, „eine Krankheit muss man ja haben“, dokumentiert Riedel alle 14 Tage mit dem Besuch der Heimspiele des Erstliganeunten. Es sei denn am gleichen Tag spielt Braunau. „Das geht dann natürlich vor“, so der Rentner, der 48 Jahre als Briefträger in Bad Wildungen tätig war. „Da bin ich jeden Tag 21 Kilometer gelaufen, da bleibt man fit“, so Riedel, der „noch nie ein Fitnessstudio betreten hat“.

Nachdem er zwischenzeitlich seine Fußballerlaufbahn für vier Runden beendet hatte, begann der frühere Oberligaspieler von Hermannia Kassel vor sechs Jahren wieder als Libero in der damaligen 2. C-Kreisliga-Mannschaft des SV zu kicken, bevor der ehemalige Jugendspieler des VfL Bad Wildungen in der Saison 2015/2016 Trainer der ersten Braunauer Mannschaft in der Kreisliga B war.

Seine Gegenspieler und Teamkollegen würden respektvoll mit ihm umgehen, sagt der Routinier und beklagt gleichzeitig, dass das Niveau im Fußball stark nachgelassen habe, weshalb er auch noch gut mithalten könnte. So will Riedel auch nach dem Abstieg der Schwarz-Gelben, „der war fast vorprogrammiert, da wir acht Spieler verloren haben“, natürlich „noch weiterspielen“, sodass für ihn kein fußballerisches Ende in Sicht ist. (jh)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare