Gruppenliga:

Allerorten Abstiegskampf: Auch Goddelsheim/Münden in Ziegenhain unter Druck

Alessandro Schmidt (Eintracht Baunatal)  Goddelsheimer Nils Grosche (rechts)
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Druck und Gegendruck: Alessandro Schmidt (Eintracht Baunatal) lässt sich vom Goddelsheimer Nils Grosche (rechts) beim 1:0 seines Teams am vergangenen Sonntag nicht abdrängen. Grosche und Co. wollen am Samstag in Ziegenhain punkten.

Korbach – Nur drei heimische Teams müssen am kommenden Spieltag in der Fußball-Gruppenliga ran - alle auswärts. Die SG Goddelsheim/Münden , der TuSpo Mengeringhausen und der TSV Altenlotheim

Die Tabelle der Fußball-Gruppenliga 1 bietet ein verstörendes Bild. Was es erzählt: 15 der 17 Mannschaften spielen um den Klassenerhalt. Das zu behaupten, ist nicht sehr übertrieben – zwischen dem Rangdritten TSV Mengsberg und den drei Teams auf den (möglichen) Abstiegsplätzen 13 bis 16 liegen lediglich sechs Punkte.

Insofern steht auch das Gastspiel der SG Goddelsheim/Münden am Samstag in Ziegenhain beim 1. FC Schwalmstadt unter Abstiegskampfverdacht. Für die Sonntags-Partie des TuSpo Mengeringhausen in Hertinghausen und des TSV Altenlotheim bei der SG Kirchberg/Lohne/Haddamar gilt das sehr offensichtlich.

Schwalmstadt – Goddelsheim/Münden. Die Schwälmer haben durch ihren 2:1-Erfolg in Edermünde (erneut mit Torwart-Dino Tobias Kreuter im Kasten) mit den Lichtenfelsern gleichgezogen (beide 14 Punkte), sie begegnen sich als direkte Tabellennachbarn. Das Momentum spricht für den 1. FC, der zuletzt vier Zähler verbuchte, während die SG zweimal mit 0:1 unterlag. Außerdem hat sie bisher auswärts nur in Mengeringhausen gepunktet.

„Schwalmstadt hat sich nach anfänglichen Schwierigkeiten gefangen und zuletzt positive Ergebnisse erzielt. Uns erwartet also ein guter Gegner, der mit viel Selbstvertrauen in das Spiel gehen wird“, folgert SG-Trainer Jens Fresen. Die Statistik ist das eine, das andere ist das Personal – die Lage bleibt wegen Verletzungen angespannt. Laut Fresen fallen im Vergleich zum 0:1 gegen Baunatal Daniel Butterweck, Eike Stracke und Max Steger aus. „Wir sind somit erneut gezwungen, umzustellen. Ich hoffe noch darauf, dass einige Spieler bis zum Wochenende wieder fit sind.“ Unter den Wechseln leiden viele Automatismen. Sie funktionierten nicht so, „wie wir uns das vorstellen“, sagt Fresen. „Unser Ansporn ist aber trotzdem, dass wir Schwalmstadt hinter uns lassen.“

Statistik: Vor zwei Jahren bekam die SG, damals in Treysa, richtig Haue und verlor 1:8. Der einzige Vergleich in der Vorsaison endete 1:1. Auffällig: Der 1. FC schießt wenig Tore (erst 16), die SG (23) ist in dieser Kategorie Nummer drei der Klasse.

Hertingshausen – Mengeringhausen. Für den TuSpo dürften die restlichen sechs Spiele der Hinrunde als entscheidend für den weiteren Gang der Dinge im Abstiegskampf sein. Sie haben es ausschließlich mit direkter Konkurrenz zu tun. Spielertrainer Andre Gutmann zählt auch Hertingshausen noch dazu. Die Baunataler sind mit zwölf Zähler Neunter (der TuSpo hat fünf Punkte), Gutmann hatte ihnen mehr zugetraut. „Ich hatte den Eindruck, dass sie sich gut verstärkt haben“, sagt er. Mit den Gebrüdern Kraus vom Nachbarn Eintracht etwa.

Allerdings räumt Gutmann ein, dass er den Gegner schwer einschätze könne – der letzte persönliche Kontakt stammt noch aus Goddelsheimer Zeiten. Befragen könnte er Robin Wissemann, der mit Altenlotheim zuletzt die Hertingshäuser 3:2 bezwang. Auf eigenem Platz hat das Team von Tobias Fehr die Partien gegen direkte Rivalen jeweils gewonnen.

Gutmann weiß seine Mannschaft unter Zugzwang. „Es geht darum, dass wir den Anschluss nicht verpassen“, sagt er und weiß, was er will: „Seit Einführung der Drei-Punkte-Regel bringt ein Unentschieden nicht mehr viel.“ Wieder im Team steht am Sonntag (Anpfiff wegen des Vorspiels erst 15.30 Uhr) wieder Denny Benndorf. Dafür fehlt der Gelb-Rot-gesperrte Nico Müller. Aus dem gleichen Grund muss beim TSV Jan Kraus zuschauen.

Statistik: In der Saison 2019/20 holte der TuSpo seinen ersten Auswärtssieg – in Hertingshausen (3:1). Es ist der bisher einzige Vergleich beider Team. Für die Heimelf spricht Kollege Trend: Sie holte aus ihrem letzten fünf Partien zehn Punkte.

Kirchberg/Lohne/H. – Altenlotheim. Der 3:2-Sieg über Hertingshausen hat spürbar für Erleichterung am Oberbach gesorgt. „Das war wichtig, zumal jetzt die wichtigen Spiele gegen direkte Konkurrenten kommen“, sagt Spielertrainer Robin Wissemann. Den Auftakt macht das Gastspiel beim Tabellen-15. in Lohne. Wissemann legt vor allem Wert auf die richtige Einstellung seiner Elf. „Wir wollen ein gutes Spiel machen, vor allem in Bezug auf Kampfbereitschaft und Einstellung“, sagt er. „Dann werden auch die Punkte kommen.“ Er rechnet mit einem diszipliniert auftretenden Gegner, der genau diese Tugenden verkörpert.

Personell hat sich die Lage rechtzeitig entspannt. Zwar konnten Christian Schmid und Manuel Neuschäfer unter der Woche nicht trainieren. „Für das Wochenende sieht es bei beiden aber gut aus“, sagt Wissemann. Fehlen werden sein Bruder Patrick (Urlaub) sowie Tim Backhaus, Niklas Bräutigam (beide verletzt) und Sascha von Drach. Letztgenannter ist nach seinen Knieproblemen aber auf dem Weg der Besserung, Für Dennis Mattersberger steht erneut Mirko Ohnesorge im Tor.

Statistik: Um dieses grausame Ergebnis kommt man nie mehr herum: Mit 5:9 unterlag der TSV heute vor fünf Jahren der SG am Oberbach –ein kleines Jubiläum. Die einzigen beiden Spiele seither gewann Kirchberg/Lohne jeweils mit 1:0. Zeit, die Dinge gerade zu rücken.  dv/mn/tsp

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