Müller: „Wir hätten die Gruppenliga drauf“

Freienhagen/ Sachsenhausen: Aufstiegsrunde als "etwas Großes"?

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„Eine große Chance für die SV“: Nico Müller (links, gegen Rudi Hofert von Blau-Gelb) sieht Freienhagen/Sachsenhausen als Außenseiter in der morgen beginnenden Aufstiegsrunde.

Freienhagen – Welche Rolle kann die SV Freienhagen/ Sachsenhausen in der Aufstiegsrunde zur Gruppenliga spielen? Nach spielfreiem Auftakt steigt sie am Sonntag ins Geschehen ein.

Der BC Sport Kassel hat mit dem 2:1-Sieg bei der SG Schauenburg zum Start in die Aufstiegsrunde zur Fußball-Gruppenliga seine Rolle als Topfavorit bestätigt. 

Am Sonntag (15 Uhr) sucht die SV Freienhagen/Sachsenhausen nun nach ihrer Rolle unter den fünf Teams – erster Gegner ist auf dem Platz in Freienhagen die TSG Bad Sooden-Allendorf. 

Die Stimmung beim Waldecker Vizemeister beschreibt Co-Trainer Andreas Josefiak als euphorisch: „Es kann was Großes entstehen, etwas, was der Verein lange nicht gesehen hat. Viele denken an die Hochzeiten vom TSV Sachsenhausen zurück“, sagt Josefiak in Vertretung des beruflich verhinderten Coachs Angelo Micino. 

Josefiak hatte die Aufgabe, gemeinsam mit den Spielern die Spannung nach dem Rundenfinale vor einer Woche hochzuhalten. Die Generalprobe ging mit 2:4 in Mengeringhausen nicht gut aus, wie überhaupt die SV zuletzt in der Liga schwächelte. „Wir haben in den letzten Spielen angeschlagene Spieler geschont, aber in den Spielen auch Fehler gemacht, die wir uns in der Relegation nicht erlauben dürfen. Jeder muss noch eine Schippe drauflegen“, sagt Josefiak und gibt sich zuversichtlich: „Jeder weiß, um was es geht, und ist sich der Lage bewusst.“ 

Erster Gegner hat zum Auftakt verloren

Vom ersten Gegner haben sich die Waldecker am Donnerstag bei dessen Heimspiel gegen Schwarzenborn (3:4), ein Bild gemacht. Der Vizemeister der KOL Werra/Meißner steht bereits unter Druck, nachdem er in der Nachspielzeit eine 3:2-Führung verspielte, obwohl Schwarzenborn nach einer Roten Karte gegen Lukas Piel in Unterzahl war.

Die TSG belegte in der Liga mit 16 Punkten Rückstand auf Meister Lichtenau Platz zwei. Bester Torschütze ist Philipp Immig (17), der am Donnerstag auch der überragende TSG-Akteur war. 

„Es wird nicht einfach“, fasst Andreas Josefiak die Aussichten seines Teams zusammen. „Wir sind kein Favorit, von daher können wir befreit aufspielen und unsere Saison krönen

Ein anderer gibt sich ebenfalls bescheiden optimistisch: Nico Müller. In Sachen Gruppen- (und Verbandsliga)-Fußball ist der 28-Jährige unter den Stammspielern der SV Freienhagen/Sachsenhausen der erfahrenste: Er hat fast fünf Jahre lang für den TSV/FC Korbach in beiden Klassen gespielt. 

Nico Müller sieht Chancen auf Platz zwei

Der Mittelfeldspieler sieht im WLZ-Interview in der Aufstiegsrunde zur Gruppenliga eine Chance für sein Team, die so bald nicht wiederkehren dürfte.

Hier ein Auszug daraus:

Herr Müller, wäre die Mannschaft der SV für die Gruppenliga reif, sollte ihr der Aufstieg gelingen?

Wenn alle Spieler da sind, wäre sie reif für die Gruppenliga. Unser Problem ist im Moment, dass wie viele Studenten und Auswärtige im Team haben, die nicht regelmäßig zum Training kommen können. Durch den neuen Trainer (Timo Kiepe, Anmerkung der Red.) und einige Neuverpflichtungen zum Sommer, die regelmäßig da sein können, wäre es auf jeden Fall eine Chance, und ich denke, wir könnten in der Gruppenliga bestehen.

In welcher Hinsicht müsste sich die Mannschaft steigern?

Wir müssten uns auf jeden Fall taktisch weiterentwickeln, um Fuß zu fassen. Von den individuellen Fähigkeiten der einzelnen Spieler her, wäre es kein Problem.

Die SV hat in einer Kreisoberliga mit 13 Mannschaften als Vizemeister immerhin acht Niederlagen und 43 Gegentore kassiert. Das ist nicht wenig. Was sind die Gründe?

Wir haben eine sehr gute Hinserie gespielt und nur zwei Spiele verloren. Nach der Winterpause sind dann Spieler wegen Studium oder aus beruflichen Gründen weggegangen – ich selber bin momentan ja auch unter der Woche in Berlin und komme erst freitags nach Hause. Weil außerdem einige im Skiurlaub waren, war schon die Vorbereitung im Winter nicht so gut besucht. Wenn man dann nicht regelmäßig trainiert und die Trainingsbeteiligung nicht mehr so hoch ist, dann merkt man das auf dem Platz. Im Sommer waren teilweise bis zu 30 Leute im Training.

Wie beurteilen Sie die Chancen der SV auf den Aufstieg?

Topfavorit ist für mich der BC Sport Kassel. Ich kenne noch ein paar Spieler der Mannschaft. Sie hat sich im Winter, so weit ich weiß, noch gut verstärkt. Mit Bad Sooden-Allendorf und Schwarzenborn hatte ich noch nichts zu tun. Schauenburg haben wir uns angeguckt. Wenn wir uns alle am Riemen reißen und die Personaldecke gut ist, haben wir auf jeden Fall Außenseiterchancen, hinter BC Sport mit aufzusteigen.

Sie gehen von zwei Aufsteigern aus, dafür müsste es aber eine Mannschaft aus der Region Kassel in der Aufstiegsrunde zur Verbandsliga in die höhere Klasse schaffen.

Wenn es nur einen Aufsteiger gäbe, würde es extrem schwer. (mn)

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