Kellerduell für Mengeringhausen

Bewirkt der Rücktritt etwas? Bad Wildunger empfangen Altenlotheim zum Gruppenliga-Derby

Solchen Einsatz wird man auch am Sonntag sehen: Marc Andre Garthe (Altenlotheim) und dahinter der Bad Wildunger Kai Döhring kämpfen intensiv um den Ball.
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Solchen Einsatz wird man auch am Sonntag sehen: Marc Andre Garthe (Altenlotheim) und dahinter der Bad Wildunger Kai Döhring kämpfen intensiv um den Ball.

Im Zeichen des Abstiegskampfes steht in der Gruppenliga am Sonntag nicht nur das Auswärtsspiel des TuSpo Mengeringhausen. Vor allem auch das Kreisderby in Bad Wildungen.

Bad Wildungen – Carsten Launs Ansage ist frei von jeder Taktiererei. „Wir wollen im Heimspiel dreifach punkten“, sagt der Trainer, der nach dem Rücktritt von Jörg Schäfer die Fußballer der SG Bad Wildungen/Friedrichstein im Gruppenliga-Meeting mit dem TSV Altenlotheim coachen wird.

Gemeinsam mit Co-Trainer Steffen Pehlke und dem verletzten Mittelfeldspieler Kevin Wathling managt Laun wie berichtet den Übergang, bis ein Schäfer-Nachfolger bereitsteht. Es gab viel zu reden in dieser Woche. Alles rund um enttäuschte Erwartungen und fehlende Ergebnisse sollte auf den Tisch kommen. Dann sollten sich die Spieler ganz auf die Partie fokussieren, sagt Laun.

Dass der Gegner fast um die Ecke zuhause ist, in Julian Schneider einen langjährigen Mitspieler der Wildunger zu seinem Stamm zählt und die SG im Juli im Kreispokal-Finale mit 5:2 geschlagen hat, das spielt für Laun bestenfalls eine Nebenrolle. „Es ist ein ,Sechs-Punkte-Spiel’, wir stecken im Abstiegskampf, und da ist es egal, ob der Gegner aus Waldeck oder Kassel kommt“, sagt er.

Launs Kollege Robin Wissemann könnte diesen Satz genauso sagen. Zwar liegt der Altenlotheimer Spielertrainer mit seiner Mannschaft in der Tabelle fünf Plätze und drei Punkte vor den Badestädtern, der TSV hat aber ein Spiel mehr ausgetragen, und bei einer Niederlage wäre der Vorsprung futsch.

Bad Wildungen: Laun will Spieler in die Pflicht nehmen

Einig sind sich Laun und Wissemann in einem weiteren Punkt: Entscheidend werde am Sonntag die Tagesform sein. Denn bis auf zwei Teams könne in der Liga „jeder jeden schlagen“, sagt Wissemann.

Spekulation bleibt, ob der Wechsel auf der Trainerbank der SG etwas bewirkt. Laun will die Spieler in die Pflicht nehmen, wie er sagt. Sein Kollege verweist auf Erfahrungswerte: „Oft ist es so, dass nach einem Wechsel ein Ruck durch die Mannschaft geht und man plötzlich anders auftritt. Ich vermute, so könnte es auch in Bad Wildungen sein.“

Das würde Wissemann nicht sehr beeindrucken: „Dann liegt es an uns, die neue Euphorie schnell im Keim zu ersticken.“ Er hat sich ohnehin „unabhängig von der Tabelle vorgenommen, an unserer Konstanz zu arbeiten. Wir wollen das fünfte Pflichtspiel in Folge ohne Niederlage bestreiten.“

Im Gegensatz zum Pokalfinale sind beim TSV am Sonntag Marc-André Garthe, Sascha von Drach, Niklas Bräutigam und Fabian Erber nicht mit von der Partie; „absolute Leistungsträger“, sagt Wissemann. Anders als beim 2:2 gegen Körle kann er dafür wieder auf seinen Bruder Patrick und Manuel Neuschäfer zurückgreifen. Das Trainer-Trio um Laun muss außer den Langzeitverletzten höchstwahrscheinlich Stefan Jobs ersetzen; der Einsatz von Norayr Jalilyan ist offen.

Finden sie den richtigen Matchplan? TuSpo-Spielertrainer Andre Gutmann (vorn) und Co-Trainer Marcel Schilling gemeinsam am Spielfeldrand.

Zweimal hintereinander einen Sieg feiern, das war den Fußballern des TuSpo Mengeringhausen in dieser Gruppenliga-Saison noch nicht vergönnt. Sie hätten gern, dass sich das nach dem Spiel am Sonntag beim FC Körle ändert. Die SG Goddelsheim/Münden möchte in Hertingshausen am liebsten den zweiten Auswärts-„Dreier“ am Stück holen.

TuSpo-Coach Gutmann fordert Grundtugenden

Körle – Mengeringhausen. Acht Punkte hier, neun Punkte dort: Mehr Abstiegskampf geht nicht. „Wir werden in Körle auf Sieg spielen“, sagt folgerichtig Andre Gutmann. Das jüngste 4:1 über Kirchberg/Lohne sollte dem Spielertrainer und seinem Team Schub für dieses Unterfangen geben. Zwar hapert es nach wie vor am Spielerischen, was Gutmann nicht behagt. Nichts zu mäkeln gibt es jedoch am Einsatz.

Dennis Jakob, zweifacher Torschütze, oder auch Aman Tesfu waren etwa am Sonntag zu loben, zwei Beispiele nur. Gutmann baut wieder auf Ehrgeiz und Kampfkraft: „In einem solchen Spiel musst du die Grundtugenden an den Tag legen, sonst gehst du leer aus.“ Womöglich muss jeder einzelne noch ein wenig mehr geben als im Kirchberg-Spiel, denn drei Spieler aus dem Gewinner-Team fehlen: Nico Müller (Urlaub) sowie Tim Schade und Kevin Jäger, die beide bekanntlich nur sporadisch können und dann dem TuSpo stets guttun.

Damit könnten Daniel Sinemus und Max Jakobschak, zuletzt auf der Bank, wieder in die Startelf rücken. Auch Yannic Weiß dürfte mitfahren und: Dominik Lüdtke. Der lange verletzte Torjäger spielte bereits eine Halbzeit in der Reserve, er sei zumindest „hintenraus“ eine Alternative, sagt Gutmann.

Beim Gegner, freiwillig aus der Verbandsliga gekommen, sieht er viele gute Individualisten mit höherklassiger Erfahrung wie Karim Kouay am Werk. „Es wundert mich, dass sie im Tabellenkeller stecken“, sagt er. FCK-Trainer Halil Inan sagt nach zuletzt zwei Remis :„Wir müssen uns endlich mal belohnen für unseren Aufwand.“ Er kann wieder auf Till Gröbner und Philipp Winkler zurückgreifen.

SG Goddelsheim will kein erneutes Homberg

Hertingshausen – Goddelsheim/Münden. Nach dem Auf und Ab beim 2:5 gegen Titelaspirant Wabern haben die Lichtenfelser vor allem die persönlichen Fehler, die zu Gegentreffern führten, zum Thema gemacht. „Wobei auch Dinge dabei waren, die auf Unkonzentriertheit zurück zu führen sind, aber das wissen die Jungs schon selber. Die Fehler sollte man nun schnell abhaken“, sagt Trainer Jens Fresen.

Fresens Fokus liegt längst auf Hertingshausen. Der TSV weist nur einen Zähler weniger vor als die SG. Es gibt also keinen Grund, die Gastgeber zu unterschätzen. „Wir sind sowieso gut damit beraten, jedes Spiel mit hundertprozentiger Konzentration neu anzugehen. Die Niederlage in Homberg hat gezeigt was passiert, wenn man das nicht tut“, sagt Fresen. Zumal Hertingshausen von seinen letzten sechs Partien nur eine verloren hat.

Nicht im Kader stehen am Sonntag – die Begegnung wird wegen des Vorspiels der Reserven erst um 15.30 angepfiffen – Daniel Butterweck (Arbeit) und Kevin Vesper (privat). Ob dafür andere Spieler ins Team zurückkehren, die zuletzt fehlten, weiß Fresen erst nach dem Abschlusstraining. „Wir arbeiten diese Woche daran, die Rückstände bei den Spielern aufzuholen, die durch Verletzungen Einheiten verpasst haben“, lässt der Trainer wissen. Dafür beraumte er ein zusätzliches Training an. (dv/bb/mn)

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