„Wir sind wild und ehrgeizig“

Blau-Gelb Korbach II steigt in die Fußball-Kreisliga A auf

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Top-Torjäger: Ali Tarkan Al Tameeni (rechts) vom Aufsteiger Blau-Gelb Korbach II, hier im Zweikampf mit Jan Glänzer vom TSV Berndorf II.

Mit dem Ziel Klassenerhalt war Neuling SC Blau-Gelb Korbach II im vergangenen August in die B-Liga-Saison gegangen. Elf Monate später kann Spielertrainer Zekariya Akgoel für die A-Klasse planen, nachdem sich die Kreisstädter letztendlich nach Anwendung der Quotientenregel und des direkten Vergleichs durch den 2:0-Sieg über Nieder-Waroldern/Landau gegenüber der punktgleichen SG äußerst knapp durchgesetzt haben.

Korbach. „Der Aufstieg ist schön, aber er war nicht unser Ziel. Aber natürlich sagt jetzt auch keiner bei uns, dass wir nicht hoch wollen“, sagt Akgoel. 

Dass sich seine Kicker am Ende aus dem Quartett der „vier gleichstarken Mannschaften“, zu denen der Türke neben Nieder-Waroldern/Landau, auch die SG Diemelsee und die SG Fürstenberg/Immighausen zählt, durchgesetzt hat, sei auch „etwas glücklich“ gewesen. Dabei habe sein Team auch davon profitiert, das Diemelsee, dass für Akgoel der Favorit auf den Meistertitel war, am Anfang Punkte liegen gelassen habe.

Dagegenhabe seine Elf auch von der guten Zusammenarbeit mit der in der Kreisoberliga spielenden 1. Mannschaft profitiert. Besonders zu Beginn seien viele Spieler abgestellt worden, was auch ein Grund für den 4:2-Erfolg der Reserve bei der SG Diemelsee am zweiten Spieltag gewesen sei.

Dem folgten ein 2:2 gegen den SV Eimelrod, „der schon in der C-Klasse unser Angstgegner war“, so Akgoel, und ein 1:1 bei der SG Lelbach/Rhena II, bevor die Blau-Gelben nach der „2:5-Klatsche“ gegen Fürstenberg/Immighausen mit acht Siegen in den folgenden acht Spielen die Grundlage für den späteren Aufstieg legten.

„Es ist für uns viel besser gelaufen, als wir uns das vorgestellt haben“, sagt Akgoel, der seine Elf auch bei deren Partien coachte, was für den Innenverteidiger „manchmal anstrengend ist“. Bei der Trainingsarbeit unter der Woche unterstützte den 32-Jährigen bisweilen Mittelfeldmann Havzi Bajrami.

Mit nur 20 Gegentreffern in ihren 16 Partien stellten Blau-Gelb Korbach II die beste Defensive der Liga, wobei Wolf Böhme, „er ist unser Abwehrchef“, so Akgoel, neben dem Spielertrainer verteidigte.

Während Spielführer Burak Özen ein Aktivposten als Rechtsverteidiger war, ragte der großgewachsene Valentin Gashi auch durch seine Kopfballstärke aus dem Korbacher Team heraus. „Ich kann mich nicht erinnern, dass er einmal ein Kopfballduell verloren hat“, sagt Akgoel über den im defensiven Mittelfeld beheimateten Zwei-Meter-Mann.

Zudem attestiert er seinem Spielmacher Johannes Kaschubin „der Kopf der Mannschaft“ zu sein.

Torgarant Ali Tarkan Al Tameemi

Die charakterisiert Akgoel als „wild und ehrgeizig. Bei uns gibt es keinen Spieler, der im Zweikampf den Fuß zurückzieht“, sagt er über das kampfstarke Team, dessen Einsatzwillen bisweilen auch einmal etwas zu hoch sein kann. Wie schon beim Aufstieg in die Kreisliga B mit 18 Toren in 15 Spielen ragte Angreifer Ali Tarkan Al Tameemi aus der Mannschaft heraus. Der Iraker erzielte in 16 Partien 16 Treffer. „Er ist vorne unser wichtigster Mann und unser Torgarant und trifft fast in jedem Spiel“, sagt Akgoel über seinen Topstürmer.

Diesen ließ er ausgerechnet beim 2:0 über Nieder-Waroldern/Landau zu dessen Mißfallen in der ersten Halbzeit „als Joker“ auf der Bank schmoren. „Ich habe ihm gesagt, dass er reinkommt und dann das spielentscheidende Tor macht, was er dann in der zweiten Halbzeit mit seiner ersten Ballberührung auch gemacht hat“, freute sich Akgoel über den Führungstreffer von Al Tameemi (48.), dem der in sechs Spielen siebenmal erfolgreiche Artur Beck noch das 2:0 (52.) folgen ließ.

„Die A-Klasse wird für uns ein Erlebnis“, sagt der als Gabelstaplerfahrer tätige Akgoel, auch weil viele seiner Kicker in der Liga noch nicht gespielt haben.

„Weil wir keinen einzigen Abgang haben und noch ein paar Leute dazu kommen werden“, ist er zuversichtlich, dass sein Team in der neuen Spielkasse einen Mittelfeldplatz erreichen kann. jh

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