17-Jähriger aus Freienhagen macht beim Länderpokal auf sich aufmerksam

Beim DFB im Notizbuch: Brian Schwechel

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Sechser mit Aussicht: Brian Schwechel hat nicht nur in der Hessenauswahl bewiesen, dass er ein Freund des Balles ist.

Freienhagen. Das Leben bietet Türen an, die sich nur einmal öffnen, wer diesen Moment nutzt und durchgeht, dem eröffnen sich neue Möglichkeiten. Brian Schwechel hat vielleicht solch eine Schwelle übertreten. Er war da, als es beim U18-Fußball-Länderpokal in Duisburg drauf ankam, sich und sein Können am Ball zu zeigen.

Dabei hatte der 17-Jährige aus Freienhagen nur insgeheim mit einem Stammplatz in der Hessenauswahl gerechnet. Schließlich spielt er „nur“ für den KSV Hessen Kassel in der A-Junioren-Hessenliga, und im Kader standen zehn Kicker von Eintracht Frankfurt, die in der Bundesliga spielen. Doch einer von denen fiel nach dem ersten Spiel verletzt aus.

Das Pech von Ayman Barkok war das Glück von Brian Schwechel. Er rückte auf die Sechser-Position, übernahm dadurch mehr Verantwortung und gefiel in dieser Rolle so gut, dass er bei allen weiteren Spielen in der Startelf stand. Das Hessen-Team wurde Siebter. Ein Punkt fehlte für Rang drei.

Den Name „Schwechel“ hatten sogar einige der DFB-Beobachter auf der Liste für den erweiterten Nationalkader. Mit drei Pluspunkten wäre er dabei gewesen, zwei hat er bekommen. Von 330 Spielern wurden 30 zum DFB-Lehrgang eingeladen – zwei davon aus Hessen. „Obwohl fast nur Bundesligaspieler dabei waren, hatte ich keine Probleme, mitzuhalten“, sagt der Schüler der Korbacher Alten Landesschule, der 2017 sein Abitur bauen will.

Hessen Kassel kann ihm eine so optimale Verbindung zwischen Sport und Schule wie die Internate der Proficlubs natürlich nicht bieten. Dennoch weiß Brian, dass es höchste Zeit ist, zu einem Bundesligisten zu wechseln, wenn er seine Profipläne am Leben halten will.

Doch er bleibt Kassel vorerst treu. „Ich habe auch schon einige Male mit den Senioren trainiert. Mal sehen wie das alles wird, wenn ich mit der Schule fertig bin.“

Das Zeug und das Selbstbewusstsein für eine Profilaufbahn scheint er zu haben. Auf die Frage, was er fußballerisch noch verbessern müsse, antwortet er nicht etwa Schnelligkeit, Technik oder Kraft, sondern den Torriecher. Er zähle zu der Sorte Fußballer, die den Ball lieber noch mal abspielen, statt selbst aufs Tor zu schießen. Er ist quasi unerträglich teamfähig.

Viele Trainer mögen aber solche Spielertypen. Vielleicht wird ihm gerade wegen dieses Charakterzugs eines Tages doch Tor und Tür zum bezahlten Fußball geöffnet.  (rsm)

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