Bundesliga-Talkrunde über Talente, Ehrgeiz, Heimweh und modernes Torhüterspiel

Trainergilde um André Schubert begeistert Publikum in Buchenberg

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Erinnerungsfoto: Die D-Junioren der JSG Edersee zusammen mit HR-Moderator Kai Völker, André Schubert, Torwarttrainer Markus Gaupp und Janik Backhaus, Trainer am Deutschen Fußballinternat.

Buchenberg. Im Vorfeld von „Oliver Kahns Train’n’Fight Challenge“ hatte der SV Buchenberg zum Bundesliga-Talk eingeladen. Angeführt vom ehemaligen Mönchengladbacher Erstliga-Coach André Schubert plauderten fünf Experten auf sympathische Weise über Trainingsmethoden, Talentförderung und mehr.

Der Kasseler machte mit den anderen Gesprächsgäste die Talkrunde am Buchenberger Sportplatz zu einer rundum gelungenen Veranstaltung, die weit mehr als 120 Zuhörer verdient gehabt hätte. 

Es ging um Torhüter früher und heute und vor allem um den langen Weg zum Traumberuf Profifußballer. Der Weg dorthin fängt für manche schon mit zehn oder elf Jahren an, berichtete Thomas Eglinski, der mit dem Team vom Deutschen Fußballinternat (DFI) derzeit 100 Hoffnungsträger der Zukunft betreut. Mit 15 oder 16 wechseln die Besten auf die Internate der Bundesligavereine, 40 Talente hat das DFI laut Eglinski bislang dorthin abgegeben, verrät der Leiter des DFI, das regelmäßig Stipendien vergibt an herausragende Talente. 

Die sind auch nötig, denn wie sich am Freitagabend herausstellte, ist Fußball kein Sport für Normalverdiener. Bis zu 44 000 Euro pro Jahr verlangen die namhaftesten Vereine von einem Schüler bzw. dessen Eltern. 

Die Jugendlichen bezahlen einen anderen Preis: Verzicht auf „normales Leben“, ausgehen, Freunde treffen usw. „Bist du bereit, den Preis zu bezahlen? – das muss sich jeder fragen, der es bis nach ganz oben schaffen will“, so Eglinski. 

Janik Backhaus, DFI-Trainer mit Buchenberger Wurzeln, kennt seine „Pappenheimer“. Auf dem Platz verspüre man die Leidenschaft der Talente. „Aber nach den ersten Wochen blickst du auch in traurige Gesichter, wenn das Heimweh kommt.“ 

Heimweh? Für Markus Gaupp kein Stolperstein für richtig Ehrgeizige. „Wer viel Fußball-DNA in sich trägt, empfindet all den Verzicht nicht als negativ“, so die Erfahrungen des 56-Jährigen, einst Amateurkicker Torwartcoach im In- und Ausland und Privattrainer von Oliver Kahn.

Bundesliga-Talk mit André Schubert in Buchenberg

Ausländische Kicker scheinen mit anderen Attributen ausgestattet zu sein als einheimische, findet André Schubert. „In Deutschland herrscht ein sehr hoher Zufriedenheitsgrad“, antwortete der 46-Jährige auf die Frage, warum es so wenige Talente aus den U19-Teams in die Bundesliga schaffen. „Mir scheint, dass ausländische Talente wie etwa ein Dembélé viel mehr Willen haben, etwas zu erreichen, weil sie eben sozial schlechter gestellt sind.“

Warum der moderne Torhüter immer mehr zum Schweinsteiger wird; wer Marc Andre ter Stegen für besser als Manuel Neuer hält; was die Ehrengäste den Buchenbergern spendierten - alles zum Bundesliga-Talk lesen Sie ausführlich der Dienstausgabe der WLZ!

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