Spielerin geht es aber gut  - Umfrage im Waldecker Frauenfußball zur Pause

Corona-Fall beim TSV Flechtdorf

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Und, wie soll's weitergehen? Daniel Wende vom SV Anraff steht symbolisch für die Frage, die alle im Frauenfußball beschäftigt. 

Wie gehen Verantwortliche, Trainer und Spielerinnen mit der Pause im Frauenfußball  um? Wir haben mit Trainern und Betreuern gesprochen.

Korbach. Seit ungefähr drei Wochen liegen die Fußballschuhe in der Ecke – da geht es den Frauen nicht besser als den Männern oder dem Nachwuchs. Die meisten Teams haben seit vergangenem Herbst kein Pflichtspiel mehr bestritten, die Fußballerinnen des VfR Volkmarsen etwa haben vor ziemlich genau fünf Monaten das letzte Mal um Punkte gekickt.

Fast niemand glaubt noch an eine Fortsetzung der Saison 2019/20, und für alle hat die Gesundheit Priorität.

Beim Verbandsligisten SV Anraff fand das letzte gemeinsame Training am 12. März statt, dies gelte auch für die „Zweite“, sagt Trainer Dirk Wagener. „Aufgrund der bekannten Thematik war ein gemeinsames Training seitdem unverantwortlich.“

Seine Spielerinnen haben über WhatsApp Tipps für ein individuelles Programm bekommen. Das sei aber nicht mit der Intensität des Mannschaftstrainings zu vergleichen, betont Wagener. „Ich gehe aber auch nicht davon aus, dass die Saison fortgesetzt wird.“ Der Fakt wiegt also möglicherweise nicht mehr schwer.

Marquardt hofft auf baldige Klarheit 

Auch bei der SG Landau/Wolfhagen, derzeit Tabellenletzter der Verbandsliga, ist laut Trainer Hagen Marquardt „aktuell alles heruntergefahren“. Solange nichts feststeht, sollen sich die Spielerinnen der SG privat fit halten und laufen gehen. Für Marquardt steht aber ganz klar die Gesundheit im Vordergrund: „Das hat definitiv Vorrang. Wir hoffen auf eine baldige Entscheidung, lassen aber alles auf uns zukommen, da wir es eh nicht beeinflussen können.“

Ähnlich sieht es auch Denny Petersen, Trainer des TSV Korbach.Auch seine Spielerinnen sollen joggen gehen. Individuelles Fußballtraining halte er aber „nicht für zielführend“. Er glaube nicht an eine Fortsetzung der Runde, so Petersen, auch wenn dies abwarten sei. Im letzten gemeinsamen Training hat der Coach seinem Team noch „einige Dinge im kognitiven Bereich mit auf den Weg gegeben“, Stabilisation und Kräftigung runden das private Programm ab.

Kahl: „Laufen irgendwann eintönig"

Beim TSV Flechtdorf, Vertreter in der Gruppenliga, gibt es gar den ersten Corona Fall im Team. Der Spielerin gehe es aber gut, so Michael Kahl. Der Trainer hält die Fortsetzung der Serie zwar für unwahrscheinlich, setzt aber für alle Fälle auf die Fitness seiner Schützlinge.

Neben Laufeinheiten bietet der TSV Flechtdorf einen Parcours an, den die Spielerinnen zu zweit absolvieren können. „Hier können auch Sachen mit Ball oder Sprints durchgeführt werden, immer nur Laufen ist irgendwann sehr eintönig“, sagt Kahl.

Beim VfR Volkmarsen hat Trainer Martin Funke die Saison noch nicht abgeschrieben. „Ich hoffe schon, dass wir eventuell noch weiter spielen können, Prognosen kann man allerdings nicht machen. Die Gesundheit steht aber über allem“, sagt er. Nach der Saisonunterbrechung wurden die Spielerinnen via Mail mit Übungen versorgt, die sie selbstständig umsetzen sollen.

Mehr als „ein- bis zweimal die Woche laufen“ funktioniere beim TV Germania Rhoden nicht, sagt Spielführerin Jacqueline Knaack. Das weitere Vorgehen beim regionalem Oberligisten werde erst geplant, wenn ein Abbruch fix sei. „Wir hoffen, dass niemand die Lust am Fußball generell verliert, irgendwann wird es weitergehen, wenn vielleicht auch nicht in den nächsten Wochen.“ rm

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