Fußball-Verbandsliga

Duell der Enttäuschten: SC Willingen gegen Johannesberg überraschend ein Spiel gegen den Abstieg

Nick Bärenfänger (Willingen, rechts)
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Willenskraft im Abstiegskampf ist von Vorteil. Diese Tugend zeigt hier Nick Bärenfänger (Willingen, rechts) , der gegen Johannesberg wieder einsatzbereit ist.

Nicht selten kommt einem der Gedanke, dass ein Spielplan-Macher in die Zukunft blicken kann. Denn er bringt öfters Vereine zu einem Spiel zusammen, das nur zu diesem einen Zeitpunkt eine gewisse Brisanz hat, kommende Wochen vielleicht schon nicht mehr.

Willingen – Das gilt auch für die Partie in der Fußball-Verbandsliga zwischen dem SC Willingen und der SG Johannesberg, die am morgigen Samstag (15 Uhr) im Uplandstadion angepfiffen wird.

Beide Mannschaften hätten vor der Saison nie und nimmer gedacht, dass sie im Abstiegskampf mitstrampeln müssen. Und beide Teams sinnen und grübeln über die gleichen Ursachen, die sie in diesen Schlamassel gebracht haben. Aber wohl nur dem Sieger dieser Begegnung ist bis zur Winterpause noch zuzutrauen, dass er dem Ligakeller noch entfliehen kann.

Bereits sechs Platzverweise für Johannesberger Spieler

Während die Willinger Kicker ihre Misserfolge noch diszipliniert mit Fassung tragen, scheint bei einigen Johannesberger Spielern das Nervenkostüm nicht mehr zu passen. Adrian Köpf und Leon Butsch sorgten am vergangenen Wochenende für die Platzverweise fünf und sechs. So fehlen Trainer Zeljko Karamatic in Willingen vier gesperrte Spieler.

„Ich weiß nicht, was in den Köpfen der Spieler abgeht. Sie sind selber unzufrieden mit der Situation, vielleicht ist das eine Reaktion darauf. Ich hab keine Ahnung“, sagte der Trainer dem Fußballportal „torgranate.de“ Hinzu kämen noch einige verletzte Spieler. Solche hausgemachten Personalprobleme hat der Willinger Trainer Dardan Kodra nicht. Beide Coaches fordern aber in dieser schwierigen Situation, dass die erfahrenen Spieler nun vorangehen und auch mehr Verantwortung übernehmen sollten.

Während Kodra sich fragt, wie es gelingen könnte, dass die älteren Spieler ihre Erfahrung noch mehr ins Team miteinbringen und sich auch mehr um jüngere Mitspieler kümmern, wählt sein Kollege die direkte Ansprache: „Unsere erfahrenen Spieler sind entweder nicht fit oder bringen derzeit nicht ihre Leistungen.“

Kodra und sein Co-Trainer Till Frigger versuchen beim Blick nach unten bei ihren Spielern noch mehr den Teamspirit zu wecken: „Es ist wichtig, dass die Jungs merken, wir Trainer suchen nicht die Schuld für diese Situation bei einzelnen Spielern, sondern wir sagen, es geht nur gemeinsam.“

Gut gespielt, aber fast immer verloren

Gut gespielt, aber fast immer gewinnt der Gegner. Die Aussage dieses Satzes zieht sich wie ein roter Faden durch den bisherigen Saisonverlauf der Upländer. Enge Spiele gehen meist verloren, teilweise durch Kleinigkeiten, weil klare Torchancen vergeben werden oder durch einfache Fehler im Spielaufbau, nach denen der SCW sich zusätzlich leicht auskontern lässt.

Mit diesem Thema habe er die Mannschaft in dieser Woche noch einmal konfrontiert, betont Kodra. „Wie kommen wir schneller hinter den Ball und wie können wir den Angriff verzögern, damit es bei uns hinten nicht gleich lichterloh brennt.“

Mannschaften in denen es nicht läuft, reagieren manchmal recht schroff auf Worte, frei nach dem Motto: „Ich kann das ganze Gequatsche nicht mehr hören.“ Dieser Satz würde Kodra nie über die Lippen kommen. „Ich finde es allgemein wichtig zu reden, auch in erfolgreichen Zeiten. Ein Trainer sollte immer kommunikativ sein.“

Trainer Kodra sieht zwei Willinger Vorteile

Natürlich gebe es auch in seinem Kader Spieler, die nicht so gesprächig seien, aber wichtig sei, auch von ihnen einen kurzes Feedback zu bekommen, etwa auf die Frage, was können wir tun, damit du dein Stärken besser entfalten kannst.

Kodra ist guter Dinge, dass seine Mannschaft derzeit einige Vorteile gegenüber Johannesberg aufweise. Zum einen sollte der Kader der Willinger besser bestückt sein, obwohl Matthias Bott (Urlaub) und Jonah Schilling (Knöchelverletzung) fehlen werden, dafür kehren Nick Bärenfänger und Jonathan Vach zurück.

Der Coach rechnet damit, dass die Johannesberger derzeit ihre spielerische Qualität nicht auf den Platz bringen können. „Sie werden im Abstiegskampf vermutlich erst einmal über die Grundtugenden des Fußballs kommen, Kampf, Einsatz- und Laufbereitschaft. „Und da muss ich sagen, geht der Punkt an uns, weil uns genau das ausmacht.“ (rsm)

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