Gruppenliga Kassel: SG Bad Wildungen/Friedrichstein im Südwaldeck-Derby sehr effektiv

Eintracht Edertal nach 1:2 im Derby so gut wie abgestiegen

+
Das 0:1 ist gefallen: Der Torschütze Nico Schäfer hat jubelnd abgedreht, wird von Kapitän Kevin Wathling in Empfang genommen. Den Edertalern Artur Radg, Adrian Radig (kniend), Simon Heck, Torwart Mika Helmetag und Furkan Saki bleibt nur der Frust.

Bergheim – Sie haben bis zum Schluss alles versucht, vergeblich. Eintracht Edertal steht nach dem 1:2 (0:2) gegen die SG Bad Wildungen/Friedrichstein praktisch als Absteiger aus der Fußball-Gruppenliga Kassel fest.

„Das war es für uns“, meinte denn auch Günter Klose, Trainer des Tabellenschlusslichts, „wieder einmal haben wir als bessere Mannschaft verloren“. Das hatte Gegenüber Simon Lieber freilich nicht so gesehen, „denn in der ersten Halbzeit waren wir besser“.

In die starteten die Gastgeber mit viel Elan, machten über Simon Heck und Giulian Braun sofort Betrieb im gegnerischen Strafraum (2.). 60 Sekunden hätte die Führung eigentlich fallen müssen, aber Braun schlenzte den Ball freistehend aus elf Metern vorbei. Kurz danach zeigten die Badestädter, wie es geht. Standardspezialist Stefan Jobs zog einen Freistoß vors gegnerische Gehäuse, der wurde zu kurz abgewehrt und Nico Schäfer traf flach ins Eck – 0:1 (7.).

Schubert bereitet vor, Kramer trifft

Die Eintracht musste sich erst schütteln, aber dann legte sie wieder den Vorwärtsgang ein – allerdings zu oft zu kompliziert, statt den einfachen Abschluss zu suchen. Dann kam auch Pech hinzu, als ein wuchtiger 32-Meter-Freistoß von Artur Radig nur die Querlatte rasierte (22.). „Wieder wacher werden“, forderte Lieber auf, die Zweikämpfe wieder mehr anzunehmen. Seine Elf erhörte ihn zumindest teilweise und tat auch wieder mehr für die Offensive. Nach einer halben Stunde scheiterte Schäfer am per Fußabwehr klärenden Mika Helmetag.

Schmerzhaft war der Zusammenprall des Eintracht-Keepers mit dem etwas hart einsteigenden Waldemar Schubert (38.), der dafür eine von neun gelben Karten im aber stets im Rahmen bleibenden Südwaldeck-Derbys sah. Zwei Minuten später spielte der Spielertrainer der Wildunger Reserve seine Klasse aus, als er Günaydin Öztürk, Julian Kittler und Adrian Radig austanzte und Jan Kramer die Flanke sträflich frei nur noch zum 0:2 einköpfen musste.

Eintracht im Vorwärtsgang oft zu ungenau

Nach Wiederbeginn bekämpften sich beide Seiten auf dem trotz Dauerregens bestens bespielbaren Platz, aber vor nur rund 100 Zuschauern, zunächst im ungefährlichen Raum. Wer weiß, welchen Verlauf die Partie genommen hätte, wenn Öztürks Seitfallzieher nach weitem Einwurf von Artur Radig und Kopfballverlängerung von Braun nicht über den Querbalken gestrichen wäre. Fortan rannten die Edertaler an und die Gäste mussten sich zwangsläufig aufs Kontern verlegen. „Da hat man gemerkt“, so Lieber, „dass uns das Selbstbewusstsein fehlt, die letzten fünf Spiele im Kopf waren“.

Aber die Rot-Weißen schlugen zu wenig Kapital aus der gestörten Ordnung des Gegners, viele Aktionen liefen schlichtweg zu ungenau, um wirklich für Gefahr zu sorgen. Das gelang nur zweimal, in der 64. Minute verhinderte Torwart Niclas Köhler mit einer Glanztat den Einschlag des Kopfballs von Sebastian Brindöpke noch den Anschlusstreffer. Aber beim Konter über Furkan Saki und der Vollendung durch Artur Radig war er machtlos (72.). Der Rest war redliches Bemühen, während die Gäste unter anderem bei Kontern durch Kramer (76.), Florian Bruder (81.) und erneut Kramer (88.) die vorzeitige Entscheidung verpassten.

Wildunger feiern gelungene Revanche

Während die Bad Wildunger das Ende der sportlichen Durststrecke und die Revanche für das 3:5 im Hinspiel feierten, schwor Klose seine Truppe auf die letzten beiden Saisonspiele ein. „Wir wollen uns respektabel aus der Liga verabschieden“, meinte der Eintracht-Coach, „und wir kommen wieder, das verspreche ich“.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare