Leitfaden zu Zonen, Hygiene und mehr - Reaktionen aus Waldeck

DFB-Hygienekonzept: Viele Vereine sind „froh über jede greifbare Vorgabe“ 

Gesperrt wegen der Corona-Pandemie: Blick durch den Zaun des Eingangstores auf den Fußballplatz in Dorfitter.
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Verschlossene Tore sind Geschichte: Auch auf dem Fußballplatz in Dorfitter darf wieder gekickt werden.

Für die Amateurfußballer kommt die Rückkehr auf das Spielfeld immer näher. Es fehlt zwar noch das Grüne Licht der Politik, aber der Hessische Fußball-Verband (HFV) plant für das Wochenende 5./6. September den Saisonstart. Ab 17. August sollen, wenn erlaubt, Test- und Pokalspiele stattfinden.

  • Der Deutsche Fußballbund hat einen Leitfaden für Vereine herausgegeben
  • Hygienekonzept für Wiederaufnahme des Spielbetriebs
  • Heimische Vereine halten Umsetzung für aufwendig, aber machbar

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat nun eine Broschüre unter dem Motto „Zurück ins Spiel“ herausgegeben. Dieser Leitfaden soll den Vereinen helfen, die Hygienekonzepte, denen die Kommunen zustimmen müssen, für Training und Spielbetrieb zu erarbeiten. Wir stellen Punkte des Muster-Konzepts vor, konzentrieren uns dabei auf die Vorgaben rund um die Spiele.

Die Hygieneregeln

Grundsätzlich sollen die aus dem Alltag bekannten Hygieneregeln eingehalten werden: Ein Mindestabstand von 1,5 Meter außerhalb des Feldes – in Spielpausen sogar auch auf dem Platz. Keine Umarmung und kein Händedruck zur Begrüßung. Die Hust- und Nies-Etikette beachten. Auf dem Spielfeld soll nicht gespuckt und sich nicht die Nase geputzt werden. Und natürlich: Waschen und Desinfizieren der Hände.

Die Vereine müssen genügend Möglichkeiten dafür anbieten. Hilfe gibt es hier vom HFV: Der Verband schenkt allen Klubs ein „Es-geht-wieder-los-Paket“ mit Handdesinfektionsspender inklusive 500 ml Desinfektionsmittel sowie Plakaten mit Hygieneempfehlungen.

Außerdem dürfen nur Spieler an Training oder Partien teilnehmen, die in einem „symptomfreien Gesundheitszustand“ sind. Personen mit Symptomen dürfen die Anlage nicht betreten.

Die Zonen

Der DFB empfiehlt den Klubs, den Sportplatz in drei Zonen einzuteilen. Die erste Zone ist das Spielfeld und die Umrandung. Hier dürfen sich nur Spieler, Trainer, Funktionsteams, Schiedsrichter, Sanitäts- und Ordnungsdienst, Hygienebeauftragte und Medienvertreter aufhalten.

Die zweite Zone ist der Umkleidebereich. Diese dürfen betreten: Spieler, Trainer, Funktionsteams, Schiedsrichter und Hygienebeauftragte. Hier gilt die Abstandsregel oder das Tragen von Mund- und Nasenschutz. Die Aufenthaltsdauer soll auf ein „notwendiges Minimum“ beschränkt werden.

Die dritte Zone ist der Publikumsbereich. Das ist der frei zugängliche Bereich der Sportstätte. Dieser darf nur über einen oder mehrere offizielle Eingänge betreten werden.

Die Besucher müssen namentlich erfasst werden, die Gesamtpersonenzahl stets bekannt sein. Weitere Vorgaben sind: Trennung von Ein- und Ausgängen. Markierte Spuren der Wege. Abstandsmarkierungen auf den Rängen und in der Gastronomie.

Individuelle Lösungen

Der DFB stellt aber auch klar, dass die Vereine aufgrund der unterschiedlichen Sportstätten in manchen Punkten in Abstimmung mit den lokalen Behörden individuelle Lösungen finden müssen. Dazu gehören: die Organisation des Ein- und Ausgangsbereichs, der Wegeführung und Zuschauerplatzierung, der Gastronomie, der Reinigungsvorgänge, der Teambesprechung vor dem Spiel und von den Umkleide- und Dusch-Abläufen.

Die Reaktionen

„Ich bin froh über jede greifbare Vorgabe. Der Leitfaden des DFB ist ähnlich dem Konzept, das wir vom Hessischen Fußball-Verband schon vor ein paar Wochen erhalten haben“, sagt Carsten Strippel. Der Vorsitzende des TuS Bad Arolsen hat mit seinem Team schon vor Wochen ein Hygienekonzept zur Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs erstellt, „an das sich die Jungs auch halten“.

Die zunehmend gelockerten Vorgaben seien nun beim Fußball-Kreisoberligisten, der im Schnitt 80 Zuschauer bei seinen Heimspielen begrüßt, mit Leben zu füllen. „Das wird nicht die letzte Version des Konzepts sein“, sagt Strippel im Hinblick auf die DFB-Broschüre, deren Inhalt er für „umsetzbar hält, auch wenn das sicherlich Arbeit macht“. Dass das Bad Arolser Richard-Beekmann-Stadion einen Eingangsbereich habe, „ist für uns von Vorteil. Über die Ausgänge müssen wir uns Gedanken machen und uns die Sache im Detail angucken“, sagt der 39-Jährige.

Hält das Hygienekonzept für umsetzbar: Carsten Strippel, Vorsitzender des TuS Bad Arolsen

„Wir werden die Vorgaben von DFB, HFV, der Stadt Bad Arolsen und des Landkreises Waldeck-Frankenberg unter einen Hut bringen müssen“, fügt er an. Auch für Stephan Möbus beinhaltet der DFB-Leitfaden nicht viel Neues, von der Regelung der Zonen und dem Umgang mit den Zuschauern abgesehen. „Wenn viele Leute an der Kasse stehen, werden wir mehr als zwei Kassierer brauchen. Die Zuschauer müssen eben mehr Zeit einplanen“, sagt der Hygienebeauftragte der SG Vöhl/Basdorf/Werbetal.

Obwohl auch die namentliche Erfassung der Besucher Zeit in Anspruch nehmen wird „werden wir nicht an unsere Grenzen stoßen.“ Schwierig könnte es aber werden, wenn sich die Besucher nicht an die Regeln halten würden. Damit das erst gar nicht passiert, hält der 42 Jahre alte Co-Trainer des A-Ligisten entsprechende Durchsagen für sinnvoll. Wichtig findet es der Spielausschussvorsitzende der SG, dass in Zukunft zumindest „das Gästeteam die Duschen auf den Sportplätzen benutzen darf.“

Hygienekonzept: Nicht alle Vereine finden's gut

Andere Vereine sehen hohe Hürden auf sich zukommen, die sie für unüberspringbar halten. Die SG Kirchberg/Lohne/Haddamar beispielsweise kritisiert in einem Beitrag auf ihrer Homepage, dass alle Zuschauer eines Spiels namentlich erfasst werden müssen. Für nicht umsetzbar halten die Verantwortlichen des Gruppenligisten, Abstandsmarkierung für Zuschauer einzurichten und die Einhaltung zu überprüfen.

Insgesamt appelliert die SG in ihrem ausführlichen Beitrag, den Zuschauern zu vertrauen, dass sie eigenverantwortlich auf die nötigen Abstände achten - so wie im Alltag auch.

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