Kreisoberliga:  Mengeringhausen überzeugt auf vielen Feldern

Fünf Gründe, warum der TuSpo Meister ist

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Der TuSpo Mengeringhausen zeigt sich als Meister – mit Frank Wilde, Sebastian Hess, Benedikt Menkel, Sven Schwedes, Max Jakobschak, Christopher Scholz, Bastian Schade, Denny Benndorf, Trainer Jörg Büchse, Henry Hosse, Betreuerin Janina Weiß (hinten v. l.); Dominik Lüdtke, Tim Schade, Marcel Löhndorf, Fabian Figge, Pascal Löhndorf, Philipp Schwedes, Marcos Antonio da Silva (vorn). Es fehlen: Daniel Roschanski, Aman Tesfu, Olli Hintschich.

Mengeringhausen – Von der Mannschaft über ein gefestigtes Spielsystem, die Trainer bis hin zum Umfeld: Es hat seine Gründe, warum der TuSpo Mengeringhausen die Kreisoberliga dominiert.

Na klar, nach dem Abpfiff spritzte Schaumwein. Doch die klebrigen Duschen, die sich die Fußballer des TuSpo Mengeringhausen nach dem 4:2 am Sonntag in Altwildungen bereiteten, waren nicht ganz so überschäumend.

Verständlich. Die Freisprechung zum Meister der Kreisoberliga Waldeck und das Comeback in der Gruppenliga nach nur einem Jahr hatten sich lange angebahnt. Und der letzte Akt verlief genauso souverän wie die ganze Saison. Der Favorit hat geliefert. Und wie.

Eine Niederlage bisher, zwei Remis, der Rest „Dreier“. „Ich bin schon stolz auf diese Leistung, die wir als Team insgesamt abgerufen haben“, sagte Trainer Jörg Büchse. Die Rückkehr in die höhere Etage war der Anspruch. Zwar hatte die Mannschaft als Gruppenligist 2017/18 mehr Erfahrung als Punkte gesammelt, aber die sollte ihr zugute kommen, zumal sich nach dem Abstieg keinerlei Zerfall zeigte.

War der Titel ein Selbstläufer? Selbstverständlich war er nicht. Co-Trainer Oliver Hintschich formulierte es so: „Völlig unerwartet kommt die Rückkehr in die Gruppenliga nicht, gerade weil der Kader ja zusammengehalten und sinnvoll ergänzt wurde.“ Doch so überlegen? Das hat seine Gründe.

Das Spielsystem

Ist’s der Fokus auf die Defensive, weshalb der TuSpo konstant seit dem neunten Spieltag die Spitze hält? Schließlich weist die Tordifferenz (65:14) nur genau 0,66 Gegentreffer pro Spiel aus. „Das Spielsystem ist nicht darauf ausgerichtet, dass wir hinten dicht machen“, betonte Büchse. Sicheres Passspiel, gute Ballkontrolle und die Mitarbeit aller elf bei der Verteidigung des eigenen Hauses, diese drei Elemente bilden sozusagen das Grundgerüst, auf dem der Erfolg baut.

In der höheren Liga stand es noch zu wackelig. Es zu stabilisieren war für Büchse in der KOL primär. „Es ist uns mehr als gut gelungen“, befand er. Hintschich sagte: „Aufgrund der Altersstruktur waren erhebliche Lernprozesse möglich und sind es auch weiterhin.“ Vom Gruppenliga-Jahr hat das Team läuferisch profitiert und es findet leichter Lösungen für unterschiedliche Situationen.

Die Mannschaft

22 Spieler sind bisher eingesetzt worden. „Wir können froh sein, dass wir eine so gute Breite haben“, sagte Büchse. Die Lust aufs Training, ein Gradmesser für Engagement, sei „grundsätzlich gut“.

Die Leistungsträger? Na klar, Tim Schade, für Büchse als Sechser mit Nummer 10 (oft neben Christopher Scholz) der „Strategiespieler der Truppe“. Kapitän Philipp Schwedes, erste Wahl rechts in der Kette. Dominik Lüdtke auf der zentralen Position; der Neuzugang (bisher 24 Tore) hat sich als Knipser erwiesen. Oder Max Jakobschak (17 Tore) als Spitze. Ihm ging das Treffen leichter vom Fuß als in der Vorsaison; Büchse will beim erst 20-Jährigen wohl den Ehrgeiz kitzeln, wenn er dennoch sagte: „Wenn er mal richtig die Bremse lösen würde, ginge da noch viel mehr.“

Zeigen, was sie sind: Max Jakobschak und Dominik Lüdtke im Meistershirt mit grün-weißer Brust. 

Denny Benndorf, ebenfalls neu, Bastian Schade, Sebastian Hess und Marcel Löhndorf sind weitere defensive Stammspieler. Sven Schwedes ist auf der linken Außenbahn gesetzt, rechts kommt oft Marcos Antonio da Silva zum Zuge. Im Tor hat Routinier Daniel Roschanski.(35) mehr Einsätze als Fabian Figge, zu Saisonbeginn verletzt. Büchse lobte: „Wir haben zwei sehr gute Torhüter.“

Büchse betonte auch die wichtige Rolle der Spieler, die den Anpfiff oft auf der Bank erlebten und für die das keineswegs leicht war, was der Trainer weiß: Dennis Jakob, Benedikt Menkel oder (länger verletzt) Pascal Löhndorf sowie die ebenfalls vor der Saison gekommenen Aman Tesfu und Henry Hosse, der mit erst 18 Jahren elf Einsätze hat. Überhaupt: „Wir haben sehr gute Griffe mit den Neuzugängen getan“, so Büchse. Einzig Kevin Jäger kommt nicht auf so viel Spielzeit, was seinem Studium in Darmstadt geschuldet ist.

Die Trainer

Das Tandem Büchse (52 Jahre) und Hintschich (43) funktioniert im zweiten Jahr (und bleibt zusammen). „Ein absoluter Glücksgriff, da bleibe ich bei“, sagte Abteilungsleiter Carsten Hohmann: „Man sieht, dass die Jungs mitziehen und dass auf dem Platz eine taktische Entwicklung zu sehen ist.“ „Wir kommen beide sehr gut miteinander klar“, betonte Büchse; „die Arbeitsteilung klappt genauso wie sie abgesprochen ist“, sagte der jüngere. Sie sind unterschiedliche Typen – Büchse mehr der sachliche, ruhige Taktikplaner, Hintschich mehr der strenge Forderer im Training und emotionaler. Am Rande: Hintschich führte in der ersten Saison der Waldecker KOL (2009/10) die SG Rhoden/Schmillinghausen, übrigens ebenfalls im 13er-Feld, als Spielertrainer zum Titel. Mit 63 Punkten. Diese Marke kann der TuSpo noch knacken. Büchse feierte zuletzt Meistertitel (zwei) in Korbach.

 

Die Konkurrenz

Der TuSpo kam als Liga-Letzter in die KOL zurück und hatte sie dennoch sicher im Griff. Was sagt das über die Klasse? Jörg Büchse findet, sie sei nicht schwach, sie habe ihn positiv überrascht. Nur: Nicht ein Rivale trat konstant erfolgreich auf. Das gelang nur dem TuSpo. Deshalb war, wie Oliver Hintschich sagte, „die Richtung schon kurz nach der Winterpause klar“. Ein Ärgernis ist für das Trainergespann die KOL als Miniliga. Diese Saison sei keine Spielserie, so Büchse: „Es war mehr als unbefriedigend, dass wir nur mit 13 Mannschaften gestartet sind.“ Hintschich verweist auf geringere Leistungsdichte im Vergleich zur Gruppenliga.

Das Umfeld

"Der TuSpo ist ein topgeführter Verein. Es macht Spaß, hier zu arbeiten“, lobte Jörg Büchse. An der Spitze steht neben Carsten Hohmann als Geschäftsführer Thomas Mertens. Ärgerlich: Seit September gravierende Probleme mit dem zu trockenen Platz am Hagen. Heimspiele fanden deshalb in Landau, Gembeck und Bad Arolsen statt, fürs Training musste der TuSpo ständig ausweichen. Das nervte alle, Tim Schade wurde deutlich: Die Stadt habe die Platzverhältnisse „nicht genug gefördert“, sagte der Mittelfeldmann. Dass daraus kein sportlicher Nachteil entstand, ist für ihn auch ein Verdienst der Trainer: „Jörg und Olli haben alles getan, dass wir immer vernünftig trainieren konnten.“

Die Bilder vom Meisterstück des TuSpo Mengeringhausen  

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