TuSpo Mengeringhausen:

Für Torwart Roschanski wird der Flugweg kürzer

Wieder dabei: Philipp Schwedes (links) hier gegen Alexander Fey (Wabern), kehrt gegen Felsberg in den Kader des TuSpo Mengringhausen zurück.
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Wieder dabei: Philipp Schwedes (links) hier gegen Alexander Fey (Wabern), kehrt gegen Felsberg in den Kader des TuSpo Mengringhausen zurück.

Er hatte sich vor drei Jahren eigentlich schon aufs fußballerische Altenteil zurückgezogen. Die Familie habe Vorfahrt, sagte Daniel Roschanski damals nach der Geburt der Zwillinge, es waren für ihn die Kinder drei und vier.

Mengeringhausen – Und nun steht der ehemalige Stammtorwart des TuSpo Mengeringhausen unverhofft sogar in der Gruppenliga zwischen den Pfosten. Dieser Einsatz ist wie eine kleine Genugtuung für den Leiter der Bad Arolser Schön Klinik, denn der 36-Jährige hatte dem Fußball damals just in dem Moment den Rücken gekehrt als er mit seinem Team den Gruppenliga-Aufstieg perfekt gemacht hatte.

Das sei aber nicht der Grund für sein Comeback gewesen, betont Roschanski denn das habe bereits in der vergangenen Saison in der „Zweiten“ begonnen.

Er habe in dieser fußballlosen Zeit gemerkt, dass ihm der Ausgleich zur Familie und Beruf gefehlt habe. „Der ist total wichtig“ betont Roschanski, „beim Fußball darf ich Leute gewollt anschreien, das sollte ich als Klinikleiter in der Form nicht machen und vor meinen Kindern auch besser nicht.“

Ablassventil hat gefehlt

Der 36-Jährige hat irgendwann bemerkt, dass ihm dieses Ablassventil fehlt. Dann werde er fahrig, sagt er, sei nicht so auf den Punkt fokussiert, weil er Emotionen aus anderen Gesprächen mitschleppe, diese aber nicht kompensieren könne und diese dann in sich hineinfresse.

Für jeden könne dieses Ventil anders aussehen, manche fahren nach Hause und trinken ein Bier, andere reden mit der Frau und wieder andere gehen zum Fußballplatz und versuchen dort ihren Schweinhund zu überwinden und schreien laut herum.

Für Roschanski ist auch die soziale Komponente ein besonderes Geschenk von König Fußball. Es sei immer wieder interessant neben 20-Jährigen zu sitzen und denen einfach nur zuzuhören. „Das ist manchmal besser als eine Fernsehserie, was die so von ihrem Alltag erzählen.“

Den Altersunterschied zu den Spielern bemerke er natürlich schon. „Das geht schon los, bei der Musikauswahl in der Kabine, da schaffe ich es nur bedingt mich durchzusetzen, die hören immer Deutsch-Hip-Hop, mit all diesen Gangstern, was weiß ich, und wenn sie mich fragen, was ich hören will und ich sage Dire Straits, sagen sie, die kennen wir nicht.“

Torwart aus Leidenschaft: Daniel Roschanski

Der Sprung in die Gruppenliga sei bei der Rückkehr ins Kickerlager auch nicht sein Plan gewesen, betont Roschanski. „Das soll auch nicht so bleiben, sobald der derzeit verletzte Fabian Figge wieder dabei ist, stehe ich bei der Zweiten im Tor.“

Nach drei Jahren Pause, sieht der Torwart schon auch Veränderungen im Spiel seine Vorderleute. „Die Jungs sind erfahrener geworden und es sind richtig gute Leute dazugekommen.“

Roschanski beobachtet aber nicht, dass das Spiel schneller geworden oder mehr von der Taktik geprägt sei. Wie lange er noch Bälle zwischen Latte und zwei Pfosten halten will, weiß der Keeper nicht. „Ich war noch nie ein Stratege oder Planer, es gibt da keine feste Zahl.“

Defizite mit Erfahrung wettmachen

Dass aber der Zahn der Zeit an seiner Torwartkarriere nagt, bemerkt der 36-Jährige schon. Es gingen körperlich ein paar Fähigkeiten verloren. So hat er das Gefühl, dass ihm mittlerweile bei einigen Bällen, die nah an den Pfosten heranfliegen, gegenüber früheren Jahren stets so eine handbreit fehlt.

Das Manko, der abnehmenden Schnell- und Sprungkraft, könne er aber durch Erfahrung wettmachen, betont der Keeper. „Eigentlich fliegt es sich noch ganz gut, es fliegt sich nur kürzer.“

Und wenn im Training zu diversen Sprintübungen aufgerufen wird, fragt sich Roschanski auch schon mal, was er hier eigentlich mache. „Du bist von 20-Jährigen umgeben, die dir auf 50 Meter gleich vier, fünf Meter abnehmen.“ Er weiß aber eins: Das Torwartspiel ist ein ganz anderes Rennen.

Die Spiele am Wochenende

Mengeringhausen -Felsberg/Lohne/Niedervorschütz (So., 15 Uhr). Zwei Heimniederlagen. Da hat der FV Felsberg/Lohne/Niedervorschütz schon einen Fehlstart hingelegt. Eigentlich ein guter Zeitpunkt, jetzt gegen sie anzutreten. Doch so plump und einfach geht Trainer André Gutmann die Heimaufgabe des TuSpo Mengeringhausen am kommenden Sonntag (15 Uhr) nicht an. „Davon sollten wir uns nicht blenden lassen, weil die Gegner immerhin Schwalmstadt und Wabern hießen.“

Viele Trainer sagen, gegen Felsberg sei es unangenahem zu spielen. Was macht sie so unangenehm? „Sie spielen robust, sehr körperbetont und haben mit Al Omari einen Knipser vorne drin“, sagt Gutmann. Doch er ist optimistisch, dass sein Team auch diese Aufgabe lösen wird.

So stimmt ihn positiv, dass seine Spieler bislang nach einer Führung nicht auf Ergebnisverwaltung umgeschaltet und wenig Chancen zugelassen haben. Er habe auch nie das Gefühl gehabt, sein Team breche ein oder würde nachlassen. Philipp Schwedes kehrt in den gut besetzten Kader zurück.

Bad Wildungen - Mengsberg (Sa., 17 Uhr). Nach dem 3:0 im Auftaktspiel in Kirchberg war der Wildunger Coach Jörg Schäfer zufrieden. „Wir haben schon vieles richtig gemacht vor allem hinten nicht viel zugelassen.“ Dabei mussten sich die Badestädter im ersten Pflichtspiel an ein neues Spielsystem gewöhnen und neue Spieler integrieren.

„Wir haben im Spiel gegen Kirchberg vieles von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten“. Nun versuche sein Team nachzulegen. „Wir haben junge Spieler, die auch Leistungsschwankungen unterliegen können“, erklärt der Coach. Er fordert von seiner Mannschaft auch, dass sie ähnlich engagiert auftreten solle, wie in Kirchberg. Bei den Badestädtern gibt es aber noch zwei, drei verletzungsbedingte Fragezeichen. Mengsberg hat bisher nur einen Punkt aus zwei Spielen geholt.

Altenlotheim – Kirchberg/Lohne/Haddamar (So., 15 Uhr). Beide Mannschaften liegen nach zwei Spielen mit je drei Punkten im Mittelfeld. Vor allem der 4:2-Erfolg in Melsungen tat den Altenlotheimern gut. Das bestätigt Spielertrainer Robin Wissemann: „Ja, das gibt Selbstvertrauen“. Den Gegner kennt Wissemann kaum. „Ich weiß, dass sie mit Spielertrainer Paul Graf in der Offensive stark aufgestellt sind“. Neu bei SG sind auch Pascal Beyer und Alessandro Schmidt von der SG Edertal.

Wissemann werden weiter die Langzeitverletzten Yannik Leisner und Nils Backhaus fehlen. Außerdem kommt das Quartett Patrick Wissemann, Sascha von Drach, Fabian Erber und Sven Penzenstadler hinzu. Hinter dem Einsatz von Manuel Neuschäfer und Tim Backhaus steht noch ein Fragezeichen.

Eintracht Baunatal – Freienhagen/Sachsenhausen (So., 15 Uhr). Schlusslicht empfängt Spitzenreiter. SV Freienhagen/Sachsenhausen gegen Eintracht Baunatal. Ob sich das jüngste 1:7 in Waltershausen als mentale Bremse oder vielleicht sogar als psychologischen Vorteil erweist, will SV-Trainer Andreas Josefiak nicht entscheiden: „Nach unseren letzten Ergebnissen gibt es bei uns keine große Erwartungen an Feldüberlegenheit.“

Die Standard-Schwächen des Saisonauftakts seien im zweiten Spiel bereits abgestellt worden, sagt der Coach. Er sehe seine Mannschaft nach dem Feintuning durchaus in einem taktischen Aufwärtstrend: „Jeder weiß jetzt, was er besser machen kann, der Tabellenführer ist kein direkter Konkurrent, damit entfällt ein gewisser Druck“, sagt Josefiak. Er und Coach Angelo Micino hoffen auf eine positive Überraschung. Mit Enrico Micino kehrt eine Stütze fürs Mittelfeld zurück, die Rekonvaleszenten Nico Mannweiler und Sören Schwechel (beide Knie) sollen noch geschont werden.

Münden/Goddelsheim – Melsungen (Sa.,17 Uhr in Münden). Verbandsligaabsteiger Melsungen hat erst einen Zähler geholt. Das findet FV-Trainer Wefringhaus nicht unnormal: „Wir haben viele jungen Spieler, die können sich am besten in der Gruppenliga entwickeln.“

SG-Co-Trainer Enrico Schmiedeler warnt davor die Gäste zu unterschätzen. Er vertritt Jürgen Fresen, der in der Trainerausbildung weilt.

„Wir stellen uns auf ein schweres Spiel ein, in dem wir hellwach sein und in den Zweikämpfen eine hohe Präsenz an den Tag legen müssen“ sagt Schmiedeler. Ihm werden Daniel und Steffen Butterweck (Rot-gelb-Sperre) fehlen. Die Sperre von Kevin Vesper ist abgelaufen, er plagt sich aber mit Knieproblemen. Auch hinter Torwart Manuel Mitze steht verletzungsbedingt ein Fragezeichen. In bisher zehn Duellen mit den Bartenwetzern gab es nur zwei Lichtenfelser Siege und ein Remis. dv//bb/ahi/rsm

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