VfR im Gruppenliga-Derby über weite Strecken besser

1:1 gegen Korbach für Volkmarsen ein Punktverlust

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Korbach unter Druck:  Hier behauptet Valeri Fenske (Mitte)  den Ball im Strafraum gegen die Volkmarser Fabian Drude (links) und Andreas Hohmann; vorn links beobachten Steffen Schröder (Volkmarsen) und Kevin Staniek (Korbach) die Szene.

Nieder-Ense. Ein Teilerfolg auf fremdem Gelände klingt erst mal nicht schlecht. Vor allem wenn einen eine Reihe Tabellenplätze vom Gegner trennt. Bei den Fußballern des VfR Volkmarsen war nach dem 1:1 (0:1) im Gruppenliga-Derby beim TSV/FC Korbach dennoch Enttäuschung das vorherrschende Gefühl.

Man kann das verstehen. Das Schlusslicht hätte den „Dreier“ nach den üblichen Maßstäben mehr verdient gehabt als die Heimelf. „Wenn Volkmarsen hier mit 2:1 in Führung geht, dürfen wir uns nicht beschweren. Wir nehmen den Punkt gerne mit“, räumte TSV/FC-Trainer Uwe Schäfer ein. 

Ein Teil seines Teams, vermutete er, habe nach der bärenstarken ersten Halbzeit beim 3:1 zuletzt in Ederbringhausen wohl an eine Art Selbstläufer geglaubt. Doch das war das Derby nicht. Spielanteile, Torchancen, Fehlerquote, Biss – bei allen Kriterien lag der VfR mehr oder weniger voraus.

Das 1:0 aus dem berühmten Nichts

 „Ich glaube, dass wir die klar bessere Mannschaft waren“, stellte Volkmarsens Spielertrainer Leon Winkelheide also fest. Sie habe die Partie meist im Griff gehabt. Lediglich gegen Ende der Partie sah er ein paar „haarige Szenen“. Und das Gegentor empfand er zumindest als Teilgeschenk an den TSV/FC. 

Das 1:0 fiel in der 31. Minute aus dem berühmten Nichts. David Will hatte den Ball im Mittelfeld erobert und sofort zu Kevin Staniek gepasst. Korbachs Nummer 10 scheiterte an Torwart Marius Flörke, der sich auch noch in den ersten Nachschuss von Ionut Speicher warf. Speichers zweiter Versuch aber saß – bis dahin war Korbach nicht gefährlich geworden.

Auch der VfR kreierte bei alle Feldüberlegenheit kaum Möglichkeiten. Die beste besaß Jari Kuhaupt früh (3.). Nach Winkelheides langem Pass hob er den Ball über Keeper Andre Mohr und das Tor. 

Auch nach dem Rückstand der VfR stärker

Korbachs Treffer änderte wenig. Spielerisch klappte bei beiden Teams nicht sonderlich viel, aber der VfR spielte druckvoller und mit weniger Fehlern, wenn auch oft das letzte Anspiel nicht kam. „Hektik und viele Ballverluste“ konstatierte Uwe Schäfer für den TSV/FC. Dima Ruf verhinderte Folgenreiches mit letztem Einsatz gegen Jona Wießner (37.) und VfR-Sturmspitze Marcel Klein (41.). 

Die erste gute Szene nach der Pause hatte Staniek, dessen Wirkungskreis ansonsten Steffen Schröder arg begrenzte, doch das Tor fiel auf der anderen Seite. Der von Jannik Herbold schön freigespielte Klein ließ zehn Meter vor dem Tor Keeper Mohr aussteigen und vollendete überlegt (54.). 

Drei Minuten später schien das 2:1 für Volkmarsen fällig, doch drei Meter vor dem Tor schickte Jannik Herbold die schöne Hereingabe von Jari Kuhaupt in den Himmel. Dann klärte Mohr bei Fabian Drudes Freistoß (60.) und gegen den älteren Herbold (61.) jeweils. Die letzte brenzlige Situation entstand wieder nach einem Freistoß von Drude in den Fünfer; Mohr und Dominik Imöhl bereinigten die Sache im Glück (88.).

Staniek trifft die Latte

Dazwischen waren auch die Korbacher durchaus gefährlich. Sie bekamen hin und wieder Platz. Und Staniek zeigte seine Klasse, als er zwei Gegenspieler austanzte, abzog – und die Unterkante der Latte traf (70.). Am Gesamteindruck änderte das nicht viel, und die Gäste waren nach dem Abpfiff folglich frustriert über fehlenden Lohn für engagiertes Spiel.

 „Dass wir immer wieder nahe dran sind, da ist fast jedes Spiel so“, sagte Leon Winkelheide und gab als Parole für die laufende englische Woche aus: „Wichtig wäre jetzt ein „Dreier“, damit wir mal dieses befreiende Gefühl haben.“ Uwe Schäfer wollte die Leistung seines Teams nicht überbewerten. Rückschläge seien normal. Für ihn zählte der Punkt.

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