Was tut sich bei den heimischen Fußball-Gruppenligisten vor Beginn der Restunde?

Auf zur Mission „Wunder Teil II“ - VfR Volkmarsen zuversichtlich

Aufholjagd mit mehr Risiko: Der VfR Volkmarsen stand sich in der Hinrunde öfters auch mal selbst im Weg. Das belegen hier Nils Herbold (l.) und Adrian Bieding. Foto: Spitzkopf

Es wäre ein Wunder, wenn die Fußballer des VfR Volkmarsen als Tabellenletzter der Gruppenliga und mit nur 9 von 51 möglichen Punkten die Klasse noch halten.

Volkmarsen - Aber der VfR kann Wunder! Die Spieler mit ihren Trainern Matthias Wiegand und Stefan Löber haben sich bis zur Winterpause in genau dieselbe miserable Situation hineingespielt wie im Vorjahr auch. Das Problem daran: Wunder wiederholen sich nur äußerst selten.

Doch es gibt einige Strohhalme, die das VfR-Team in die Hand nehmen kann und einer von ihnen könnte dann jener benötigte letzte Halm sein, den sie ergreifen, um doch wieder ans rettenden Ufer zu kommen. 

Dazu zählt vor allem, nie den Glauben an sich selbst zu verlieren. „Die Trainingsbeteiligung ist weiterhin sehr gut, keiner sagt, warum soll ich da noch hingehen, wir sind doch schon so gut wie abgestiegen“, erzählt Wiegand.

Torflaute mit mehr Risiko begegnen

Die Mannschaft hat in der Hinrunde oft folgenden Satz gehört: „Wir haben gut mitgehalten, waren sogar besser, aber es fehlten die Tore.“ Die 15 erzielten VfR-Treffer sind mit Abstand die wenigsten der Liga.

Eine Torflaute zu beheben ist allerdings auch eines der schwierigsten Probleme, die ein Trainer lösen kann.

Wiegand und Löber gehen die Rückrunde nach dem Motto „Risiko erhöhen, wir haben nichts mehr zu verlieren“ an. Deshalb liegt ein Hauptaugenmerk der Vorbereitungsphase, die Ende Januar begann, darauf, die Grundaufstellung einige Meter noch vorn zu ziehen.

Das kann auch eine Fünferkette mit offensiv ausgerichteten Außenverteidigern sein. Wer sich in diesem System bewegt, sollte allerdings ein gut organisiertes Offensiv-Pressing drauf haben, was wiederum mit Disziplin und mehr Laufarbeit für das gesamte Team verbunden ist. Eine anspruchsvolle Aufgabe für eine Mannschaft, die ab und zu auch mal Schwierigkeiten hat, sich an taktische Marschrouten zu halten. In der Rückwärtsbewegung und der Defensivarbeit findet Wiegand seine Jungs „gar nicht so schlecht“, obwohl die 44 Gegentore - nur zwei haben mehr Team - dieses Argument nicht stützen.

Worauf Wiegand und Löber bei ihren Jungs blind vertrauen können ist der gute Teamgeist in der Mannschaft und ein starker Wille, alles für den Nichtabstieg zu tun.

Einige Spieler sogar übermotiviert? 

„Viele Spieler haben sich während der Winterpause allein fit gehalten und sie trafen sich in der Halle zum Fußballspielen. Das hilft uns bei der Konditionsarbeit während der Vorbereitung.“

Dieses unbedingte Wollen seiner Mannschaft kann aber auch nach hinten losgehen. Stichwort: übermotiviert. „Wenn ich sehe wie sehr sich vor allem einige junge Spieler eine Niederlage oder einen eigenen Fehler zu Herzen nehmen, dann kommt mir schon der Gedanke, dass wir viele unserer Spiele auch im Kopf verlieren.“ 

Dafür spricht auch das spezielle Talent des VfR-Teams, Spitzenreiter zu besiegen. Meister Melsungen wurde in der vergangenen Saison zweimal bezwungen und der bislang einzige Sieg der Volkmarser in der laufenden Spielzeit war ein 2:1 gegen den Titelfavoriten 1. FC Schwalmstadt. „Gegen diese Teams können wir frei aufspielen“, sagt der Coach.

Doch was tun als Trainer, wenn das Nervenkostüm auf dem Feld anfängt zu flattern?

Da hilft nur nah dran sein an den Spielern und mit ihnen über ihr Innenleben während eines Fußballspiels sprechen. „Wir reden viel mit den Spielern über solche Dinge“, sagt Wiegand.

Luca Lüther zurück im Kader

Natürlich steht auch der erfolgreiche Torabschluss in der Vorbereitung weit oben auf der To-do-Liste der Trainer. Aber auch hier sind gute Trainingsergebnisse nicht von hoher Aussagekraft.

Der VfR geht mit einem unveränderten Kader ist die Restrunde, einzig der lang verletzte Luca Lüther stößt nach Kreuzbandriss hinzu.

Der VfR hat gestern sein erstes Vorbereitungsspiel gegen den Gruppenligisten TuSpo Grebenstein absolviert. Es folgen noch Spiele gegen die Kreisoberligisten TuS Bad Arolsen (15. Februar.) und FSG Weidelsburg (26. Februar). (rsm) 

Die Mission „Wunder Teil II“ startet das VfR-Team am 1. März mit den Nachholspiel gegen den TSV Mengsberg.

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